Scan 273
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
37 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 269. See the scan on archive.org.
1Kraft, Mathias Per (Petter). — Stockholm.
2Geb. in Gävle 14. Juni 1753, † in Stockholm 9. Juli 1807
3Der bedeutendste schwedische Instrumentenmacher seiner Zeit. Er war der Sohn eines Tischlers, bei dem er wohl zuerst gelernt hatte, kam dann zu dem Klaviermacher Pehr Lundborg in Stockholm, der auch Lauten baute. Um 1778 machte er sich selbständig und war zwei Jahre später bereits Hofinstrumentenmacher und erlangte 1788 das Bürgerrecht. Seine Geigen, die nur vereinzelt vorkommen, sind nicht besonders gut, besser dagegen seine Lauten. Später verlegte er sich mehr auf den Harfenbau, und von 1800 an machte er auch Klavierinstrumente1). Eine 13- und eine 15saitige Theorbe und eine Nagelharfe besitzt Generalkonsul Claudius in Malmö; in der Sammlung Hammer waren vier Theorben von ihm; eine befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, andere in den Museen zu Gothenburg, Kopenhagen, Christiania, eine Zither aus dem Besitze des Dichters Bellmann (von 1781) und eine Harfe von 1785 u. a. ist im Musikhistorischen Museum in Stockholm. Eine schwedische Theorbe von ihm vom Jahre 1806 mit einem Hebelmechanismus, um die Begleitsaiten im Ton erhöhen zu können, befindet sich im Bachhaus zu Eisenach [Nr. 71]2). Er verwendete dreierlei Zettel, von denen einer eirund umrahmt ist, der zweite eine Rokokovignette zeigt, auf der man neben allegorischem Beiwirk nur eine Laute und eine Harfe — wohl seine Spezialität — abgebildet sieht. — Er war zu einem ansehnlichen Wohlstand gekommen, war ein Bücherfreund und hinterließ schließlich sein Vermögen zur Errichtung der heute noch bestehenden Krafft'schen Schule für unbemittelte Bürgerskinder.
4Geigenzettel: Matth. Pett. Kraft Kongl. Hof / Instrument Makare Stock- / holm. Ao 1781 / No 39 (gedruckt) und Abb. 414.
6Krahl, Albert Oskar. — Meerane i. S. Geb. 1877 in Erfurt
7Schüler von Beyer, bei dem er von 1891—1898 blieb. Nach Beendigung seiner Militärzeit arbeitete er nochmals bei seinem früheren Lehrmeister und ging 1902 nach Meerane, wo er sich selbständig machte und das Geschäft des verstorbenen F. Goth übernahm, dessen Witwe er geheiratet hatte.
9Kram, Andreas Ernst. — Nürnberg. 1760. 1783
10Zithern- und Lautenmacher; Geigen sind mir nicht von ihm bekannt geworden. Seine Arbeit ist gut, aber nicht hervorragend. Seine Zettel sind durchweg geschrieben und daher sehr verschieden. Zwei Baßzithern, davon eine 13chörig, in Berlin, staatl. Sammlung alter Musikinstrumente Nr. 613 und 614. Ähnliche Instrumente befinden sich im Germanischen Museum in Nürnberg, im städtischen Museum in Braunschweig, in der Sammlung Snoeck und im städtischen historischen Museum in Frankfurt a. M. und in der mittelalterlichen Sammlung in Basel usw. Das letztgenannte Instrument erinnert in der Form an eine Theorbe und hat einen reichverzierten Dachstern mit gotischem Maßwerk.
11Geigenzettel: Andreas Ernestus Kram / in Nürnberg. Ao 1760 (gedruckt). — Ernst Kram in / Nbg. Ann 1764. (gedruckt). — Andreas Ernst Kram / Instrument Macher / In Nürnberg An. 1781 (gedruckt).
13Kramer1), Heinrich. — Wien. 1680. 1718
14Er wurde am 19. Mai 1682 Wiener Bürger. Von ihm besitzt die Ges. d. Mus.-Fr. in Wien eine Viola di Bordone (Baryton Nr. 1) aus dem Jahre 1717. Wenn Valdighi schreibt: »Kramer è ricercato come gli Stradivari e i Guarneri pe' suoi violini; ma in Germania«, dann teilt er uns etwas ganz Neues mit, wovon man in Deutschland noch immer nichts weiß. Eine ganz verbeinte Laute, aus dem Jahre 1715 reich graviert mit Ranken, Jagdszenen, musizierenden Putten und Orpheus usw. besaß Frhr. v. Lanna in Prag. one of two readings
15Er wurde am 19. Mai 1682 Wiener Bürger. Von ihm besitzt die Ges. d. Mus.-Fr. in Wien eine Viola di Bordone (Baryton Nr. 1) aus dem Jahre 1717. Wenn Valdighi schreibt: »Kramer è ricercato come gli Stradivari e i Guarneri pe’ suoi violini; ma in Germania«, dann teilt er uns etwas ganz Neues mit, wovon man in Deutschland noch immer nichts weiß. Eine ganz verbeinte Laute, aus dem Jahre 1715 reich graviert mit Ranken, Jagdszenen, musizierenden Putten und Orpheus usw. besaß Frhr. v. Lanna in Prag. one of two readings
16Geigenzettel: Heinrich Kramer / Lautten- / und Geigenmacher in Wienn / 1715 (gedruckt). — Heinrich Kramer Lauten / und Geigenmacher, in / Wienn. 1712 (Kupferst.).
18Krammer. — München. 18. Jahrhundert
19De Piccolellis erwähnt ihn zwar, doch scheint er ihn mit dem Wiener Meister zu verwechseln.
21Krammer, Johann. — Budweis. 1818. 1837
22Schüler von Ant. Fischer und ein guter Musiker, der als Hautboist im k. k. vierten Feldartillerieregiment diente.
23Geigenzettel: Reparirt von / Joh. Krammer / Budweis 1829 (gedruckt).
25Krampera, Jakob. — Žnaim (Znojmo). 1840. 1855
26Sohn und Schüler von Jan Kr., nicht ohne Geschick, doch kein Künstler.
27Geigenzettel: Abb. 453.
29Krampera, Jan. — Znaim. 1820. 1839
30Seine Geigen und Bässe sind nicht schlecht, aber ziemlich gewöhnlich in der Ausführung. Er arbeitete nach Stradivari und verwendete einen altroten Lack, den er stark schattierte.
31Geigenzettel: Jan Krampera / bgl. Lauten- und Geigenmacher / in Znaim 1821 (geschrieben).
331) Krumer zu lesen, ist falsch. In Archivalien wird er auch Kramber genannt.
351) Um für seinen Klavierbau Tischlergesellen einstellen zu können, erwarb er 1798 die Mitgliedschaft der Tischlerzunft.
362) Eine reichhaltige Liste erhaltener Arbeiten von ihm teilt Hedwig Boivie in ihrem mehrfach erwähnten Aufsatz mit.
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