Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 282

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

35 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 278. See the scan on archive.org.

1Lemböck. Hier arbeitete er zehn Jahre und zwei Monate. Damit schloß er seine Lehr- und Wanderjahre ab und eröffnete in Znaim im Jahre 1862 eine eigene Werkstätte, aus der viele sehr gute Geigen hervorgingen, die ganz in der Art von Lemböck gearbeitet sind und jetzt sehr geschätzt werden. Leider verwendete er oft einen dunklen Lack, der die Schönheit des Holzes sehr beeinträchtigt. Eine doppelt eingelegte Geige von ihm hat Lang in Znaim. Musikdirektor Fiby besitzt eine Violine von ihm, die er im Ton einer echten Amati gleichstellt. Joh. Künzls Neffe Anton Kreuzinger aus Schönbach kaufte 1904 das Geschäft. Die Firma lautet jetzt: Joh. Künzls Nachfolger Anton Kreuzinger.
2Geigenzettel: Abb. 456.
4Künzel, Josef, ist in Schönbach b. E. als Geigenmacher ansässig
6Kürschner, Georg. — Graz. Um 1840
7Ein Zithermacher, dessen Nachfolger Ludwig Tauber war.
9Küssel, Joseph. — Füssen. 1626. † 9. Nov. 1689 (?)
10Er wurde am 29. November 1626 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen und ist jedenfalls identisch mit dem 1689 verstorbenen Joseph Kißling, der den Beinamen »Chormaister« führte.
12Küttner, August. — Günthersleben. 1851
13Angeblich ein Schüler Arthmanns; er hat nur wenige und nur minderwertige Geigen gemacht.
15Kugler, Max. — München. Mitte des 19. Jahrhunderts
16Er soll der Sohn eines Paul Kugler sein, von dem Stecher in Salzburg eine Geige aus dem Jahre 1799 besitzt. Max K. hat sich mehr auf die Zithermacherei verlegt; Geigen von ihm sind daher sehr selten. Eine Philomela von ihm aus der Sammlung Snoeck befindet sich jetzt in der staatl. Sammlung in Berlin.
17Geigenzettel: Max Kugler / Bürgl. Saiten Instrumentenmacher / in München. (gedruckt).
19Kuhr (oder Stuhr?). — Hamburg. 1799
20Er wird im Hamburger Bürgerbuch am 15. Februar 1799 als »Instrumentenmacher« genannt.
22Kulhawy (Kullhavý), Anton. — Wien. 1800. 1830
23Am 4. Mai 1804 legte er als Geigenmacher den Bürgereid ab und wohnte Stadt Nr. 1008. In seiner ersten Zeit arbeitete er sehr roh, nahm gewöhnliches Holz und einen dunkelbraunen Lack. Mit den Jahren nahm er aber an Können zu, er ahmte dann ein schönes, sehr flaches Stradivarimodell nach und verarbeitete von da an ein schöngeflammtes Ahornholz, und ging zu einem blaßgelben, sehr durchsichtigen Lack über. Nur die Schnecke blieb etwas zu derb. Bei verschiedenen seiner Violinen und Violoncelli sind die Kanten der Schnecke sowie die Außenseite der Ränder in gleicher Weise eingelegt, wie Boden und Decke. Seine Geigen klingen gut, solche, die vor 1810 entstanden sind, schätzt man weniger, während seine gelblackierten Geigen ansehnliche Preise erreichen. Für ein schönes, gelbes Violoncello sind lange vor dem Kriege schon 600 Kr. bezahlt worden.
24Geigenzettel: Abb. 400.
26Kulik, Johannes. — Prag. Geb. 14. Jan. 1800 in Domašin, † 5. Mai 1872 in Prag
27Er war der Sohn eines Müllermeisters und der einzige Schüler von Schembera. Nachdem er seit 1820 bei Martin Stoß in Wien gearbeitet und sich in seiner Kunst vervollkommnet hatte, machte er sich 1824 in Prag selbständig und heiratete in erster Ehe Maria Anna Vyhnálek, in zweiter Ehe Maria Stásný. Er wohnte nacheinander in der Mišenská ul., der Lužická ul. und auf dem Kleinseitner Platz, bis er sich 1853 das kleine Haus Nr. 62 in der Palackého trída (Karolinenthal) kaufen konnte. Anfangs benutzte er die Modelle verschiedener italienischer Meister, 1850 erwarb er jedoch eine schöne Geige von Andreas Guarneri, die er von nun an fast ausschließlich kopierte. Seine Arbeit ist tadellos, das Holz gut und die Schnecke schöner als von den meisten anderen Prager Meistern geschnitten. Der Lack ist hübsch in der Farbe, meist goldbraun oder rot, wenn auch nur Spirituslack; der Ton ist freilich ein wenig scharf. Auch seine Violoncelli sind gewöhnlich hart ansprechend; er machte sie nach einem von dem Ingenieur Leopold Savoi berechneten neuen Modell, das durch kleines Patron und sehr hohe Zargen auffällt. Er verwendete verschiedene Zettel, in seinen letzten Jahren auch solche in böhmischer Sprache. Ein Violoncello von 1839 befindet sich in der fürstl. Lobkowitzschen Sammlung auf Schloß Raudnitz mit dem nebenstehenden Zettel. Ein anderes Violoncello von 1848 und eine Violine von 1856 besaß die Hl. Geistkirche in Prag, sieben Geigen und eine Viola das Prager Konservatorium, eine Geige von 1851 Dr. Smoler in Olmütz.
28Geigenzettel: Joannes Kulik fecit Pragae 1839, / in ventione constructioneque / Leop. Savoi (gedruckt). — Genau nach Antonius Stradivarius gemacht von / Johann Kulik / Prag 1852 (gedruckt). — Jan Kulik / Zhotovil 1860. (gedruckt). — Genau nach Andreas Guarnerius Alumnus / Nicolai Amati, gemacht von Johann Kulik / in Prag 1853 No 22 (gedruckt). — Inventione constructioneque Leop. Savoi / Joannes Kulik fecit Pragae 1834 (gedruckt) und Abb. 404.
30Kunzmann, J., ein Saiteninstrumentenmacher (Zithern und Gitarren usw.), der in München seit 1875 ansässig ist
32Kursch, Carl David. — Berlin. 1808
33In einer sauber gearbeiteten, an Thielemann erinnernden Gitarre fanden sich zwei Zettel, ein geschriebener und ein gedruckter.
34Geigenzettel: Nr. 413. / Carl David / Kursch / Berlin 1808 (geschrieben). — Verfertigt / von / «C. D. Kursch» / in Berlin / Schützenstraße Nr. 4. (gedruckt Kupferstich).

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