Scan 31
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Nr. 197 wohnt. Er baut nach allen Modellen, auch nach englischen, seine Violinen hauptsächlich nach der »Messias« von Stradivari. Für seine Violoncelli zieht er ein großes Patron vor und verwendet einen schönen, kastanienbraunen Öllack. Der Ton seiner Geigen ist edel und gleichmäßig in allen Lagen und seine Arbeit vorzüglich, er besaß 1900 bereits mehr als 10 Medaillen usw. Bekannt sind seine von Prof. Wagner in Lissabon veranlaßten Versuche, Geigen ganz aus dem brasili- nischen Murtaholz zu bauen. Jetzt arbeiten auch seine Söhne bei ihm.
2Geigenzettel: Paul Bailly luthier à Mirecourt, Vosges / Elève de J. B. Vuillaume de Paris / Luthier de l’academie de musique de Douai (gedruckt) und Abb. 52.
4Baines. — London. 1780
5Man weiß von ihm nur wenig mehr, als daß er ein Schüler von Matthew Furber war.
7Bairhoff, Giorgio. — Neapel. 1757. 1786
8Da der seltene Name Bairhoff in Füssen vorkommt, darf man annehmen, daß auch er aus Füssen stammte und einer der vielen Deutschen war, die als Gehilfen bei den Gaglianos und anderen gearbeitet haben und schließlich in Italien seßhaft geworden sind. Seine Arbeit erinnert an G. u. N. Gagliano, er benutzte ein schönes, breites, flaches, manchmal mittelgroßes Modell. Seine Geigen sind dick im Holz, haben eine wenig elegante Schnecke, aber meist großen Ton und sind zumindest sehr gute Orchesterinstrumente. (Barthoff statt Bairhoff zu lesen ist falsch.)
9Geigenzettel: Giorgio Bairhoff Fecit / Napoli 1757 (Initialen im Kreis) (gedruckt) und Brandmarke Nr. 24.
11Baisch, Samuel. — Stuttgart. 1572. † 1593
12Ein Geistlicher, der früher Pfarrer in Gundringen und Altburg war und wahrscheinlich in Füssen in die Geheimnisse der Lautenmacherei eingeweiht wurde. Er kam 1572 nach Stuttgart und wurde bald darauf in der Hofkapelle als Musiker und Instrumentenmacher ange- stellt, wo er nach Thanners Tod auch eine Zeitlang die Musikinstrumentenwerkstatt leitete. Noch im Jahre 1585 kaufte er von dem Füssener Lautenmacher Matthias Stehelin, der damals in Hausen a. d. Fils lebte, allerlei Werkzeuge, obwohl er schon 1582 zu seinem geistlichen Berufe zurückgekehrt und Pfarrer in Both- nang geworden war. Im Jahre 1592 wurde er als mark- gräflich badischer Pfarrer nach Bohlingen berufen, wo er schon ein Jahr darauf starb.
14Bajoni, Luigi. — Mailand. 1838. † nach 1878
15Obwohl er sich bestrebte, an die Traditionen seiner heimischen Schule anzuknüpfen, fehlte ihm doch die rechte Begabung, um sich aus seinem Handwerk zur Kunst zu erheben.
17Baker, E. L. — New London (Conn.) 1849
18Amerikanischer Geigenmacher und Händler.
20Baker, Francis. — London. 1696
21Vielleicht ein Bruder des Oxforders Meisters und diesem in seiner Arbeit ebenbürtig. Eine vorzügliche Baßviola, die aus dem Besitze des Cellisten Tolbecque stammt, bewahrt das Konservatorium in Brüssel.
22Geigenzettel: Francis Baker in Pauls church / Yard / 1696 London (gedruckt).
24Baker, John. — Oxford. 1688. 1720
25Die Violenbauer des 17. Jahrhunderts in England standen im höchsten Ansehen bei allen Musikern und wurden damals von vielen den Italienern vorgezogen. Zu den englischen Meistern, die diese hohe Wert- schätzung durch ihre Arbeit rechtfertigen, gehört auch John Baker, von dem nur vortreffliche Violen und Gamben bekannt sind. Sein Lack ist von hellgelber Farbe. Eine schöne Viola da Gamba von ihm war 1872 im South Kens. Mus. ausgestellt.
26Geigenzettel: John Baker / Oxon / 1688 (gedruckt).
28Baker (Bakker), William. — Oxford. 1673. 1683
29Das Selhofsche Auktionsverzeichnis (Hag 1759) nennt eine Gamba von ihm. Es liegt nahe, diesen William für den Vater von John und vielleicht auch von Francis zu halten. Eine Violine und eine Viola besitzt T. W. Tap- house.
31Baker. — Brighton. 1820. 1830
32Von ihm weiß ich nur, daß er u. a. einige sehr gute Bässe gebaut hat.
34Balcanini
35Eine Geige mit diesem sonst unbekannten Namen, kleines Amati-Modell, boten G. Withers & Sons vor dem Kriege um 15 £ an.
37Baldantoni, Giuseppe. — Ancona. Geb. 19. März 1784, † 5. Jan. 1873
38Einer Familie von Mechanikern entstammend, erlernte er in seiner Jugend bei dem als Lehrer geschätzten Geiger Nappi das Violinspiel. Nappi führte kleinere Reparaturen an Geigen selbst aus und leitete auch seine Schüler darin an, was Baldantoni veranlaßte, selbst zu versuchen, eine Geige zu bauen. Wenn diese im Äußern auch wohlgelungen aussah, so war sie doch in allen Maßen usw. verfehlt, und erst, als ihm Bagatellas Schrift in die Hand fiel, kam er dazu, den Geigenbau ernsthafter zu studieren. Er tat dies von nun an mit Eifer und war nach jahrelangen Bemühungen wirklich imstande, Geigen von schöner Form und gutem, weichem Klang her- zustellen, wobei er ein großes Stradivari-Modell bevor- zugte, nur die F-Löcher lassen oft den rechten Schwung vermissen. Er hat an 200 neue Violinen, Violen, Violon- celli und Bässe gebaut, obwohl er auch als Mechaniker vielbeschäftigt war. 1869 erhielt er eine goldene Me- daille für seine Erfindung einer sehr zweckmäßigen Mechanik für Trommeln, auch die von ihm verfertigten Stimmgabeln waren geschätzt. Seine Geigen sind sauber durchgearbeitet, haben flache Wölbung und braungelben Lack. Merkwürdigerweise werden seine Geigen oder solche, die man ihm nur zuschreibt, von Händlern u. dgl. gern bis in die Mitte des 18. Jahr- hunderts zurückdatiert. Sein Sohn Benjamin ist ein be- kannter Geigenvirtuose.
39Geigenzettel: Joseph Baldantoni Anconae / fecit Anno 1734 (gedruckt). — Josephus Baldantonus / Anconiae fecit Anno 1839 (gedruckt).
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