Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 368

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

38 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 364. See the scan on archive.org.

1die er dann fertig machte. Die Geigen, die er in allen Teilen selbst gemacht hat, klingen gut, nur sein gewöhnlich dunkler und wenig durchsichtiger Lack ist zu spröde.
2Geigenzettel: Hof-Instrumentenmacher / Karl Aug. Otto / Ludwigslust 1865 (in ovaler Umrundung (gedruckt) und Abb. 576.
4Otto, Louis. — Düsseldorf. Geb. 15. Juli 1844 in Ludwigslust i. M., † 16. Jan. 1920
5Sohn und Schüler von Joh. Karl Aug. O. Am 1. November 1865 ging er zu seinem Vetter Ludwig O. nach Köln und blieb da bis zum 22. April 1866. Hierauf kam er zu Aug. Riechers nach Hannover, bei dem er bis zum 22. September 1872 blieb. Tags darauf begründete er in Düsseldorf sein eigenes Geschäft. Die Zeit, die er bei Riechers zugebracht hat, war von nachhaltigem Einfluß auf ihn, und er gilt mit Recht als einer der besten Schüler dieses Meisters. Er ist einer der wenigen Geigenmacher gewesen, die ihre Streichinstrumente in allen Teilen selbst herstellen. In bezug auf die Sorgfalt der Ausführung wird er von niemand übertrffen. In seiner ersten Zeit arbeitete er nach Amati und Guarneri, jetzt aber ausschließlich nach Stradivari. Sein Lack ist vorzugsweise dunkelrot und von edlem Feuer. In der Wiederherstellung alter Geigen hat er Wunderwerke geschaffen. Er besitzt viele Auszeichnungen und ist fürstl. hohenzollernscher Hofgeigenmacher. Seit 1894 stellt er auch einen Öllack her, der von vielen Fachgenossen angewendet wird. Auf Anregung des Musikdirektors Mengelberg des Amsterdamer Concertgebouw Orchesters macht er seit 1900 auch fünfsaitige Kontrabässe, von denen das genannte Orchester sechs Stück besitzt, die allgemein Bewunderung wegen ihrer herrlichen Tonfülle und ungemein sauberen Ausführung erregen. Die Bässe sind nach einem selbst entworfenen Modell im Stradivari-Typus gemacht.
6Geigenzettel: Abb. 581.
8Otto, Ludwig. — Erfurt, Köln, St. Petersburg. Geb. 16. Sept. 1821 in Jena, † 10. Febr. 1887 in St. Petersburg
9Sohn und Schüler von Georg Aug. Gottfr. O. Nach längeren Studienreisen ließ er sich zuerst in Erfurt nieder, siedelte dann um 1855 nach Köln über, wo er bis Ende der siebziger Jahre ansässig blieb, und ging von da nach St. Petersburg. Er war ein sehr tüchtiger Meister, der nur leider bei Lebzeiten die verdiente Anerkennung nicht fand. Seine Geigen sind nach Stradivari gemacht, haben prächtigen Öllack und erinnern im Aussehen fast an Vuillaumes Arbeiten.
10Geigenzettel: Abb. 574.
12Otto, Oskar Robert. — Geb. 16. März 1867 in Markneukirchen
13Otto, Oskar Theodor. — Geb. 9. Sept. 1857 in Markneukirchen
14Otto, Otto. — Geb. 26. Jan. 1871 sind jetzt als Geigenmacher in Markneukirchen ansässig.
16Otto, Paul. — Riga. 1910
17Seine Arbeit, die ich nicht selbst kennengelernt habe, wird von Musikern gelobt.
19Otto, Paul Max, gen. Hamburger. — Markneukirchen. Geb. 1880
20Schüler von Friedr. Weller und Arth. Martin. Als Gehilfe arbeitete er bei H. Güttler in Breslau, R. Heckel in Dresden und zuletzt zwei Jahre lang bei Ernst Keßler in Berlin. Im Jahre 1904 machte er sich selbständig. Er ahmt die italienischen Vorbilder nach, besitzt aber auch ein eigenes Modell. Er verwendet Spiritus- und Öllack und klebt in seine über Form gebauten Instrumente den Zettel: Max Otto / fec. in Markneukirchen 1905 [Initialen und Kreuz im Kreis] (gedruckt). Sein Name wurde weiteren Kreisen auch durch eine in Elfenbein geschnitzte Miniaturgeige, deren Korpus nur 4 1/2 cm lang ist, bekannt. Er arbeitete an diesem kleinen Kunstwerke 3/4 Jahre lang.
22Otto, Ulrich. — Karlsruhe
23Geb. 20. Januar 1872 in Markneukirchen als Sohn des Saitenmachers Ernst Ludwig O. Er erlernte bei Reinhold Paulus (dem Bruder seiner Mutter) von 1886 bis 1890 den Geigenbau, war dann jahrelang Gehilfe bei Ernst Liebich, Ernst Keßler und E. Geißer, kam von St. Petersburg nach Karlsruhe zu J. Padewet und hat sich im November 1904 selbständig gemacht.
24Geigenzettel: Ulrich Otto, Geigenmacher, / Karlsruhe i. Baden Anno 1910 (gedruckt).
26Otto, Wilhelm. — Düsseldorf. Geb. 13. Aug. 1875 in Düsseldorf
27Sohn und Schüler von Louis O. Zu seiner weiteren Ausbildung ging er von 1899—1900 nach Paris und arbeitete dann mit seinem Vater zusammen, dessen ebenbürtiger Nachfolger er geworden ist. Er baut nach Stradivari und Guarneri und verwendet meistens Öllack. Seine Arbeit wird gelobt, ebenso seine Sorgfalt im Wiederherstellen.
29Ottomanus. — Konstantinopel. 1720
30Es soll Bässe mit diesem Namen und Jahreszahlen um 1720 geben. Bei Valdrighi (4319) wird er erwähnt; daß man es hier mit einem eingeborenen Türken zu tun hat, erscheint doch fraglich.
32Oury, François. — Mirecourt. 1788
33Nur von A. Jacquot erwähnt.
35Ouvrard, Jean. — Paris. 1720. 1750
36Schüler von Claude Pierray; geschworener Zunftmeister für 1743. Im Konservatorium zu Brüssel befindet sich ein Quinton, auf dessen Zettel er als seine Wohnung «Place de l’Ecole» angibt. Mahillon liest den Namen unrichtig Duvrard. Seine Geigen sehen denen seines Lehrers nicht unähnlich, doch ist er viel schwerfälliger in der Form. Sein Lack ist von goldgelber Farbe, aber trocken und spröde. Eine Diskantviola von ihm von 1740 besitzt T. W. Taphouse,
37Geigenzettel: Abb. 575.

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