Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 253

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 249. See the scan on archive.org.

1verwendet selbstgefertigten Spirituslack (gelb, goldgelb, auch Bernsteinlack, und erzeugt Violin- und Baßkolophonium.
2Geigenzettel: Abb. 446.
4Kelman, James. — Auchintoul. Geb. 17. April 1824 in Aberchirder
5Er war 43 Jahre Gärtner in Auchintoul und begann im Jahre 1884 Geigen zu machen, nachdem er in Davidsons Buch die Anleitung dazu gefunden hatte. Er machte etwa 40 Violinen nach dem Stradivariomodell und verwendete meistens Spiritus-, zuletzt auch Öllack.
6Geigenzettel: Made by / James Kelman / Auchintoul, Banffshire / 189 … (gedruckt).
8Kelly, John. — (Irland). 1734
9Ein Musikinstrumentenmacher, von dem die Sammlung Galpin eine große irische Harfe (Clarseth) von 1734 besitzt.
11Kelpien, C. A. — Zehdenick. 1834
12Seinen Zettel veröffentlicht P. de Wit. Wahrscheinlich ein Musiker oder Tischler, der sich im Geigenbau versuchte. Leider ist in den Zehdenicker Magistratsakten nichts über ihn zu ermitteln gewesen.
13Geigenzettel: C A Kelpien / à Zehdenick / 1834 (geschrieben).
15Kempter, Andreas. — Dillingen a. D. Geb. um 1700 in Lechbruck (Allgäu), † in Denklingen 1786
16Seine Lehrzeit machte er wahrscheinlich in dem seiner Heimat nahegelegenen Füssen durch und kam um 1725 nach Dillingen, wo er sich am 13. April 1732 mit der Jungfrau A. Maria geb. Bairin verheiratete und das Bürgerrecht erwarb. Er bewohnte ein bescheidenes Haus in der Dillinger Altstadt (heute Lommerstraße Nr. 11), das er von 1734—1746 mit dem Torschreiber Joh. Blaicher teilte. Von 1746—86 war er Alleinbesitzer des Hauses, das 1789 oder 1790 aus den Händen seiner Erben in andern Besitz überging. Wie mäßig damals die Steuern noch waren, erhellt daraus, daß er ganze 2 fl. 54 kr. zahlen mußte, seit ihm das Haus allein gehörte (vorher nur 1 fl. 50 kr.). Er übte seine Kunst als Geigenmacher über 50 Jahre lang in Dillingen aus, wo er am 29. Juni 1782 noch seine goldene Hochzeit feierte. Bald darauf zog er dann zu seinem Sohne, der Pfarrer in Denklingen (zwischen Landsberg und Schongau) war, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. In den Kirchenbüchern wird er »artificiosus chelii factor« genannt und stand sowohl als Lauten- wie als Geigenmacher in großem Ansehen. Seine Geigen gehen, wie die der meisten schwäbischen Geigenmacher, auf das Stainermodell zurück; er verstand es aber doch, seine eigene Individualität zum Ausdruck zu bringen. Die Verschiedenheit der von ihm angewendeten Wölbungen beweist, daß er Versuche anstellte: das Patron nahm er auffallend breit und ist so sorgfältig in der Arbeit wie Edlinger. Der Ton seiner gut erhaltenen Geigen ist groß und schön, auch sein (verschiedenfarbiger) Lack, der meist nur zu dünn aufgetragen erscheint, ist sehr gut. Eine Laute aus dem Jahre 1747 von ihm findet sich in der Sammlung Scheurleer, eine sehr schöne Viola d’amore mit Löwenköpfchen am Wirbelkasten und prächtigem Lack besitzt das Musikhistorische Museum von W. Heyer in Köln.
17Geigenzettel: Andreas Kempter / Lauthen- und / Geigenmacher in Dillingen 1760 (gedruckt). — Andreas Kempter, Lauten- und / Geigenmacher in Dillingen hat / dise grand viol d’Amour im Jahre / 1746 gemacht für den geistl. / Herrn Joan. Anton. Walther Chori / vicario und Caeremoniario zu / Eichstätt im Dombstift (geschrieben) und Abb. 427 und 428.
19Kennedy, Alexander. — London. Geb. um 1695 in Schottland, † 1785 in London
20Der Begründer des Rufs der Familie Kennedy. Er hat ausschließlich Violinen gemacht, die dem Stainermodell nachgeahmt erscheinen. Sein Spirituslack ist von braungelber Farbe.
21Geigenzettel: Alexander Kennedy, Musical Instrument / maker, living in Market Street in Oxford / Road, London 1748 (gedruckt).
23Kennedy, John. — London. Geb. um 1730, † 1816 in London
24Neffe von Alexander K. und wohl auch dessen Schüler, da seine Arbeit der seines Oheims sehr ähnlich ist, nur nimmt er die Wölbung womöglich noch höher. Er wohnte erst in »Cooper’s Gardens near Shoreditch Church«, dann in Long Alley, Sun Street, Moorfields und arbeitete hauptsächlich für Händler.
26Kennedy, Thomas. — London. Geb. 21. Jan. 1784, † 1870
27Sohn von John K., erst Schüler seines Vaters, dann von Thomas Powell. Eine Zeitlang arbeitete er bei William III Forster und eröffnete hierauf in der Princess Street, Westminster, seine eigene Werkstatt und verzog später nach der Oxford Street Nr. 364. Als er sich 1849 zur Ruhe setzte, hatte er 300 Violoncelli und Geigen gemacht. Er war der Bedeutendste aus der Familie Kennedy. Am besten gelangen ihm seine Violoncelli.
29Képszely, Johann. — Besztercze-Bánya (Neusohl). 1864. 1902
30Er begründete 1864 sein noch bestehendes Geschäft in Neusohl und stellte 1885 in Budapest Geigen aus. Er soll auch in Uj-Szöny tätig gewesen sein.
32Kerkowits, Franz. — Neutra
33Er dürfte noch dem Ende des 18. Jahrhunderts angehören und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gestorben sein. In Neutra ist er ganz vergessen, und das Bürgermeisteramt kann keine Auskunft geben. Seine Geigen und Violoncelli erinnern in den Umrissen und F-Löchern ein wenig an Maggini. Die Ränder nahm er dick und machte sehr tiefe Hohlkehlen. Sein Lack ist fett, von gelbbrauner Farbe und jetzt gewöhnlich voll sog. Haarrisse. Vermutlich hat er ihn zu schnell zum Trocknen gebracht. Wegen des altägyptischen Aussehens seiner Arbeiten wird er von manchem irrig in das 17. Jahrhundert versetzt.

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