Scan 279
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
48 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 275. See the scan on archive.org.
1Krieb(Kriel?).—Dannenberg (Hannover). 1850
2Wahrscheinlich ein Musiker, der an Geigen herumgeflickt hat.
4Krieg, Johannes. — Prag. 1731. 1758
5Er ahmte Stainer nach und verwendete einen dünnen, braunen Lack. In der Arbeit sind seine Geigen mehr denen von Joh. G. Thir ähnlich als denen der Prager Meister. Er ist übrigens hauptsächlich als Verfertiger von Violen bekannt. Auch eine Viola d’amore existiert noch von ihm. Eine Violine besaß die Allerheiligenkirche in Prag, zwei andere befinden sich in Wiener Privatbesitz.
6Geigenzettel: Johannes Krieg, Lauten- und / Geigenmacher in Prag. Ao 1758 (gedruckt).
8Krigge, Heinrich. — Danzig. 1756. 1758
9Er hieß vielleicht richtig Knigge1). Die von ihm bis jetzt bekannten Geigen, die gut gemacht sind und auch gut klingen, erinnern an das Magginimodell; sie sind aber breiter und haben statt der Einlage mit der Feder gezeichnete, doppelte Linien. Trotzdem werden sie als »echte Maggini« verkauft, was die Seltenheit des Vorkommens seiner Arbeiten erklärt.
11Kriner, August. — Mittenwald. 1740
12Klotzschule. Der Name wird von einzelnen Familienmitgliedern auch Krinner geschrieben, was vielleicht als das Richtigere gelten könnte, da die nach Mittenwald eingepfarrte Ortschaft, nach der sich die Familie nennt, Krinn (jetzt Krünn) heißt, früher allerdings auch oft nur Krin geschrieben. Unter den noch lebenden Nachkommen dieser Familie zeichnet sich Franz Paul Kr. als Stegschneider aus.
14Kriner, August. — Freising. 1869. † 1907
15Wenn auch zur Mittenwalder Familie gehörig, dürfte er doch aus Landshut stammen. Er verfügte über eine handwerksmäßige Geschicklichkeit und galt als sorgfältiger Meister, der alte Geigen gut wiederherstellte.
17Kriner, Augustin. — Mittenwald. 1730. † 12. März 1747
18Vielleicht mit August Kr. identisch. Er wird 1745 in Urkunden »plectropös et propola circumforaneus« genannt. Er war als Geigenmacher geschickt und unternahm weite Reisen. Auf einer solchen ertrank er in der Donau »zwischen Pesth und Ofen«.
20Kriner, Franz. — Landshut in Bayern. 1808. 1825
21Nach dem Landshuter Gewerbekataster von 1808 wurde dem Geigenmachergesellen Franz Kriner, der die Witwe Gertraud des Geigenmachers Berger heiratete, »die Geigenmacherei verliehen«. Er stammte aus Mittenwald und war vermutlich der Oheim seines Nachfolgers Lorenz Kriner; wahrscheinlich war er auch der Schwiegervater des Geigenmachers Schmid.
231) Bei dem Fehlen archivalischer Hilfsmittel für die Danziger Geigenmacher muß ich den Namen in der Form nehmen, wie Hill ihn mitteilt.
25Kriner, Georg. — Landshut. Johannesburg. München. Geb. 1874 zu Landshut
26Zweiter Sohn von Josef Kr., talentvoller Musiker, der das väterliche Geschäft 1899 übernahm, später aber nach Brasilien auswanderte. Sein Nachfolger ist Hermann Krauß. Bei Kriegsausbruch hatte er eine Werkstatt in Johannesburg (Südafri.), mußte aber alles im Stiche lassen und ist jetzt in Nymphenburg bei München ansässig.
28Kriner, Johann. — Mittenwald. 1858. 1883
29Ein tüchtiger Geigenmacher, dessen Hauptverdienst jedoch in seiner 25jährigen Tätigkeit als Lehrer an der Mittenwalder Geigenbauschule besteht, der er seit ihrer im Jahre 1858 erfolgten Gründung bis 1883 angehörte.
31Kriner, Josef I. — Mittenwald. 1737. 1795
32Klotzschule; großes, oft flaches Modell und brauner Lack.
33Geigenzettel: Abb. 425.
35Kriner, Josef II. — Mittenwald. 1820. 1850
36Da er hauptsächlich für die Mittenwalder großen Handelsfirmen arbeitete, die »gangbaren Modelle« nachahmte, ist er ohne Eigenart. Seine beste Zeit fällt in die Jahre 1820—1840.
37Geigenzettel: Joseph Kriner, Geigenmacher / in Mittenwald an der Iser. 1791.
39Kriner, Josef III. — Mittenwald. 1914
40Er gilt als besonders tüchtig in allen Wiederherstellungsarbeiten.
42Kriner, Joseph. — Landshut a. I. Geb. 9. März 1836 in Landshut
43Sohn von Lorenz Kriner; Schüler seines Vaters und von Georg Tiefenbrunner in München. Nachdem er bei Karl Echinger, Engleder und Padewet in München, bei Padewet in Karlsruhe und Bauer in Stuttgart gearbeitet, übernahm er im März 1864 das väterliche Geschäft. Er arbeitete nach Stradivari, Guarneri und Ruggeri usw., sowie nach eigenen Modellen, die sich auch durch ihre kunstvollen Einlagen auszeichnen, namentlich aber durch ausgiebigen und dabei milden Ton und leichte Ansprache. Die besseren Instrumente lackierte er mit Öllack, die billigeren mit Spirituslack. Auch gute Gitarren und Zitern verstand er zu bauen. Ein stiller und bescheidener Mann, der nur leider in den letzten Jahren seines Lebens kränklich war.
44Geigenzettel: Joseph Kriner / Geigenmacher und Reparateur / Landshut, Bayern (gedruckt).
46Kriner, Josef Alois. — Würzburg. Geb. 12. Mai 1865 zu Landshut a. I.
47Schüler seines Vaters Josef Kr., August Kriners in Freising und Suitners in Mittenwald. Nachdem er von 1885—1888 in Stuttgart bei Hamma, in Frankfurt a. O. usw. gearbeitet hatte, wurde er 1888 Fr. Wittstadts
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