Scan 296
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Er war zweifellos ein vielseitig begabter Mann von großem Arbeitseifer, fleißiger Fachschriftsteller, Philosoph und selbst Anhänger des Okkultismus.
3Geigenzettel: Анатолій Леманъ / Мессія Скрипки. С.-Петербургъ, 1909. (gedruckt). — »Dea« — Anatole le Léman / Messie du Violon. / St. Pétersbourg, 1909 (gedruckt) und Abb. 482.
5Leman, Marc Anatolewitsch. — St. Petersburg. Geb. 1893
6Zweiter Sohn von Anatol L. Er studierte wie sein Vater Ingenieurwissenschaften, war gleichzeitig Schüler seines Vaters als Geigenmacher und wurde 1913 dessen Nachfolger.
8Lemarquis, Jean-Baptiste. — Mirecourt.
9† 14. Okt. 1775
10Eine am 1. Juli 1909 in Köln bei K. A. Stauff & Co. versteigerte Violine trug seinen Namen.
12Lemböck, Gabriel. — Wien. Geb. 16. Okt. 1814 in Ofen (Budapest), † 27. März 1892 in Wien
13Nach seiner eigenen Angabe war er ein Schüler von Peter Teufelsdorfer und kam als Gehilfe zu Anton Fischer in Wien, dessen Schwiegersohn und Nachfolger er wurde. Im Jahre 1840 eröffnete er im Hause zum weißen Engel auf der Mariahilferstraße (jetzt Nr. 26) seine eigene Werkstatt, die er nach dem Tode von Bernhard Stoß in dessen Geschäftsräume in der Grünangergasse verlegte. Als die Gesellschaft der Musikfreunde ihr neues prächtiges Haus in der Canovagasse erbaut hatte, zog er dorthin, da er mittlerweile Lieferant des von der Gesellschaft begründeten Konzervatoriums geworden war. Er gehört zu den Geigenmachern, die mit Recht als Künstler betrachtet werden, und war ebenso geschickt, neue Geigen zu bauen, wie alte auszubessern. Er arbeitete nach verschiedenen Modellen, am besten gelungen sind seine Kopien von Paganinis »Kanone«, die er durch den berühmten Geiger selbst kennenernte, der sie ihm brachte, um ein neues Griffbrett darauf machen zu lassen. Lemböck machte jahrelang seine neuen Geigen nach diesem Vorbild und versah sie mit Zetteln, die ausdrücklich auf dieses hinwiesen. Außer nach Guarneri arbeitete er unter anderem auch nach Maggini (mit doppelten Einlagen) usw. Er kopierte dabei auch gerne den Wortlaut des Zettels seines jeweiligen Originals, brachte aber dann sowohl beim Knopfe des Saitenhalters als auch auf dem Plättchen am Halsansatz seine Brandmarke G. L. an. Der Ton seiner Geigen ist immer gut, sein Lack ist gelb bis rotbraun und durchsichtig, aber etwas glasig. Er machte auch allerlei interessante Versuche (Verlängerung des Baßbalkens, Geigendecken aus Zedernholz usw.), die sich aber nicht bewährten. Seine berühmteste Geige ist wohl die, die seinerzeit Josef Hellmesberger spielte und die jetzt der k. k. Hofmusiker Josef Klein besitzt. Seine Violoncelli baute er nach Stradivari, doch hat er nur wenige gemacht. Seine Violinen werden gerne gekauft, wenn sie aus der Zeit vor 1875 stammen. Nach 1875 sind die Geigen Lemböcks hauptsächlich Arbeiten seiner Schüler und werden dann geringer bewertet. Als Reparateur war er ebenso gewissenhaft als geschickt, nur macht man ihm den Vorwurf, daß er manche alte Geige, deren Lack ihm nicht gefiel, durch Überlasieren »verbösert« habe. Er verwendete sehr viele, verschiedenartige Zettel und eine Brandmarke. Von allen Weltausstellungen usw. besaß er Medaillen, war Hofgeigenmacher, beeideter Schätzmeister usw. und stand in hohem Ansehen. Sein Nachfolger ist Haudek.
15Geigenzettel: Gabrielis Lemböck / Vienna Anno 1846¹) (gedruckt) und Abb. 510 und 511.
17L’Empereur s. Treyer
18Lengenwalder s. Langenwalder
19Lenhart, Jos. Rudolf. — Leitmeritz. Geb. in Leitmeritz 1862
20Schüler von Andreas Heinrich in Schönbach. Nach einer Studien- und Wanderzeit, die sich von 1877 bis 1895 erstreckte, machte er sich in seiner Vaterstadt selbständig und brachte es bald zu Ansehen, wanderte aber nach 1902 nach Amerika aus. Er arbeitete nach allen großen italienischen Meistern, auch nach Stainer und besonders nach G. da Salò. Er benutzte bei den billigeren Geigen einen selbstbereiteten Spirituslack von goldgelber bis kastanienbrauner Farbe, bei den teureren einen goldgelben Öllack eigener Zusammensetzung, imprägnierte das Holz gegen Wurmfraß und gab den Geigen auch im Innern einen Grundlack. Er erhielt auf Ausstellungen goldene Medaillen. Außer Geigen machte er auch gute Zithern. Seine Geigen sind recht gute Orchesterinstrumente.
22Geigenzettel: Jos. Rudolf Lenhart / Geigen- und Zitherbauer / Leitmeritz Anno 1901 (gedruckt). Abb. 403.
24Lenk, Anton. — Schönbach b. E. 1880. † 1891
25Arbeitete hauptsächlich für Händler.
27Lenk, Josef. — Schönbach b. E. 1911
28Sohn, Schüler und Nachfolger von Vincenz L., dem er an Geschicklichkeit vollkommen gleichkommt.
30Lenk, Vincenz. — Schönbach b. E. 1850. † 20. Febr. 1911
31Ein sehr tüchtiger Geigenmacher, der seine Kunst von Grund auf erlernt hatte und deshalb in Schönbach in hohem Ansehen stand. Er verlegte sich jedoch frühzeitig schon darauf, nur Geigenbestandteile und unlackierte Geigen zu machen.
33Lenk, Wenzel. — Frankfurt a. M. Geb. 1840 in Schönbach b. E., † um 1889
34Schüler von Kessler in Markneukirchen, arbeitete fünf Jahre lang in Berlin, dann bei Liebich in Breslau, ferner in Wien, Budapest und München und ließ sich zuletzt in Frankfurt nieder, wo er 1881 eine silberne Medaille erhielt. Er arbeitete nach Stradivari.
36Geigenzettel: W. Lenk, / Geigenmacher / Frankfurt a. Main, 1881 (gedruckt).
38¹) Es gibt auch Zettel mit Medaillenabbildungen.
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