Scan 330
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Médard, Jean. — Nancy. 1620
2Wahrscheinlich ein Sohn von Claude II M. Es sollen Instrumente von ihm vorkommen, die den Arbeiten des Nicol. Médard ähnlich sind. Vielleicht ist er identisch mit Baptiste Médard, der als Pate der am 28. Jan. 1628 geborenen Tochter Anna des Nicolas II M. genannt wird.
4Médard, Nicolas II1). — Nancy, Paris. 1620. 1641
5Zweiter Sohn von Claude II M., »façonneur de violons«, vermahlt mit Barbe Bain. Er war 1620 Trauzeuge bei seinem Bruder Henri M. 1622 heißt er »faiseur d'instruments«, 1625 und 1626 »violon de Son Altesse« und 1630 nur »violon«. Nach 1635 dürfte er nach Paris ausgewandert sein. Er hatte einen 1626 geborenen Sohn Dominique, den A. Jacquot für den Vater jenes Jean-Dominique M. halten möchte, der in Mirecourt einen Sohn Nicolas hatte.
6Geigenzettel: Abb. 546.
8Médard, Nicolas III. — Nancy. Getauft 28. Jan. 1628, lebte noch 1672/73 in (der Altstadt) Nancy
9Sohn von Henri I M. Sein Beruf steht nicht fest, es ist aber wahrscheinlich, daß er das väterliche Gewerbe fortsetzte, denn nur so ließe sich der lange Zeitraum, in dem mit Nic. Médard bezeichnete Instrumente vorkommen, erklären. Es muß aber noch einen vierten Nicolas M. gegeben haben, und erst auf diesen könnte die Sage, daß er bei Stradivari gelernt hat, passen, obwohl Arbeiten nicht dafür sprechen. Eine sechssaitige Viola von 1701 von Nic. Médard, eingelegt mit Lilien und einem Frauenköpfchen am Wirbelkasten, im Konservatorium zu Brüssel. Daselbst auch eine 1670 datierte Viola alta mit chinesischen Malereien.
11Médard, Sébastien. — Paris. Geb. 1546(?), † 1636
12Vielleicht ein Sohn von Claude II M.2), stammt wahrscheinlich aus Nancy, wo er um 1576 geboren sein kann, wenn auch sein Taufschein nicht aufzufinden ist. Dieses Mitglied der berühmten lothringischen Geigenmacherfamilie wurde von einem tragischen Schicksal ereilt, indem er und seine 1601 geborene Tochter Jehanne und deren Liebhaber P. P. Prelasque aus Lyon der Falschmünzerei angeklagt wurden. Séb. M. wurde am 31. Mai 1636 zum Tode verurteilt, starb aber vor der Hinrichtung, jedenfalls an den Folgen der grausamen Folter, der er unterworfen wurde.
141) Nicolas I Méd., dessen Beruf nicht feststeht, starb vor 1628.
152) Wie Jacquot meint. Jehanne Médard, die sich den Titel Damoiselle beigelegt, sagt jedoch zu ihrer Verteidigung, daß der Vater ihres Vaters ein Adeliger gewesen sei, ein solcher namens Nicolas Médard sowie ein Claude (aber nicht Claude II) wurden 1564 in den Adelsstand erhoben.
17Médaro, Nicolas s. Médard. — Brüssel
19Meer, E. van der. — Amsterdam
20Guter Bogenmacher der Gegenwart.
22Meer, Karel van der. — Amsterdam. Geb. 1862 im Haag
23Er war ursprünglich Musiker, verlegte sich dann auf das Geigenmachen und wurde bereits 1886 Vorsteher der Instrumentenwerkstatt der Aktiengesellschaft »De Nieuwe Muziekhandel«. Später verband er sich mit van Roosmalen und betreibt jetzt sein Geschäft allein. Er besitzt sehr schönes, 200jähriges Holz und verwendet goldgelben oder roten Öllack. Aus seiner Werkstatt sind gute Geigen hervorgegangen, meist nach Guarneri del Gesù gemacht, mit breiter Brust. F. Oelsner widmete ihm unter dem Titel: »Ein Meister des Geigenbaus« im Berliner Tageblatt (1900, Nr. 14) einen Aufsatz.
24Geigenzettel: Abb. 550.
26Meeson, Rich. C. — London. 1885
27Wohnte als Geigenmacher und -händler im Jahre 1899 noch 360 Goswell rd. Islington und scheint das Geschäft wieder aufgegeben zu haben. Im Jahre 1885 erhielt er auf der Inv. Exhib. in London eine silberne Medaille für einen verbesserten Baßbalken und andere mit dem Saiteninstrumentenmachen in Verbindung stehende Vorrichtungen.
29Megells, C. — (Schweden). 1892
30In einer Geige des Museums in Gothenburg liest man: Repareraf af C. Megells 1892. Die Reparatur ist jedoch unkünstlerisch.
32Meglio, Giovanni Cavaliere de
33und
34Meglio, Michele de
35Gute italienische Mandolinenmacher.
37Meiberi, Francesco. — Livorno. 1745. 1750
38Da dieser Name auch von Vidal erwähnt wird, soll er hier nicht fehlen, obwohl ich niemals Geigen von ihm gesehen habe und die Form des Namens mindestens für zweifelhaft halte.
40Meier, Karl. — Schönbach b. E. Geb. in Oberschönbach 1867
41Schüler von Johann Winter und der Musikfachschule in Schönbach. Nachdem er als Gehilfe in Markneukirchen und beim Militär als Instrumentenmacher tätig war, machte er sich 1889 selbständig und verfertigt nach allen bekannten Modellen Geigen; er benutzt hauptsächlich Spirituslack und erhielt auf der Gewerbe-Ausstellung in Eger 1892 ein Ehrendiplom.
42Geigenzettel: Karl Meier jun. / Schönbach bei Eger / 189 (gedruckt).
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