Scan 32
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Balestrieri, Pietro. — Cremona. 1735
2Er nennt sich einen Schüler Stradivaris und war ein Bruder von Tommaso B., dem er jedoch in keiner Beziehung gleichsteht, trotzdem kommt gerade sein Name in freilich oft sehr verstümmelter Schreibweise in unechten Instrumenten vor.
3Geigenzettel: Petrus Balestrieri alumnus Antonii / Stradivarii fecit Cremonae anno 17 .. (gedruckt). — Pietro Balestrieri / fece in Cremona 17 .. (gedruckt).
5Balestrieri, Tommaso. — Mantua. 1720. 1788
6Seiner Angabe nach stammt er aus Cremona und ist ein Meister, über den die Meinungen merkwürdig auseinandergehen. Während ihn die einen nur als geschickten Dilettanten ansehen, machen andere auf Grund einiger seiner Geigen ihn zu dem einzigen Schüler des Pietro Guarneri, und wieder andere, wie De Piccolellis und Vidal, weisen ihn der Schule Stradivaris zu. Das letztere hat insofern Berechtigung, als Balestrieri tatsächlich an die letzten Arbeiten des großen Cremonesers anzuknüpfen scheint. Sein Modell ist groß und schön, die Wölbung schwungvoll, die Arbeit nicht sehr gleichmäßig, sein Lack ist von gelblichroter oder orangegelber Farbe; man kann übrigens zwei bestimmte Lackarten bei ihm unterscheiden, von denen die eine an Guadagnini erinnert. Seine Geigen haben zweifellos durch das Alter sehr an Tonschönheit zugenommen, so daß es sich erklärt, daß sie jetzt wesentlich höher geschätzt werden als früher. Besonders sind seine Violoncelli gesucht. Es wurde bisher behauptet, daß er erst von 1757 an in Mantua nachweisbar sein und vorher in Cremona gelebt haben soll, mir sind jedoch nur Zettel aus Mantua bekannt geworden und darunter verschiedene mit früheren Jahreszahlen. So besitzt auch Dr. Bornemann in Eisenach eine schöne, gelblichrote Violine (35,5 cm Korpuslänge) mit dem geschriebenen Zettel: Tomaso Balestrieri / fece in Mantova 1735. Eine trefflich klingende Violine von ihm befindet sich auch in der Sammlung Th. Hämmerle in Wien. Er verwendete verschiedene Zettel, darunter auch einen mit verziertem Rand, auf welchem der Text dreizeilig erscheint.
7Geigenzettel: Abb. 53.
9Ball s. Firth & Ball
10Ballantine, Robert. — Edinburgh, dann Glasgow. 1850. 1856
11Man weiß nur, daß er 1856 nach Glasgow übersiedelte, wo er in den sechziger Jahren gestorben sein soll. Er scheint hauptsächlich Händler gewesen zu sein (bei Honeyman wird er nicht erwähnt).
13Ballarini, Santo. — Rimini, Terni, Rom. 1740. 1781
14Da seine Arbeiten denen Gisalbertis sehr ähnlich sehen, macht Horace Petherik es sehr wahrscheinlich, daß dieser selbst die Violinen mit diesem Namen angefertigt habe. Dagegen spricht nur der Umstand, daß auch aus Rom datierte Arbeiten mit dem gleichen Namen vorkommen, die Jahreszahlen bis 1781 aufweisen, und daß der Familienname Ballarini (auch Bal- larino) heute noch in Italien vorkommt. Im Jahre 1740 hielt er sich auf einer Reise in Terni auf, wie der bei De Wit veröffentlichte Zettel erzählt.
15Geigenzettel: Fatto da me Santo Ballarini / per passagio in Terni / Nel Anno 1740 (geschrieben). — Sanct Ballarini / fece in Roma 1780 (geschrieben).
17Ballerini, Pietro. — Florenz. 1900
18Nachfolger von Castellani & Figlio, Streichinstrumenten- und Saitenfabrik der Gegenwart.
20Ballini, Paolo. — Brescia. 1857
21Seine Geigen sind handwerksmäßig ausgeführt und ahmen in oberflächlicher Weise Stradivari und Guarneri nach.
23Baltensperger, Emil. — Chur. Geb. 1859 in Zürich (Schwamendingen)
24Sohn eines Malermeisters, bei dem er nach dem Besuch der Stadtschule in Chur in die Lehre trat. Zu seiner weiteren Ausbildung ging er 1880 nach München und übernahm 1881 das väterliche Geschäft. Um 1900 begann er autodidaktisch den Geigenbau zu erlernen und brachte es darin zu bemerkenswerter Fertigkeit. Von 1901—1908 hatte er 86 Violinen, 6 Violoncelli und 3 Violen gemacht, hat aber seit Kriegsbeginn den Geigenbau wieder aufgegeben. Er arbeitete nach eigenen Grundsätzen und bestimmte die Dicke von Decke und Boden je nach dem Holz und dem Modell, so daß er abwechselnd die Brust oder die Ränder dicker machte, wobei er manchmal bis zur Stärke von 8 mm ging. Bei der Lackierung kam ihm seine Erfahrung als Maler sehr zustatten; sein Lack ist schön, von hellrötlicher Goldfarbe. Kreisler in London, Steffy Geier in Budapest u. a. besitzen Geigen von ihm.
26Baluff, Erhard, arbeitete im 19. Jahrhundert in Chicago
28Banks, Benjamin (I). — Salisbury. Geb. 14. Juli 1727, † 18. Febr. 1795
29Sohn von George und Barbary B., Schüler von Wamsley. Einer der besten englischen Meister und wohl der erste, der das bis dahin in England bevorzugte Stainermodell aufgab und Amati und die Cremoneser zum Vorbild nahm. In der Arbeit ist er tadellos; sein Lack, von schöner Durchsichtigkeit, zeigt bei seinen besten Werken braungelbe, ins Rötliche spielende Farbe, bei gewöhnlichen Arbeiten ist er schwärzlich-dunkelrot. Er baute sowohl Violinen als Violen und Violoncelli, namentlich die letzteren sind wertvoll, wobei die mit breitem Modell vorzuziehen sind. Bässe hat er nur sehr selten gebaut, diese sind wie alle seine Arbeiten sehr gut. Zu verschiedenen Zeiten baute er auch nachweislich Geigen für die Verlegerfirma Longman & Broderip. Außer seinem Zettel verwendete er auch einen Brandstempel mit B. B. Eine englische Zister (1750) besitzt Mrs. Dean, eine andere A. F. Hill. Andere Arbeiten befinden sich in englischem Privatbesitz.
30Geigenzettel: Benjamin Banks / fecit / Salisbury (gedruckt) und Abb. 75, Brandmarke Nr. 9.
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