Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 317

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

26 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 313. See the scan on archive.org.

1Maldoner, Michael. — Oedenburg (Ungarn).
2Um 1750
3Wahrscheinlich aus Füssen eingewandert. Er war nur ein mittelmäßiger Geigenmacher, arbeitete nach Stainer und verwendete einen dunkelroten Lack. Eine Geige von ihm befindet sich in der Sammlung von Pater Haas in Herzogenburg.
4Geigenzettel: Abb. 525.
6Maldura, G. B., lebt als Gitarren- und Mandolinenmacher in Rom
7Maler (Maller, Mahler), Laux (Lucas). — Bologna. 1500. 1528
8Der Stradivari der Laute. Er verbesserte die Form der Laute, indem er ihren Körper länglich, flach und breitspänig anlegte und dem Instrument so die dann klassisch gewordene Gestalt gab. Über sein Leben ist wenig bekannt. Meist wurde er um hundert Jahre zu früh angesetzt, was schon Baron tat, trotzdem ihm sein Modell zu modern erscheint. Daß Laux Maler ein Deutscher war, ist zweifellos; seit wann er in Bologna lebte, läßt sich nicht feststellen; aber daß er um 1523 dort noch tätig und weit berühmt war, beweist die folgende Stelle aus einem Briefe des Markgrafen Friedrich von Mantua an Don Ercole Gonzaga: — Essendo noi uenuto in desiderio di hauere uno lyuto fatto per mano di Mro. Luca Malher, ch’è li in Bologna pregamo V. S. che voglia esser contenta dare carico ad uno dè suoi seruitori di cercar esso Mro. Luca et uedere se l’hauese cosa che fosse a nostro proposito et il pretio che ne dimanda aduertendo che noi uoressimo uno lyuto mezano cioè che non fosse grande ne anche piccolo et bono in excellentia . . . Mantue XIX Martii MDXXIII. (Original im Archiv Gonzaga zu Mantua. — Abgedruckt in Bertolottis La Musica in Mantova, S. 34). Der berühmte französische Lautenspieler J. Gaultier schreibt 1648 an C. Huygens: »Je vous dirai, que tous les luths de bologne à 9 cottes sont de Laux Maler, qui est mort il y a six vingt Ans«. Das Todesjahr wäre also 1528, was nicht unwahrscheinlich erscheint. Ausführlich wird Laux Maler auch in Maces »Musicks Monument« (London 1676) erwähnt. Baron schreibt von ihm: »Lucas Mahler oder, wie er sich geschrieben, Laux Maler ist ohne Zweifel einer von denen ältesten und besten Meistern, die dergleichen Instrumenta verfertiget. Er lebte Anno 1415 und wie man davor hält, nebst dem Hans Frey in Bologna. Nur ist dieses zu verwundern, daß sie schon nach jetziger façon, nemlich die Corpora länglicht flach und breitspänicht gearbeitet haben, und werden, in soferne kein Betrug dahinter steckt und sie originnal (oder wie der terminus technicus heist oriental) befunden, man sie vor allen anderen æstimirt. Man bezahlt sie sehr hoch, weil sie rar und von einem vortrefflichen Thon seyn, ob schon zu wünschen wäre, daß man denen Künstlern, die was rechts verfertigen könnten, auch bey ihren Lebzeiten was zukommen liesse, was ihnen und ihren Familien zu statten käme, wie solches ihnen nach ihrem Tode nur zu einer Ehre ohne Nutzen gereicht«. — Aus Raymund Fuggers Musikkammer zählt das erhaltene Verzeichnis unter Nr. 79 »Eine alte gute Lauten von Laux Müller« auf; es war dies jedenfalls ein Werk unseres Meisters. Eine Theorbe von 1515 von ihm besitzt das Schlesische Museum für Kunstgewerbe und Altertümer; ferner befinden sich zwei Lauten von ihm in der Fürstl. Lobkowitzschen Sammlung auf Schloß Roudnic. Hier ist der Name einmal »Laux Malo« geschrieben. Auch im South Kensington Museum war eine Laute von ihm ausgestellt. Eine breitgebaute elfspänige Altlaute befindet sich in der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums in Wien (C. 32).
9Geigenzettel: Abb. 518.
11Maler (Maller), Sigismondo, gen. Il Tedesco. — Bologna und Venedig. 1460. 1526
12Ein trefflicher und berühmter Lautenmacher aus Deutschland. Wahrscheinlich ein Bruder oder gar der Vater des gleichberühmten Laux M., dem er an Geschicklichkeit sehr nahekam. In Urkunden wird er »Il magnifico Sigismundo Maler Thedescho« genannt¹). Schon zu seiner Zeit wurde auf den Lack großer Wert gelegt, und gerade er muß ein Meister in der Kunst des Lackierens gewesen sein, denn Herzog Alfonso I. von Ferrara beauftragte seinen Gesandten Tibaldi in Venedig zu erfragen, wie Sigismondo M. den Lack bereite und auftrage²). In dem aus dem Jahre 1566 stammenden Verzeichnis der Raymund Fuggerschen Musikkammer (abgedruckt bei Stockbauer) heißt es: »Nr. 46. Eine alte Lauten von Sig. Maler. — Nr. 62. Eine alte Lauten von Sig. Maler. — Nr. 77. Eine Bass-Alt von Sig. Maler«. Da er in dieser Sammlung, die nur das Beste, was es damals gab, enthielt, so reich vertreten ist, kann man leicht auf die Wertschätzung schließen, deren sich seine Arbeiten erfreuten. Valdrighi führt (Nr. 3980) einen »Simeone Malta« in Venedig 1499 auf. Es ist dies wohl eine Verwechslung mit Sigismund Maler.
14Maline, François-Alexis. — Mirecourt. Geb. um 1822
15Gewöhnliche Mirecourter Arbeit. Er datierte seine Geigen (mit einem Brandstempel) aus Paris. Dasselbe tun seine Söhne. — Nicht zu verwechseln mit dem trefflichen Bogenmacher Maline, dessen Brandstempel sich auf älteren Bögen von vorzüglicher Ausführung und oft auch prächtiger Ausstattung (Gold- und Silberfrosch, Schildpatteinlagen usw.) findet.
16Brandstempel: Maline fils / a Paris. — Maline / à Paris.
18Mallach, Fritz. — Kaiserslautern. 1906
19Fr. Pfaffs Nachfolger. Er war auf der Nürnberger Ausstellung 1906 mit Geigen und Trompeten vertreten.
21Mallas, Alexander. — Leith. Geb. 1826 in Catend, † 1891 in Leith
22Er war gelernter Mühlenbauer und zuletzt Verwalter der Holzabteilung des Umpherston-Werks in Leith.
24¹) Staatsarchiv in Modena.
25²) Jacopo Tibaldi an den Herzog von Ferrara am 20. Genn. 1526 . . . »Il magnifico Sigismundo Maler Thedescho m’ha promesso far Luni proximo havere in scripto come se fa la vernice et come l’adopri nelle sue liuti, secondo l’Extia. V.tra me scrive desiderare d’avere.«

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