Scan 367
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Taufname als Gottl. abgekürzt erscheint, was wohl auf einen Druckfehler zurückzuführen sein dürfte.
2Geigenzettel: Reparirt / G. Aug Gottfried Otto / Instrumentenmacher / Jena 18 . . (gedruckt). — Georg Aug. Gottl. Otto / Instrumentenmacher / in Jena 1826 (gedruckt).
4Otto, Gustav. — Markneukirchen. 1851. 1905
5Er war einer der besten Schüler von L. Bausch in Leipzig und erwarb schon im Jahre 1851 das Bürgerrecht in Markneukirchen, wo er noch tätig ist.
7Otto, Heinrich Ferdinand. — Geb. 21. Nov. 1834, † 1905 in Markneukirchen
8Ein tüchtiger Geigenmacher, der Oheim von Ulrich Otto in Karlsruhe.
10Otto, Heinrich Wilhelm. — Amsterdam, Berlin. Geb. 1796, † 1858
11Dritter Sohn von Jakob Aug. Otto; Schüler seines Vaters und seiner Brüder. Nachdem er ausgelernt und bei einigen besseren Meistern gearbeitet hatte, ging er nach Amsterdam, wo vorher schon sein Bruder C. W. F. vergeblich sein Glück versucht hatte. Ihm ging es auch nicht viel besser, weshalb er nach Deutschland zurückkehrte und sich in Berlin niederließ. Auch er war ein tüchtiger Meister; seine Arbeit ist genau und sauber, er kopierte die Italiener mit Geschmack und Verständnis, so daß das Aussehen seiner Werke geradezu bestechend genannt werden muß. Leider sind seine Geigen fast durchgängig zu schwach im Holz.
12Geigenzettel: Verfertigt von / Heinrich Otto in Berlin / 1834 (gedruckt).
14Otto, Hermann. — St. Petersburg. Geb. 9. März 1859 in Köln, † 20. Sept. 1884 in St. Petersburg
15Sohn und Schüler von Ludwig O. und stets dessen Gehilfe. Er berechtigte zu großen Hoffnungen und hat trotz seines frühzeitigen Todes eine Reihe sehr guter Geigen gemacht, die seinen Namen neben der Firma seines Vaters tragen.
17Otto, Jakob August. — Weimar, Jena. Geb. in Gotha 1760, † zu Lobeda 1829
18Um Unterricht im Geigenspiel zu erhalten, kam er zu Ernst in Gotha, der aber bald die angeborene Begabung seines Schülers für das Geigenmachen erkannte und ihn zum Geigenmacher ausbildete. Von Ernst erbt Otto auch die Lust zu theoretischen Studien, und diesen verdankt er jetzt hauptsächlich seinen Ruhm, da sie ihn veranlaßten, einige kleine gehaltvolle Schriften über das Geigenmachen herauszugeben, die heute noch nicht veraltet sind, fort und fort ausgeschrieben und in fremde Sprachen übersetzt wurden. Er besaß eine große Handgeschicklichkeit und tat sich viel darauf zu gut, allerlei »Geheimnisse« ergründet zu haben und zu besitzen. Leider scheinen gerade diese Geheimnisse seinen Arbeiten geschadet zu haben, denn bei aller Sauberkeit ist ihr Tonwert nicht sehr hochstehend. Ottos Geigen sind wieder ein Beweis, daß sich Fragen der Kunst nicht »wissenschaftlich« lösen lassen. Er gehört aber zweifellos zu den deutschen Meistern, die die Kunst hochgehalten und durch Lehre und Schrift viel dazu beigetragen haben, daß das Geigenmachen des 19. Jahrhunderts in Deutschland seine Geltung behielt. Als Reparateur war er sehr tüchtig, einen Steg konnte niemand feiner aufsetzen als er und ein Verfahren, neue Geigen einzuspielen, hat er gleichfalls erfunden, aber als Geheimnis für seine fünf Söhne, die sämtlich Geigenmacher wurden, bewahrt. Er war ungemein fleißig und hatte den Titel eines weimarischen Hofinstrumentenmachers. Außer in Weimar und Jena findet man ihn vorübergehend auch in Halle, Magdeburg (1816), in Leipzig und Berlin, wo er wohl nur den Boden für seine Söhne vorbereiten wollte. Seine Arbeiten werden immer einen gewissen Sammlerwert haben, und, wenn sie nicht zu schwach im Holz sind, lassen sie sich auch leicht im Ton verbessern. Er ist auch der erste deutsche Geigenmacher, der schon im Jahre 1788 Gitarren nach italienischem Vorbild machte, wobei er wertvolle Verbesserungen einführte. Über eine seiner Gitarren finden sich im Körner-Schillerschen Briefwechsel die folgenden Stellen. Der Vater des Dichters Theodor Körner schreibt am 27. Januar 1797: »Noch eine Bitte an Dich von Minna. In Jena ist jetzt ein gewisser Instrumentenmacher Otto, der spanische Zithern oder Gitarren verfertigt und sich sonst in Gotha aufgehalten hat. Von diesem wünscht meine Frau bald eine Gitarre zu haben. Sei so gut, sie zu kaufen oder zu bestellen und laß sie vom Künstler einpacken … usw.« Schiller antwortet darauf am 7. Februar: »… Den Instrumentenmacher Otto, von dem Du schreibst, haben wir lange nicht ausfindig machen können, weil man ihm nicht erlaubt hat, sich hier niederzulassen. Endlich ist er wieder hier angekommen und hat sich beim dermaligen Prorektor Griesbach abermals um den Schutz der Universität gemeldet. Bei dieser Gelegenheit habe ich ihn aufgefunden und die Gitarre bestellt. Unter zehn Taler läßt er sie aber nicht; er sagt, daß er für diesen Preis zwei nach Dresden geliefert habe — ich glaube an Naumann und an Brühl. In vierzehn Tagen verspricht er sie zu liefern …« Er lieferte aber nicht so schnell, der Briefwechsel enthält noch verschiedene Stellen, die Ungeduld zum Ausdruck bringen, erst am 28. April schreibt Dr. Körner: »… Die Gitarre ist da und hat einen schönen Ton …« Diese Gitarre hat Theodor Körner als Student der Bergakademie mit nach Freiberg genommen; sie befindet sich jetzt im Körner-Museum in Dresden. O. verwendete sowohl geschriebene wie gedruckte Zettel.
19Geigenzettel: Abb. 573.
21Otto, Johann Karl August. — Ludwigslust. Geb. 26. Sept. 1801, † 11. Mai 1883 in Ludwigslust
22Vierter Sohn und Schüler von Jak. Aug. O. Er ließ sich im Jahre 1830 in Ludwigslust in Mecklenburg nieder, heiratete im gleichen Jahre Auguste Weinreben und wurde bald zum Hofinstrumentenmacher ernannt. Seine Geigen sind im allgemeinen gut, nur hatte er die Lust zu allerlei Versuchen von seinem Vater geerbt, und so findet man neue Geigen von ihm, die er selbst noch zerbrochen und wieder heil gemacht oder gar gefüttert hat. Seine beste Zeit fällt zwischen 1840 bis 1865, später bezog er aus Fabriken sog. Schachteln,
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