Scan 251
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Karner, Johann Georg. — Enns. 1810. 1830
2Da im Verzeichnis der Ennser Hausbesitzer kein Karner vorkommt, scheint er als Eingewanderter nur zur Miete gewohnt zu haben. Dem Namen nach dürfte er aus Mittenwald stammen, seiner Arbeit nach zu urteilen scheint er jedoch im Vogtland oder in Schönbach gelernt zu haben. (Pillwein erwähnt in seiner Ortsbeschreibung von Enns [erschienen 1828] nur, daß da ein Geigenmacher ansässig sei, gibt aber keinen Namen an.) K. bevorzugte ein hochgewölbtes Modell und verwendete gelben Lack. In der Wahl des Holzes war er nicht wählerisch, er verarbeitete zur unrechten Zeit geschlagenes Holz, das infolge davon jetzt gewöhnlich wurmstichig ist. Außer seinem Zettel brachte er noch die Brandmarke: * I + + K * an seinen Geigen an.
3Geigenzettel: Johann Georg Karner / Geigenmacher in Enns 1810 (gedruckt) und Abb. 441.
4Brandmarke Nr. 46.
6Karner, Stefan. — Mittenwald. 1837. 1842
7Seine Arbeiten beweisen, daß die guten Traditionen der Klotzschule sich bis ins 19. Jahrhundert erhalten haben. Er wählte gutes Holz, namentlich ist sein hervorragend schöner brauner Öllack zu loben.
9Karp (Carp) s. Karg
10Kaschendorf s. Castendorfer
11Kashofer, Leopold. — Blindenmark, N.-Öst. 1912
12Ein Schneidergeselle, der in seinen Mußestunden eine Geige herstellte, deren Korpus er aus 2069 Zündhölzern zusammenleimte. Der Ton soll erträglich gewesen sein.
14Kasper, Franz. — Wangen im Allgäu. 1898. 1910
15Sohn und Nachfolger von Dom. K. Er ist Ökonom und Geigenmacher und besitzt als Reparateur eine gute handwerksmäßige Geschicklichkeit.
17Kasper, Dominik. — Wangen im Allgäu. 1865. 1876
18Ein Zither- und Gitarrenmacher, der auch Geigen repariert hat.
19Geigenzettel: Reparirt / Dominikus Kasper / Saiten-Instrumentenmacher / Wangen im Allgäu / 1876. (gedruckt).
21Kastendorfer s. Castendorfer
22Kastens, Daniel jun. — Ebingen (?). 1843. 1844
23Ob es einen Daniel K. sen., der Geigenmacher war, gegeben hat, ist fraglich. Auch Daniel K. jun. scheint kein Geigenmacher, sondern Tischler gewesen zu sein. Eine Gitarre mit seinem Zettel war von ganz gewöhnlicher Arbeit, doch scheint er viel an Geigen herumgeflickt zu haben.
24Geigenzettel: Verfertigt von Daniel Kastens / im Jahre 1843. (gedruckt). — Reparirt von Daniel Kastens / Inn, in Monat November 1844. (geschrieben).
26Kastens, Karl. — Ebingen. 1885
27Vielleicht der Sohn von Daniel K. Er hat sich nur mit Flickarbeit abgegeben und starb schließlich ganz verarmt.
28Geigenzettel: Reparirt von Karl / Kastens in Ebingen / 1885. (geschrieben).
30Kastl, Franz. — Heilbrunn b. Tölz i. B. 1756
31Seine Geigen erinnern an die Arbeit der Ramsauer Meister, sind aus mittelmäßigem Holz gebaut, klingen aber manchmal nicht schlecht.
32Geigenzettel: Franz Kastl Geigenmacher / in Heilbrunn im Jahre 1756 (gedruckt).
34Kaudezky (Koutecký), Franz. — Marburg a. d. L. 1837. 1842
35Ein geschickter Geigenmacher, der ein an Joseph Guarneri, Filius Andreae erinnerndes Modell besaß und rotbraunen Lack verwendete.
36Geigenzettel: Abb. 421.
38Kaufmann, Heinrich. — Cham im Hof (Canton Zug). 1840. 1848
39Obwohl von Beruf Schreiner, machte er ganz ausgezeichnete Kontrabässe von größtem Patron nach Klotz und Rieger. Die Arbeit ist musterhaft in jeder Hinsicht, die Zargen sind sorgfältig in Decke und Boden eingelassen, und auch der gelbe Lack ist recht gut. Die Instrumente haben großen, vollen Ton und werden leicht für »echte Klotz« gehalten.
41Kaul, Paul. — Nantes. 1912
42Ein sehr begabter Geigenmacher, von dem eine Violine bei einem Vergleichsspiel sehr guter neuer Geigen mit einer echten Stradivari den 3. Preis gewann.
44Kay s. Karg
45Kayser (Kaysser) s. Kaiser
46Keffer, Franz. — Reiterndorf. Ischl. 1793. 1822
47Im Grundbuche zu Reiterndorf erscheint er von 1793 bis 1822 als Besitzer des Hauses Nr. 1. Er war vermutlich ein Sohn von Joh. K. und besaß in Ischl selbst, wo ihm auch ein Kirchenstuhl zugeschrieben war, einen Verkaufsladen. Er dürfte um 1822 gestorben sein, sein Haus übernahm in diesem Jahre Elisabeth Keffer (wohl die Witwe) und 1824 Anna M. Keffer (Tochter?). In seine Geigen klebte er nur selten Zettel, doch befand sich im Kloster Lambach (Oberösterreich) eine solche mit der Jahreszahl 1806. Dieselbe war den Mittenwalder Arbeiten der gleichen Zeit ebenbürtig und gut im Ton.
48Geigenzettel: Franz Keffer, Geigen- und / Lautenmacher in Ischl. Ao. 1806. (gedruckt).
50Keffer (Kefer), Johann. — Ramsau. 1781
51Seine Geigen sind gut im Ton; zu Boden und Schnecke nahm er meist Buchen- und Birnbaumholz. Er wohnte Haus Nr. 31 in der Ramsau und wird in den Kirchenbüchern stets als Geigenmacher bezeichnet. Auch sein Sohn und seine Enkel machten noch Geigen, aber ohne jeglichen Kunstwert, zuletzt nur noch rot angestrichene Kindergeigen.
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- Karner, Johann Georg
- Karner, Stefan
- Kashofer, Leopold
- Kasper, Franz
- Kastens, Karl
- Kaufmann, Heinrich
- Keffer, Franz
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