Scan 262
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Klotz, Balthasar II. — Mittenwald. Geb. 23. Jan. 1885
2Schüler seines Vaters Balthasar I Kl. Er machte den Krieg mit und ist jetzt Teilhaber der väterlichen Werkstatt.
4Klotz, Egidi I. — Mittenwald. 1675. 1711
5Es existiert eine ganze Anzahl unzweifelhaft alter tiro- lischer Geigen mit dem Namen Egidius Klotz und den obenstehenden frühen Jahreszahlen. Trotzdem läßt sich ein Egidius Klotz aus dem 17. Jahrhundert ur- kundlich nicht nachweisen. Zur Linie des Mathias Klotz scheint dieser ältere Egidius nicht gehört zu haben. Seine Arbeit gleicht übrigens in keiner Weise der des Aegidius II aus dem 18. Jahrhundert. Seine Geigen sind viel besser und wenigstens dreimal so viel wert als die des jüngeren Egidi II Kl. Das Aussehen seiner Geigen rechtfertigt auch die Tradition, die einen Egidi Kl. als Schüler Stainers nennt. Wenn man nicht annehmen will, daß ein Fälscher des 18. Jahrhunderts in bestimmte Geigen eines Meisters Zettel mit dem erfundenen Namen »Egidi Klotz« geklebt hat, so könnte man in diesem Egidi etwa den Vater Georgs II Kl. sehen, der ja auch nicht zur Linie des Math. Kl. gehört hat. Eine Violine von Egidi I Kl. befindet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 515) jetzt in Berlin.
6Geigenzettel: Egidius Klotz / Fecit Mittenwald a/I 1690 (gedruckt).
8Klotz, Egidi II s. Aegidius Kl.
10Klotz, Ferdinand s. Wolfgang Ferd. Klotz
12Klotz, Georg I. — Mittenwald. Geb. 31. März 1687, † 31. Aug. 1737
13Sohn (erster Ehe) von Mathias Kl. In den Pfarrbüchern wird er »chelyfactor« genannt und bekleidete das Ehrenamt eines »Marktverraithers« (Marktkämmerers). Vermählt war er mit Anna geb. Sprenger († 6. Dez. 1734). Seine Arbeit ist gut, sein Modell etwas breiter als das von Sebastian Kl.; auch sein braungelber oder rotbrauner Lack und der Ton seiner Instrumente ver- dienen Lob; nur nahm er manchmal schlechtes Holz, das jetzt gewöhnlich vom Wurm zerrissen ist. Geigen von ihm, die sich durch saubere Durchführung und oft auch durch hübsch geschnitzte Löwenköpfe aus- zeichnen, befinden sich noch in vielen Sammlungen. Eine Viola d’amore von ihm besitzt W. Heyers Musik- historisches Museum in Köln. Die Randverzierung des gedruckten Zettels von Aegidius, Mathias III und Georg K. ist die gleiche.
14Geigenzettel: Abb. 432, 436, 438.
16Klotz, Georg II (Georg Carl). — Mittenwald. Geb. 1723, † 1797
17Er gehörte nicht der Linie des Math. Klotz an und darf nicht mit dem 1737 verstorbenen Georg Kl. ver- wechselt werden. In den Kirchenbüchern kommt er zuerst 1756 vor, wo ihm ein Sohn Wilhelm Dyonisius geboren wird. Auf dem Lehrbrief, den er am 20. Mai 1766 für Joh. Georg II Psenner ausstellte (aufbewahrt im Innsbrucker Stadtarchiv Nr. 562), unterschrieb er sich Georg Carl Klotz, auf seinen Zetteln wendet er nur den Namen Georg an. Seine Geigen zeigen noch die Stainerwölbung und haben rotbraunen Lack. Eine hübsche Violine von 1753 von ihm findet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 514) in Berlin. Er verwendete geschriebene und gedruckte Zettel.
18Geigenzettel: Georg. Klotz propria mea / manu feci in Mittenwald 1753. (gedruckt) und Abb. 4121).
20Klotz, Johann Carl. — Mittenwald. Geb. 29. Jan. 1709, soll um 1790 noch gelebt haben
21Sohn von Math. Klotz und von dessen Frau Ursula geb. Schlaucher. Sein Taufpate war Andreas Jais, »lediger Lautenmacher«. Er wohnte im unteren Markt in einem halben Hause, das früher Thomas Nebel gehörte. Ver- heiratet war er mit Margaretha Knilling. Er galt als einer der besten Geigenmacher seiner Familie, arbeitete recht gut nach einem kleinen, an Amati erinnerenden Modell und verwendete dunkelbraunen Lack. Eine Violine von ihm befindet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 516) in Berlin.
22Geigenzettel: Abb. 406 u. 437.
24Klotz, Johann Joseph s. Joseph Klotz (jun.)
25Klotz, Joseph I (Thomas). — Mittenwald. Geb. 8. März 1743, † nach 1809
26Er nannte sich kurzweg Joseph Kl. und war ein Sohn (und Schüler) von Sebastian Kl. und Regina Mayr. (Sein Sohn Joseph nannte sich zu Lebzeiten des Vaters Joseph Kl. jun.) Einer der tüchtigsten Geigenmacher der ganzen Familie, ein echter Künstler, bei dem zu bedauern ist, daß er nicht allzuviel gemacht hat. Man erzählt sich, daß er nur an drei Tagen der Woche ge- arbeitet und die übrige Zeit der Jagd und der Fischerei gewidmet habe. Er konnte sich das erlauben, denn seine Geigen wurden ihm stets sehr gut bezahlt. Holz und Arbeit sind bei ihm gleichmäßig gut; die Wölbung nimmt er flacher als die meisten seiner Mittenwalder Genossen; die F-Löcher sind meistens klein, haben schönen Schwung; sein Lack ist von zitronengelber, rötlicher oder brauner Farbe. Die Schnecke ist am Rücken in die Länge gezogen. Eine schöne Violine und eine dazu passende Viola besitzt der Chor der Stifts- kirche in Laufen (aus dem Jahre 1792). Einen schönen Baß von ungewöhnlicher Größe von ihm besitzt das Musikhistorische Museum von W. Heyer in Köln, eine Violine von 1795 C. Stoeber in Würzburg.
27Geigenzettel: Joseph Klotz Laut. Geigen- / macher in Mittenwald 1792 (gedruckt) und Abb. 411, 430, 440.
29Klotz, Joseph II. — Mittenwald. Geb. im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, lebte noch 1831
30Sohn von Joseph Thomas Kl.; um sich von seinem Vater, der seine Geigen mit »Joseph Kl.« bezeichnete,
321) Aus dem Musikhistorischen Museum des Herrn Fr. Nikolas Manskopf in Frankfurt a. M.
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