Scan 268
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Fabrikware, dagegen verdienen seine Bogen Lob. Er ging später nach Moskau, um in der Zimmermannschen Filiale zu arbeiten, und starb dort an der Schwindsucht. Auch sein Bruder Ludwig ist als Bogenmacher geschätzt.
3Kobenzi (Kobenzl?). — Paris
4Dieser mir sonst nicht bekannt gewordene Name findet sich eingebrannt in einer sauber gearbeiteten Geige von mittlerer Wölbung, mit braunem Lack und hübscher Schnecke, im Besitze von C. Stoeber in Würzburg.
6Koch, Heinrich Christoph. — Rudolstadt. Geb. 10. Okt. 1749, † 19. März 1816
7Er war ein Sohn des fürstlichen Lakais und Kammermusikers Joh. Nikol. K. und ward ebenfalls fürstlicher Kammermusiker. Die Berliner staatl. Sammlung alter Musikinstrumente besitzt eine Gitarre in Lyraform von ihm (Nr. 655); die dort gelesene Jahreszahl 1829 müßte jedoch angezweifelt werden, da Koch schon 1816 an »Entkräftung« (Altersschwäche) gestorben war, wenn nicht ein anderer Koch, der noch um 1820 als fürstlicher Hofmusiker (Violoncellist) nachweisbar ist, als Verfertiger dieser Gitarre sowie einer Gitarre und eines Violoncellos in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, wie G. Kinsty annimmt, in Betracht kommt.
9Koch, Georg. — Hamburg. 1771
10Vielleicht ein Sohn von Johann I K. Er war Instrumentenmacher und wurde am 25. Januar 1771 Bürger
12Koch, Johann I. — Hamburg. 1737
13Man weiß von ihm nur, daß er Instrumentenmacher war und am 7. Juni 1737 Bürger wurde.
15Koch, Johann II. — Hamburg 1767
16Er dürfte gleichfalls ein Sohn von Johann I K. gewesen sein. Auch von ihm weiß man nur, daß er als »Instrumentenmacher« am 12. Juni 1767 zum Bürger aufgenommen wurde.
18Kochem s. Bochem
19Kochendörfer, Friedrich. — Stuttgart, Mittenwald. Geb. in Stuttgart 15. Juli 1873, † 1917. Sohn des Zithermachers A. F. Kochendörfer
20Schüler der Geigenmacherschule von Schünemann. Nach mehrjähriger Wanderzeit ließ er sich 1895 in Stuttgart als Geigenmacher nieder und wurde im Jahre 1906 als Vorstand an die Mittenwalder Geigenbauschule berufen, wo er erfolgreich wirkte. Er machte vornehmlich Streichinstrumente nach Stradivari, Guarneri und Maggini. Sein Lack ist rotgelb. Auf der Stuttgarter Kunstausstellung 1896 erhielt er eine silberne Medaille. Sein Geschäft wird von seinen Kindern fortgeführt.
21Geigenzettel: Abb. 450, 451.
23Koded, Joseph. — Schweidnitz. Geb. 1783 in Liebau i. Schl. 1825
24Er kam um 1810 nach Schweidnitz und trat in Arbeit bei der Witwe des Instrumentenmachers Fiebig, die er 1812 heiratete. Im selben Jahre am 19. September erwarb er das Bürgerrecht in Schweidnitz. Wann und wo er gestorben ist, ließ sich nicht feststellen. Seine Geigen sind leidlich gut. Seine Modelle haben keinen bestimmten Charakter.
25Geigenzettel: Jos. Koded in Schweidnitz 1825 (gedr.).
27Koed, P. — Gjerndrup. 1886
28(Reparaturzettel.)
30Koederitz, Johann Georg. — Jena. 1769
31Arbeitete nicht ungeschickt nach italienischen Vorbildern, ohne ein bestimmtes Modell zu bevorzugen, Sein Lack ist wachsgelb, die Schnecken sind sauber geschnitzt. Er scheint jedoch nicht lange in Jena tätig gewesen zu sein, denn in den städtischen Archivalien kommt sein Name nicht vor.
33Kögl, Balthasar. — Prag. 1628. 1630
34Ein Lauten- und Geigenmacher, der aus dem Augsburgischen, wahrscheinlich aus Füssen nach Prag eingewandert war und im November 1628 das Bürgerrecht in der Prager Altstadt erwarb. Seine Gattin hieß Ludmila; 1630 kaufte er ein Haus. Die wenigen Violen und Gamben, die man ihm zuschreibt, zeigen eine geschickte Hand, aber wenig Selbständigkeit in den Umrissen, wenn sich auch schon italienischer Einfluß bei ihm geltend zu machen scheint.
36Kögl (Khögl), Hanns. — Wien. Geb. um 1630 (?), blühte um 1679
37Wahrscheinlich aus Füssen stammend oder ein Sohn von Balthasar K. Er muß in seiner Lehr- oder Wanderzeit Gelegenheit gehabt haben, Werke der Brescianer Schule kennenzulernen, die er fortan nachzuahmen suchte. Er verwendet ein kleines, schmales Patron mit kleinen Ecken und hoher Wölbung, das an Gaspar da Salò erinnert; noch mehr ist dies bei seinen F-Löchern der Fall. Die Schnecke ist klein; das Ohr derselben tritt nicht über die Dicke des Wirbelkastens hervor. Sein Lack ist von brauner oder rötlichgelber Farbe. In seiner letzten Zeit verbreiterte er sein Modell. Im April 1669 wurde er Bürger von Wien. Ein Alto und zwei sechssaitige Gamben von ihm besitzt das Museum Francisco-Carolinum in Linz, eine Gamba (aus dem Jahre 1679) die Benedictiner-Abtei Kremsmünster, eine Viola ohne Zeitangabe das Schottenstift in Wien. Zwei Prachtinstrumente, eine Viola von 1676 und eine Geige von 1677 sind auf dem Chor der Kreuzherrenkirche in Prag. Er gebrauchte gedruckte Zettel; die geschriebenen, auf denen sein Name stets »Kögl« (ohne h) erscheint, dürften falsch sein. Auch kommen viele seiner Arbeiten vor, die jetzt mit italienischen Zetteln versehen sind, hauptsächlich mit solchen von Genueser Meistern.
38Geigenzettel: Hanns Kögl Lauden und / Geigenmacher in Wien 1679 (gedruckt) und Abb. 408.
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