Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 252

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

38 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 248. See the scan on archive.org.

1Keffer, Johann. — Goisern, Ischl. 1790. 1810
2Er soll zuerst in Reiterndorf (Gemeinde Ischl) gelebt haben und stammt wahrscheinlich aus Goisern oder Ramsau, das nur 1 1/2 Wegstunden von Ischl entfernt liegt. Alte Leute erinnern sich noch heute, daß Johann Keffer als ein genialer Mann galt, seine Geigen sind nach einem großen, flachen Modell gebaut, zeigen gutes Holz, rotgelben Lack und haben einen großen, vollen Ton, nur die Schnecke ist ohne Schwung und von gewöhnlicher Arbeit. Außer seinen Zetteln hatte er auch die nebenstehende Brandmarke, die er am Boden unter der Halsplatte anbrachte: K / J. K.
3Geigenzettel: Joannes Keffer, Geigen- und Lautenmacher in Goysern, Anno 1790 (gedruckt). — Joh. Keffer Geigen- u. Lau-/tenmacher in Ischl Anno 1792 (gedruckt).
4Brandmarke Nr. 52.
6Keffer, Joseph I. — Ramsau (Gemeinde Goisern). 1725. 1742
7Der Stammvater der Familie. Das von ihm bewohnte Haus (Nr. 31 in der Ramsau) heißt noch jetzt das »Geigenmacherhaus«. Violinen von ihm kommen sehr selten vor, dagegen öfter recht gute Violen.
9Keffer, Joseph II. — Goisern. Geb. 17. Okt. 1739 in Ramsau, † 14. Sept. 1813 in Goisern
10Sohn und Schüler von Jos. K. I. Vielleicht der beste Geigenmacher aus seiner Familie. Er starb an Auszehrung. Er war sehr fleißig, sein Lack ist verhältnismäßig noch recht gut. Außer seinem Zettel verwendete er auch einen Brandstempel mit den Buchstaben »J. K.«
11Geigenzettel: Joseph Keffer, Geigen- und / Lautenmacher in Goysern 1788 (gedruckt).
12Brandmarke Nr. 47.
14Keffer. — Goisern. 1770
15Sohn von Jos. I K.; älterer Bruder von Jos. II K.
17Keffer. — Goisern. 1780
18Sohn von Jos. I K. in Ramsau; jüngerer Bruder von Jos. II K.
20Kegell, Ulrich. — Lübeck. 1591
21Er wird in einem Protokoll über eine Klage vom 29. Juli 1591 ausdrücklich als Lautenmacher bezeichnet. Er scheint ein Eingewanderter gewesen zu sein und gehörte wahrscheinlich zu der Füssener Familie Kögl.
23Keil, Bernhard. — Gotha. † um 1868 in Eisenach (?)
24Er war ein Bruder des bekannten Besitzers der »Gartenlaube« und hauptsächlich Zitherhändler. Es erscheint daher fraglich, ob die Instrumente, die Zettel mit seinem Namen enthalten, wirklich von ihm gemacht sind. Eine mit Perlmutter und Ebenholz verzierte Lyra-Gitarre mit seinem Zettel befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, eine lautenförmige Baßgitarre im bayr. Nationalmuseum in München.
25Geigenzettel: Bernhard Keil in Gotha (gedruckt)
27Kelbich s. Kielbich
29Kelby, H. — Edinburgh. 1891
30Seine Violinen sind sauber gearbeitet.
32Keller, Philipp. — Würzburg. Geb. 30. April 1868 in Würzburg
33Er besuchte zunächst durch 6 Jahre das Würzburger Konservatorium, um Musik zu studieren und sich zum Violoncellisten auszubilden. Schon damals erhielt er von Friedrich Meindl die ersten Anleitungen im Geigenbau, die ihn befähigten, während seiner 10jährigen Wirksamkeit als Solocellist alle Reparaturen an den Streichinstrumenten der mit ihm tätigen Orchestermitglieder auszuführen. Er vervollkommnete seine Kenntnisse durch eifriges Studium aller zugänglichen Lehrbücher des Geigenbaus und durch steten Verkehr mit den besten Geigenbauern des In- und Auslandes und lernte viel von Gustav Braun, mit dem er zusammen in Bad Zandvoort und Hamburg engagiert war. Es war stets sein Wunsch, sich ganz dem Geigenbau widmen zu können, und als im Jahre 1896 Friedr. Meindl starb, kaufte er das Geschäft und ließ sich als Reparateur in Würzburg nieder. Jetzt wendete er sich auch dem Neubau zu, hielt sich tüchtige Gehilfen und sandte auch seinen sehr begabten, leider früh verstorbenen jüngeren Bruder nach Markneukirchen. Später ging er selbst zu William Voigt, um die letzte Ausbildung zu erfahren, und jetzt ist er nach dem übereinstimmenden Zeugnis hervorragender Kenner ein tüchtiger Meister seines Faches. Er arbeitet nach Stradivari und nach einem eigenen Modell und bereitet seinen goldgelben oder goldrötlichen Lack (Öl oder Spiritus) selbst. Die Schallplatten stimmt er nach Dr. Großmanns Theorie ab und erzielt bei seinen Violinen, Violen und besonders bei seinen Violoncelli einen vollen, schönen Ton. Nach K. A. Hörleins Tod erwarb er dessen Modelle und die ganze Werkstatteinrichtung und im Jahre 1902 übertrug ihm Prof. Herm. Ritter den Bau seiner Viola alta, und Keller veranlaßte infolge davon Prof. Ritter zur Umgestaltung des Streichquartetts, für das er außer der Violine und der Viola alta jetzt die Tenorgeige (ein neues Instrument) und die Viola bassa (Violoncello) baut. Außer seinem Zettel verwendet er auch einen Brandstempel mit seinem (handschriftlichen) Namen.
34Geigenzettel: (links und rechts das bayr. Wappen) Phil. Keller / Königl. Bayer. Hoflieferant / Würzburg, gegr. 1832. / Verfertigt 19 . . Nr. . . . (gedruckt).
36Kellermann, M. G. Samuel. — Zerbst (Anhalt). Geb. 1851 in Hohenziatz (Prov. Sa.)
37Von 1876—1895 erster Cellist der Schaumburg-Lippeschen Hofkapelle; besuchte als Musiker die Werkstätten in Markneukirchen, L. Bausch in Leipzig, Jacob Eritzoe und Riechers, bildete sich autodidaktisch zum Geigenmacher aus und eröffnete 1880 sein Geschäft in Bückeburg. Seit 1897 ist er Herzoglich Anhaltischer Hofinstrumentenmacher. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Wiederherstellen, doch macht er auch neue Geigen nach italienischen Meistern. Er

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