Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 256

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 252. See the scan on archive.org.

1Kessler (Kässler), Wolff Konrad. — Geb. um 1700, † nach 1750
2Er hatte in Neukirchen gelernt und wurde am 21. Mai 1723 Meister und erwarb das Bürgerrecht. Er ist der Ahnherr der Familie.
4Kessler, Ernst. — Charlottenburg bei Berlin.
5Geb. 9. Sept. 1856 in Markneukirchen als Sohn eines Saitenmachers
6Schüler von Albin Voigt; als Gehilfe arbeitete er bei Louis Otto in Düsseldorf und 1874 bei Riechers in Berlin. Bei diesen beiden Meistern erlernte er seine Kunst erst wirklich von Grund auf. Nach beendigter Militärzeit ging er 1880 abermals zu Riechers und machte sich 1882 in Berlin selbständig. Durch Fleiß brachte er es bald zu Ansehen; nach Riechers Tod übertrug man ihm dessen Arbeiten für das Konser-vatorium in Berlin, und seine neuen Geigen wurden von Prof. Joachim für Stipendien angekauft. 1897 erhielt er die kgl. preußische Staatsmedaille in Silber, 1909 die kgl. sächsische Staatsmedaille usw. Er kopiert meist Stradivari aus den Jahren 1696—1723, doch wechselt er öfter das Modell. Vollendet Ausführung und guter Ton wird seinen Instrumenten nachgerühmt. Er verwendet schönes, altes Holz und hat einen guten Lack. Er ist ungleich genau in Geduldarbeiten und versteht es, alte Meisterwerke nachzuahmen, auch als Bogenmacher genießt er Ruf. Unter dem Zettel ist der Name noch eingebrannt. Er hat in Berlin bereits ein zweites Geschäft eingerichtet, dem sein Sohn Ernst J. K. vorsteht. Brandmarke: Joachim / Stipendium.
7Geigenzettel: Abb. 448 und 449.
9Kessler, Ernst John. — Berlin. Geb. 1. März 1885 in Berlin
10Sohn von Ernst K. Nachdem er bis 1902 höhere Schulen besucht hatte, erlernte er von 1903—1907 bei seinem Vater den Geigenbau. Für eine von ihm gebaute Geige stellte ihm noch Altmeister Joachim ein vorzügliches Zeugnis aus. Jetzt leitet er das zweite Geschäft seines Vaters.
12Kessler, Heinrich. — Mannheim (P. 6, Nr. 2).
13Geb. 9. April 1853 in Markneukirchen
14Sohn von Heinrich Aug. K. Schüler von Hammig in Dresden. Nachdem er längere Zeit bei Padewet in Karlsruhe gearbeitet hatte und damals schon prämiert worden war, begründete er am 27. Januar 1880 sein eigenes Geschäft in Mannheim und wurde 1898 vom Großherzog von Baden zum Hoflieferanten ernannt. Er besitzt verschiedene Ausstellungspreise und Anerkennungsschreiben. Ich habe von ihm eine in jeder Beziehung tadellose, edel klingende und schön lackierte Geige einige Wochen zur Probe gehabt, so daß ich mich dem Lob, das ihm von anderer Seite gezollt wird, anschließen kann. Im Jahre 1919 verkaufte er zwar sein Geschäft, gab aber deshalb doch das Geigenmachen nicht auf und arbeitet noch immer rüstig weiter.
15Geigenzettel: Heinrich Kessler fecit / Mannheim Anno 19 . . H † K (gedruckt).
17Kessler, Hermann Adolf. — Wiesbaden. Geb. 28. Febr. 1869 in Markneukirchen
18Sohn von Karl Wilhelm I K. Schüler von Ernst Hermann Petzold, arbeitete von 1886—1889 in Homburg, von 1892—1898 in Frankfurt a. M. und machte sich 1898 in Wiesbaden selbständig. Er arbeitet nach Guarneri und Stradivari und verwendet Öllack.
19Geigenzettel: Herm. Ad. Kessler / Geigenbauer / Wiesbaden 19 . . (gedruckt).
21Kessler, Wilhelm August. — Mannheim. Geb. 10. Nov. 1860 in Markneukirchen, † 1917
22Schüler seines Vaters Heinrich K. Er erhielt in seiner Jugend auch eine gute musikalische Ausbildung, so daß er seine Militärzeit als Musiker abdienen konnte. Von 1883—1887 arbeitete er als Gehilfe und begründete dann seine eigene Werkstatt. Er arbeitet nach Stradivari, nur die F-Löcher brachte er nach eigener Zeichnung an; zwischen Stradivari und Guarneri stehend, ist die untere Rundung dieser F-Löcher amäsiert. Er glaubte dadurch den Ton seiner Geigen biegsamer zu machen. Er verwendete einen selbst erfundenen, in Sprit löslichen Öllack, arbeitete sehr sauber und besaß verschiedene Medaillen. Seine Witwe Luise, geb. Trampler, setzt das Geschäft, mit dem auch ein Klavier- und Musikalienhandel verbunden ist, fort.
23Geigenzettel: W. Aug Kessler jr. / Instrumentenmacher / Mannheim fecit 1887 (gedruckt) und Abb. 403 und 405.
25Keßler, W. Albin. — Frankfurt a. M. Geb. 10. Jan. 1856 in Markneukirchen
26Sohn und Schüler von Karl Wilhelm K. Als Gehilfe arbeitete er ein Jahr lang bei Lenk in Frankfurt, wurde dann Werkführer bei L. Noebe und blieb da von 1879 bis 1891. Im Jahre 1892 machte er sich in Frankfurt a. M. selbständig und wird jetzt von den ersten Künstlern sowohl als Reparateur wie auch wegen seiner tadellos gebauten neuen Geigen sehr geschätzt. Er arbeitet hauptsächlich nach Stradivari, verwendet einen vorzüglichen, vollkommen durchsichtigen Öllack von leuchtender Orangefarbe und zeichnet sich sowohl durch die Wahl des Holzes als auch durch mustergültige Arbeit aus.
28Ketterer, F. M., ein deutscher Geigenmacher, der um 1888 in Jekaterinburg (Gouv. Kasan) ansässig war
30Key, Henry s. Jay
31Khögl s. Kögl
32Khuechler s. Küchler
34Kiaposse (?), Sawes. — St. Petersburg. 1750
35Arbeiten von ihm konnte ich nirgends erfragen; da sein Name mit der Jahreszahl jedoch schon bei Hart angegeben ist, der ihn zur deutschen Schule zählt, so ist anzunehmen, daß wenigstens Hart ein Instrument von ihm gesehen haben muß. Alle übrigen Schriftsteller folgen nur Hart.
37Kieckepoost, Charles F. — 1787
38Snoeck besaß eine mandolinenartige Lautengitarre von ihm.

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