Scan 278
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1neue Instrumente zu machen, deren gutes Aussehen und schöner Ton von Musikern gelobt wird. Er hat eine seltene Handgeschicklichkeit und ist ein findiger Kopf, richtete eine Lodenspinnerei ein usw. und blieb dabei doch sehr arm, da ihm ein Gönner fehlte, der seine autodidaktisch erworbenen Fertigkeiten richtig eingeschätzt hätte. Er ist ein guter Holzkenner, hat Geschmack und versteht sich auch gut auf das Lackieren. Nach Dr. F. Waldners Mitteilung befindet sich in der im Ferdinandeum zu Innsbruck aufbewahrten Geige von ihm der nebenstehende Zettel: Simon Kreutner in Hart / Post Fügen in Tirol 1905. (geschrieben).
3Kreutzer (Krentzer, Krentzner?), Johann Kaspar. — Salzburg. 1749. 1782
4Das Museum Carolino-Augusteum in Salzburg bewahrt eine Geige aus dem Jahre 1782 von ihm.
6Kreuzinger. — Schönbach b. E.
7Als Geigenmacher gehören dieser Familie an:
9Kreuzinger, Andreas, war schon 1826 Innungsmeister.
10Er galt als guter Geigenmacher.
12Kreuzinger, Anton I. — Schönbach. Geb. 1840, † 1885
13Sohn von Franz Kr. und wohl auch dessen Schüler. Arbeitete hauptsächlich für Händler.
15Kreuzinger, Anton II. — Znaim. Geb. 1. Okt. 1873 in Schönbach
16Tüchtiger Schüler seines Bruders Joseph II Kr., arbeitete als Gehilfe bei Th. Heberlein, Lülsdorff usw. und schließlich in Wien bei Zach und Gutermann. Im Jahre 1903 machte er sich selbständig und übernahm die Werkstatt seines Oheims Johann Künzl. Er hat ein eigenes Modell, das in den Umrissen auf Stradivari zurückgeht, nur nimmt er die Brust schmäler und macht dafür eine höhere Wölbung, um die Bogenführung zu erleichtern. Er verwendet einen orangeroten weichen Öllack von guten Eigenschaften. Daß er selbst ein guter Musiker ist, kommt ihm natürlicherweise sehr zu statten. Er ist ein besonders strebsamer Meister und unablässig bemüht, das höchste Ziel zu erreichen. Seine Arbeit ist tadellos, der Ton sehr gut.
17Geigenzettel: A. Kreuzinger Gei-/genmacher Znaim / Fecit 1909 A. K. (gedruckt) und Abb. 455.
19Kreuzinger, Franz. — Geb. 1795, † 1882
20Ein geschickter Geigenmacher.
22Kreuzinger, Joseph I. — Geb. 1834, † 1882
23Sohn von Franz Kr. Schüler von Joseph Heinzmann, bei dem er das Geigenmachen von Grund auf erlernte. Nachdem er seine achtjährige Militärdienstzeit überstanden hatte, machte er sich im Jahre 1864 selbständig. Da zu jener Zeit die Arbeitsteilung in Schönbach noch nicht so entwickelt war, wie heute, machte er alles an seinen Geigen selbst. Seine Arbeiten waren gediegen und verrieten Talent und feines Verständnis, aber er fand für seine Geigen keinen Absatz, und so kam er, kränklich geworden, in die Zwangslage, sich darauf zu beschränken, Bestandteile und weiße Geigen für fremde Geigenmacher anzufertigen.
25Kreuzinger, Josef II. — Geb. 1871
26Sohn von Josef I Kr. Schon als 10jähriger Knabe erlernte er am Krankenbett seines Vaters das Anfertigen von Geigendecken und -Böden und trieb daneben eifrige Musikstudien. Mit 131/2 Jahren kam er zu Johann Placht in die Lehre. Als Gehilfe arbeitete er bei Schaller und dann als Heimarbeiter für die ersten Geigenmacher in Schönbach und Markneukirchen. Als tüchtiger Violinspieler diente er bei der Militärmusik und kam mit seinem Regiment nach Wien, wo er die Gelegenheit, sich als Geigenmacher weiter auszubilden, fleißig benutzte. Im Jahre 1896 begründete er in Schönbach sein eigenes Geschäft. Er machte seitdem wiederholt größere Studienreisen durch Deutschland, Österreich-Ungarn usw., sowohl um die alten Meisterwerke, als auch die Arbeiten der besten jetzt lebenden Geigenmacher kennenzulernen. Seine Streichinstrumente sind sorgfältig gearbeitet und tadellos im Holz und im Ton. Er verwendet Spiritus- und Öllack und besitzt von allen Ausstellungen, die er beschickte, Auszeichnungen. Er macht hauptsächlich Geigen und Violoncelli (und auch Geigenkörper) und schnitzt bei besseren Instrumenten die Schnecken selbst. Die Arbeiten, die er für Händler anfertigt, muß er (wie auch andere) ohne Zettel abliefern, da diese ihre Namen als Selbstverfertiger hineinkleben. Bessere Instrumente von ihm tragen jedoch neben der Angabe des Modells seinen Namen als Nachahmer. Seit 1907 ist er Vorsteher der etwa 800 Mitglieder zählenden Genossenschaft. Auch ist er ein guter Holzkenner.
28Kreuzinger, Wenzel I. — Schönbach. Geb. 1844, † ?
29Sohn von Franz Kr. Ein talentvoller Geigenmacher, der aber schon während seiner Militärdienstzeit starb.
31Kreuzinger, Wenzel II. — Schönbach. Geb. um 1868
32Er gehört einer anderen Linie der Familie Kr. an und ist noch als Geigenmacher tätig.
34Krichbaum (Kriechbaum), Johann Carl. — Prag, Wien. 1760. 1787
35Wohl aus Steiermark eingewandert. Nach 1772 kommt er in Prag nicht mehr vor. Er siedelte nach Wien über, wo er als »vorhin gewester Schutzverwanter« am 20. Juni 1778 den Bürgereid leistete und von 1779 bis 1787 in den Steuerbüchern vorkommt. Er wohnte dort als »Lauten- und Geigenmacher« im Schottenviertel, Altlerchenfeld Nr. 79, und war als kunstfertiger Mann geachtet. Seine Wiener Zettel haben den gleichen Wortlaut wie seine Prager, da er die gleichen benutzte und nur über »Prag(ae)« von nun an »Vienn(ae)« klebte. Er scheint übrigens auch in Wien nicht bis an sein Lebensende geblieben zu sein.
36Geigenzettel: Joannes Carolus Krichbaum / fecit Pragae 1760 (gedruckt) und Abb. 401 und 417.
Makers on this page
- Kreutzer, Johann Kaspar
- Kreuzinger, Anton I.
- Kreuzinger, Anton II.
- Kreuzinger, Franz
- Kreuzinger, Joseph I.
- Kreuzinger, Josef II.
- Kreuzinger, Wenzel I.
- Kreuzinger, Wenzel II.
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