Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 354

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

49 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 350. See the scan on archive.org.

1Neumärker, Carl August II. — Schöneck. Geb. 1812, † 1887
2Sohn und Schüler von Carl August I N. und diesem auch in seinen Geigen nahestehend.
3Geigenzettel: Carl August Neumärker / Instrumentenmacher / in Schöneck 1848 (gedruckt).
5Neumärker, Carl Gottlob I. — Schöneck i. S. Geb. 1760, † 1838
6Der Stammvater der Familie. Seit seinem 14. Lebensjahre war er Geigenmacher und als solcher bis an sein Lebensende tätig. Seine Geigen sind sauber gearbeitet.
8Neumärker, Karl Gottlob II. — Schöneck i. S. Geb. 1816, † 1896
9Schüler seines Vaters Carl August I N. Ein tüchtiger »Geigenmachermeister«, der sich auch um seine Heimatgemeinde besonders verdient gemacht hat, so daß er zum Ehrenbürger von Schöneck ernannt wurde.
11Neumärker, Ernst Wilhelm. — Schöneck. Geb. 9. Oktober 1822
12Schüler seines Vaters Carl August I N.; der Talentvollste aus der Familie, der noch in seinem achtzigsten Lebensjahre eifrig Geigen machte.
14Neumärker, Franz Wilhelm. — Hannover. Geb. 27. Dez. 1848 in Schöneck
15Schüler seines Vaters Ernst Wilhelm N. Nach beendigter Lehrzeit arbeitete er in Glogau, Wien, Mai- land und Berlin und machte sich im Juni 1875 in Hannover selbständig. Seine neuen Geigen macht er nach den gangbaren italienischen Modellen, soweit er nicht sein eigenes (1882 patentiertes) Modell vorzieht, das er namentlich beim Bau der Bratschen anwendet. Dieses Modell ist im unteren Teil des Geigenkörpers nicht symmetrisch, damit die Geigen trotz ihrer Größe noch leicht spielbar bleiben. Was unten an Umfang verlorengeht, sucht er oben durch größere Ausdehnung zu ersetzen, und tatsächlich erzielt er dabei einen Ton, der den sog. Ritterbratschen sehr nahekommt. Seine Arbeit ist sauber und sein Lack (Spiritus- und Öllack) von guter Farbe. Auch sein Sohn Willy, geb. 1883, ist Geigenmacher geworden.
16Geigenzettel: W. Neumärker / Geigenmacher / Hannover (gedruckt).
18Neumans (Nuemans), J. B. — Brüssel. 1744. 1783
19Er war als Lautenmacher der Hofkapelle angestellt und stand in einem gewissen Ansehen. H. E. de Croes nennt ihn 1783 einen »homme fort agé«, der 12 Pistolen Gehalt beziehe »tandis qu’il ne faisait qu’accorder le clavessin«. Geigen von ihm sind mir nicht vorgekommen, wohl aber eine undatierte Laute mit seinem Namen.
21Neumon (Neumann?), Franz. — Neuhaus. 1865
22Geigenzettel: Franz Neumon / Instrumentmacher / Von Neuhaus / Repariert 1865 (gedruckt).
24Neuner. — Mittenwald
25Aus dieser Familie sind die folgenden Geigenmacher hervorgegangen und in Mittenwald geblieben:
27Neuner, Barthel. — Mittenwald. Geb. 20. Aug. 1708
28Sohn von Willibald und Magdalena N. Er war »Ludi Magister«.
30Neuner, Johann I. — Geb. 12. Dez. 1731. 1764
31Er war einer der ersten Mittenwalder, der größere Reisen mit seinen Geigen unternommen hat und dabei bis nach Rußland gekommen sein soll. Er war vermählt mit Therese Witting.
33Neuner, Johann II (gen. Holebeck). 1800. 1815
34Außer Geigen machte er auch gute Gitarren, in die er seinen Namen mit Bleistift unter die Decke schrieb.
35Geigenzettel: Johannes Neuner Holebeck / Mittenwald a. d. Isar No 20 / 1809 (geschrieben).
37Neuner, Johann III. — Mittenwald. Geb. 17. Jan. 1809
38Sohn von Mathäus N. Er war mit Marianne Hornsteiner verheiratet. — Er soll in Mittenwald den Beinamen Noder-Hans geführt haben.
40Neuner (Neiner), Johann Georg. — St. Petersburg. 1820. 1824
41Vermutlich ein Sohn von Johann N. Seine in Rußland mehrfach anzutreffenden Geigen sollen nur zum kleinen Teile seine eigene Arbeit gewesen sein, da er viele Mittenwalder Geigen einführte. Er scheint entweder früh gestorben zu sein oder sich nur kurze Zeit in Rußland aufgehalten zu haben. Er ist wahrscheinlich identisch mit dem gleichnamigen Geigenmacher, der kurze Zeitlang in St. Petersburg ansässig war.
42Geigenzettel: Abb. 563.
44Neuner, Ludwig I. — Mittenwald. 1830
45Ob er die Geigen, die seinen Namen tragen, gemacht oder nur verkauft hat, steht nicht fest.
47Neuner, Ludwig II. — Geb. in Mittenwald 1840, † 22. Juni 1897
48Er lernte in München, Berlin und Paris und war dort zuletzt sieben Jahre lang bei J. B. Vuillaume tätig, wo er auch von Franchomme zu einem ausgezeichneten Violoncellisten ausgebildet wurde. Zurückgekehrt, wurde er Mitinhaber der Firma Neuner & Hornsteiner und errichtete 1867 ein Geschäft in Berlin. Er war ein geschickter Meister, der das Zeug dazu gehabt hätte, sein Programm: die »Fabrikation von Saiteninstrumenten als Kunstgewerbe durch treue Nachahmung italienischer Vorbilder zu betreiben«, auch durchzuführen, wenn er den Boden dafür in Berlin gefunden hätte. Als guter Kaufmann kam er bald dahinter, daß er durch den Vertrieb von billigen Mittenwalder Geigen in Berlin mehr verdienen konnte als durch eigene Arbeit.

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