Scan 295
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Künstler und zu wenig Kaufmann, so daß er, da er auch noch andauernd krank war, fortwährend ein sorgenvolles Dasein hatte. Im Jahre 1873 kehrte er nach seiner Vaterstadt zurück, um dort bei seinem Bruder Wilhelm zu arbeiten. 1877 finden wir ihn wieder in Danzig, wo er nun bis an sein Lebensende verblieb.
3Lejeune, Benoît. — Lyon. 1557
4Er wird ausdrücklich als »faiseur de luths« bezeichnet. (Vgl. Coutagne, Duiffoprugcar).
6Le Jeune, François. — Ypern (Belgien). 1706
7Nach einer Urkunde im Königl. Archiv in Brüssel war er »faiseur de Violons«. Arbeiten von ihm scheinen jedoch nicht erhalten zu sein.
9Le Jeune, François. — Paris. 1755. 1789
10Er war geschworener Zunftmeister für 1765 und wohnte in der Rue de la Juiverie. Er wird dort noch 1789 aufgeführt. Sein Ladenschild lautete: »à la Harpe Royale«. Arbeiten von ihm besitzt das Museum des Konservatoriums in Paris, eine Pochette die Sammlung Savoye. Er war recht geschickt, aber in keiner Weise hervorragend; sein Lack ist nicht schlecht und seine Violine haben durch das Alter sehr gewonnen. Er hat auch hübsche Taschengeigen, Gitarren und selbst Harfen gemacht. Statt der Schnecke brachte er manchmal zierlich geschnitzte Frauenköpfe am Wirbelkasten an.
11Geigenzettel: Abb. 459, 488.
13Le Jeune, Jean-Baptiste. — Paris. 1775. 1819
14Vielleicht ein Sohn von François L. J. Er machte wie dieser Geigen und Harfen und wohnte Rue Montmartre au passage Charot.
16Le Jeune, Jean-Charles. — Paris. 1776. 1822
17Er begründete 1776 sein Geschäft, wohnte bis 1783 in der Rue du Four St. Germain und hatte das Ladenschild »Au Dieu de l’Harmonie«. Er machte zwar Violinen und gute Kontrabässe, war aber mehr Händler und Reparateur. Sein Nachfolger war sein Neffe Guill. Martin.
19Le Jeune, Louis. — Paris. 1783. 1789
20Wahrscheinlich der ältere Sohn und Mitarbeiter von François L. J. Er wohnte Rue de la Juiverie, war aber als Geigenmacher ziemlich unbedeutend.
22Le Jeune (ainé). — Paris. 1819
23Mittelmäßiger Geigen- und Gitarrenmacher.
24Geigenzettel: Le Jeune luthier, cour du commerce / n° 19 faubg St. Germain, Paris (gedruckt).
26Le Jeune (fils). — Paris. 1830
27Schüler seines Vaters und nicht besser als dieser. Er wohnte Passage du Saumon.
29Le Jeune. — Paris. 1836. 1846
30Er wohnte Rue Boucherat Nr. 13 und machte, wie fast alle seine Namensvettern, nur mittelmäßige Instrumente.
32Le Jeune. — Paris. 1840
33Er wohnte Rue du Marché Palu. Ein Le Jeune wohnte als »Luthier« bereits im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in der gleichen Straße.
35Le Jeune. — Paris. † um 1870
36Der Letzte aus der Familie Le Jeune, von der kein einziges Mitglied sich über die Mittelmäßigkeit erhoben hat. Er wohnte Rue Claude au Marais.
38Lelièvre (Le Lièvre) J. C. Pierre. — Paris. 1731. 1765
39Wahrscheinlich aus Mirecourt und ein Schüler von Grosset, den er nachahmte. Er wohnte in der Rue des Noniandières und war als Geigenmacher nicht hervorragend; weder sein an deutsche Vorbilder erinnerndes Modell noch sein gelber Lack sind sonderlich ansprechend; dagegen waren seine Sackpfeifen berühmt.
40Geigenzettel: Le Lièvre, rue des / Noniandières (sic) / à Paris 1754 (gedruckt).
42Leloir, Louis. — Paris. 1714 (?)
43Mir ist nur die Abschrift eines schlecht leserlichen Zettels mit diesem sonst nicht nachweisbaren Namen bekannt geworden.
45Leman, Anatol Ivanovitsch. — St. Petersburg, Strelna. Geb. 1. Juni 1859 in Moskau, † 11. Sept. 1913
46Als Sohn eines in Rußland hochgeschätzten Arztes und großen Musikfreundes, der auch als Komponist aufgetreten ist, und einer hervorragenden Pianistin, erhielt er schon in frühester Jugend eine sorgfältige musikalische Erziehung, mußte aber trotzdem gegen seinen Willen in das Kais. Kadettenkorps eintreten. Er wurde zunächst Ingenieur-Offizier und wendete sich dann der Zahnheilkunde zu. Immer aber beschäftigte er sich mit dem Geigenbau, dem er sich zuletzt ausschließlich widmete. Seine erste Geige baute er bereits als achtjähriger Knabe, doch erwähnte er das Geigenmachen erst dann als Beruf, als er durch sorgfältiges Studium und unablässige Übung eine wirkliche Meisterschaft erlangt hatte, wobei ihm Salzard und Arnould, Otto und Arkhusen an die Hand gingen. Dann bereiste er Italien, Frankreich und Deutschland usw., überall seine Kenntnisse als Geigenmacher in den ersten Werkstätten bereichernd. Er veröffentlichte eine ganze Reihe von Büchern über die Geige, sammelte über 4500 Modelle und hat zahlreiche Lackrezepte eigener Zusammenstellung aufgeschrieben. Vor Leman wurden in Rußland nur vereinzelt neue Geigen gebaut. Sein Streben fand in Rußland große Anerkennung, man hat ihn dort überschwenglich den »Messias der Violine« genannt, und er selbst war von der Richtigkeit der von ihm aufgestellten technischen und akustischen Gesetze so überzeugt, daß er behauptete: »Wenn Stradivari noch lebte, würde ich sein Lehrmeister sein.« Seinen Geigen werden sowohl in der Arbeit, im Aussehen und im Ton große Vorzüge nachgerühmt, und er erzielte manchmal geradezu fabelhafte Preise. Er hat ohne jede Beihilfe mehr als 200 Violinen, 8 Violoncelli und 4 Violen gebaut. Auch seine Bogen werden gelobt.
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