Scan 274
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Kranabetter, Franz. — Klagenfurt. 1841
2Er war in den vierziger Jahren in Klagenfurt ansässig und soll später nach Wien gezogen sein. Seine Geigen sind gut gearbeitet, aber nicht schön in der Form.
3Geigenzettel: Franz Kranabetter, bürgl. Geigen- und In- / strumentenmacher zu Klagenfurt 1841. (gedr.).
5Kranuch. — Augsburg. 1477
6Ein Lautenmacher, dessen Name sich im Augsburger Steuerregister findet.
8Kranzer, Leopold. — St. Thomas am Blasenstein. Geb. 15. Nov. 1797 in St. Thomas, † das. 28. April 1874
9Er war der Sohn eines Häuslers und beschäftigte sich schon als Hirtenknabe mit allerlei Schnitzarbeiten. Vom alten Dorfschulmeister erhielt er gelegentlich eine zerbrochene Violine, die er zerlegte, um ihren Bau kennenzulernen, worauf er es versuchte, selbst eine Geige anzufertigen. Der Erfolg ermunterte ihn zu weiteren Versuchen, und bei seiner natürlichen Veranlagung brachte er es schließlich zu einer bemerkenswerten Fertigkeit. Er scheint dann zu Meinrad Frank nach Linz gekommen zu sein, dessen Arbeit er in bezug auf die Wölbung und das Holz oft genau nachahmte. Nur die Schnecke ist etwas kräftiger, der Lack farblos hellgelb. Er machte auch Violoncelli und Kontrabässe und verstand es, sich gutes Holz zu verschaffen. Es ist zweifellos, daß er wohl das Zeug dazu hatte, ein Künstler zu werden, nur fehlte ihm die rechte Lehre. So haftet denn auch vielen seiner Arbeiten, trotz geschickter Durchführung, manches Fehlerhafte an: er nahm die Wölbung oft auffallend hoch und machte sich wenig daraus, wenn die Jahre der Decken nicht parallel zur Mittellinie standen. Als Werkzeug bediente er sich fast ausschließlich eines gewöhnlichen Taschenmessers. Sein gleichnamiger Sohn hat in der Jugend auch einige Geigen gemacht, später aber einen anderen Beruf ergriffen.
10Geigenzettel: Leopold Kranzer / in St. Thomas am Blasenstein / im Mühlkreis 1842 (gedruckt).
12Krásny (Krassny), Jakob. — Wien. 1839. 1858
13Ein Geigenmacher böhmischer Abstammung, der 1839 in der Alservorstadt Nr. 251, 1858 Nr. 276 wohnte. Im Jahre 1839 stellte er in Wien vier Violinen aus, von denen eine aus Mahagoni-, eine andere aus amerikanischem Zedernholz war, ferner ein Violoncello, eine Gitarre und eine Harfe.
15Kraßnoschekow. — Moskau. 1858. 1863
16Der beste russische Lautenmacher. Seine sechs- oder siebensaitigen Gitarren zeichneten sich durch gute Arbeit, guten Lack und besonders durch großen Ton aus und wurden ihm sehr gut bezahlt. Auch heute werden sie in Rußland noch sehr hoch geschätzt.
18Kratochvil, Franz. — Prag. 1704
19Ein Geigenmacher, von dem bisher nur bekannt ist, daß er im Jahre 1704, nachdem er früher schon beschäftigt worden war, für den Chor der Kirche Sta. Maria de Lacu eine Geige geliefert hat, für die er 6 fl. damaliger Währung erhielt.
21Kratschmann, Johann. — Brünn, Wien, Znaim
22Geb. 1831, † 27. Febr. 1870
23Sohn von Fr. Joseph Kr., dem er jedoch in keiner Weise gleichkam. Da er noch nicht 14 Jahre alt war, als sein Vater starb, war er hauptsächlich ein Schüler von Joh. Künzl, der bei der Witwe Kratschmann als Gehilfe tätig war. Im Jahre 1850 siedelte er nach Brünn über und trat sein Geschäft im Jahre 1868 an Joh. Kliment ab. Er soll ein unglücklicher Mensch gewesen sein, der durch Selbstmord endigte.
25Kratschmann, Joseph (Franz Joseph). — Graslitz, Reichenberg, Znaim, Brünn. 1799. † um 1845
26Er war mehr als Gitarren- und Zithermacher bekannt, hat aber auch recht gute Geigen gemacht, die jetzt meist als Werke anderer, berühmterer Geigenmacher im Verkehr sind. Er war ein unsterter Mensch, der nicht zu wirtschaften verstand, und wechselte oft seinen Wohnort. Die ältesten Jahreszahlen fand ich auf Geigen, die aus Graslitz datiert sind. Seine Arbeit hat aber nichts, was an die Geigen der Egerländer oder Vogtländer erinnert. Am ehesten stimmt sein Modell mit dem des Wieners A. C. Leeb überein. Er liebte eine flache Wölbung und machte schön aufgeworfene Ränder. Das Deckenholz ist gewöhnlich breitjährig, die F-Löcher sind zu weit ausgeschnitten. Sein blässgelber Lack ist zwar dünn aufgetragen, aber doch nicht schlecht. Außer seinen Zetteln brachte er auch in der Mitte des Bodens im Innern die Brandmarke »J. Kratschmann« an. Am längsten scheint er es in Znaim ausgehalten zu haben; kurz vor seinem Tode siedelte er nach Brünn über, wo er im Jahre 1844 das Bürgerrecht erwarb. Nach seinem Tode führte die Witwe das Geschäft weiter, bis sein Sohn herangewachsen war.
27Geigenzettel: Joseph Kratschmann Violin- und / lauten-Macher in Graßlitz / Ano 1799 (geschrieben). — Joseph Kratschmann Geigen / u. Guittar Macher in Reichenberg / Anno 1831 (gedruckt) und Abb. 422 und 423.
29Kratz, Jos. Eduard. — Montabaur. Geb. in Hillscheid (Rbg. Wiesbaden) 1864
30Sohn und Schüler von Peter Paul Kratz. Begründete unter der väterlichen Firma im Jahre 1888 sein Geschäft in Metz und siedelte 1896 nach Montabaur über. Er arbeitet nach dem Stradivariomodell, wobei er die Wölbung nach einem eigenen Kreissystem herstellt. Sein Hauptstudium ist der alte Cremoneser Lack, und er ist nach vielfältigen, durch 10 Jahre fortgesetzten Untersuchungen der Ansicht, daß weder der übliche Öl- noch der Spirituslack dabei in Frage kommen können. Er wendet daher einen selbsterfundenen Lack an. Daß er ausübender Geiger ist, kommt ihm als Geigenmacher sehr zustatten. Er besitzt mehrere silberne Ausstellungsmedaillen.
31Geigenzettel: Jos. Ed. Kratz / Montabaur 19.. (gedruckt).
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