Scan 385
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Pfeiffer, Johann Baptist. — Graslitz. Geb. 13. Febr. 1808, lebte noch 1863
2Er war der Sohn eines Handschuhmachers, lernte in Schönbach und soll nicht ungeschickt gewesen sein, arbeitete aber hauptsächlich für Händler.
4Pfingstgraeff, Friedrich. — † um 1899 in Hermannstadt, wo er ein Geigengeschäft hatte. 1901 hieß die Firma Pfingstgraeff jun. Beide waren nicht selbst Geigenmacher.
6Pfretzschner. — Markneukirchen
7Aus dieser alten vogtländischen Familie sind viele Geigenmacher hervorgegangen. Es sind dies:
9Pfretzschner, Adolf. — Stettin. Geb. 1849 in Markneukirchen
10Zweiter Sohn von Carl Gottlob Pfr. und seiner Frau, geb Ficker. Schüler seines Bruders Carl Friedrich Pfr. Er ließ sich vor etwa 30 Jahren in Stettin nieder.
11Geigenzettel: Adolf Pfretzschner /, Geigenmacher / Reparirt: Stettin, d. 18 . . (gedruckt).
13Pfretzschner, Adolf Heinrich. — Geb. 4. Juni 1869
15Pfretzschner, August. — Geb. um 1810, † um 1865
16Sohn und Schüler von Christian Gottfried Pfr. Von Hause aus talentvoll, ergab er sich später dem Trunke und starb im Armenhause.
18Pfretzschner, Carl Friedrich I. — Geb. 1743, † 25. Mai 1798 im Alter von 54 Jahren 6 Monaten und 6 Tagen
19Er wurde am 21. Mai 1766 nach Erfüllung sämtlicher Vorschriften und Anfertigung des Meisterstücks Meister und gehörte zu den besseren Vogtländer Geigenmachern. Er verwendete abwechselnd hohe und flache Wölbung und kannte offenbar italienische Vorbilder, die er auch nachahmte, aber doch nicht so gut, daß man sich durch seinen Zettel verleiten lassen könnte, ihn für einen aus Bayern eingewanderten Cremoneser zu halten, wie dies mehrere, u. a. noch Niederheitmann und Grillet, taten. Falsch ist es auch, ihn in den Anfang des 18. Jahrhunderts zu setzen, was durch schlechtes Lesen der geschriebenen Zahl 7, die für 1 genommen wurde, vorkam. Brandmarke: C F P 1774.
20Geigenzettel: Carl Friedrich Pfretzschner, / prope Violino carRespontent / Romani Cremona Ao 1773 (sic!) (gedruckt). — Carl Friedrich Pfretzschner / Cremoni Hironimi Fili Antoni Ne. / p s fecit Ao. 1773. (sic!) (gedruckt).
22Pfretzschner, Carl Friedrich II. — Geb. 17. Nov. 1845
23Sohn und Schüler von Carl Gottlob Pfr., bei dem er eine gute Schule durchmachte. Schon mit 10 Jahren wurde er angehalten, Stege und Saitenhalter zu schneiden; mit 16 Jahren machte er schon fertige Geigen. Nach dem Tode seines Vaters ging er nach Leipzig zu L. Bausch jun., wo er seine Ausbildung vollendete. Als Ernährer seiner Mutter wurde er nicht sofort zum Militär genommen, verheiratete sich 1869, wurde aber 1870 bei Ausbruch des Krieges zu den Fahnen gerufen und hat den ganzen Feldzug mitgemacht. Er ist ein sehr geschickter Geigenmacher, und auch seine beiden Söhne erwählten den gleichen Beruf. Sein ältester Sohn ist:
25Pfretzschner, Carl Friedrich III. — Geb. nach 1870
27Pfretzschner, Carl Gottlob. — Geb. 23. Jan. 1807, † 28. Aug. 1863
28Sohn und Schüler von Christian Gottfr. Pfr. Nach vollendetem Lehrzeit arbeitete er etwa vier Jahre in Dresden und ebenso lange in Hamburg. Nach seiner Rückkehr machte er sich selbständig und heiratete die Tochter des Geigenmachers Johann Ficker (gen. Fickerhansel). Er war einer der geschicktesten Geigenmacher seiner Zeit, doch hinderte ihn an der vollen Entfaltung seiner Fertigkeit ein über 30jähriges Siechtum, dem er mit Heldenmut trotzte. Nur zuletzt mußte er 1 1/2 Jahre im Bette liegend zubringen. Er machte seine Geigen sowohl aus freier Hand wie auch über die Form.
29Geigenzettel: Carl Pfretzschner / Instrumentenmacher / Neukirchen a Sachsen / 1838 (gedruckt).
31Pfretzschner, Christian Gottfried. — Geb. 1. Dez. 1784 in Markneukirchen, † 29. März 1857
32Seine Hauptarbeitszeit fällt mit dem tiefsten Verfall der vogtländischen Geigenmacherei zusammen. Es wurden damals nur ganz geringwertige Geigen gemacht und so beschränkte auch er sich lediglich darauf, die billigsten Dutzendgeigen herzustellen. Seine beiden Söhne Carl Gottlob und August wurden gleichfalls Geigenmacher.
34Pfretzschner, Christian Gottlob. — Geb. um 1746. 1766
35Nach Erfüllung aller Vorschriften und Vollendung eines einwandfreien Meisterstücks wurde er nach seiner Rückkehr aus der Fremde am 7. Juli 1766 als Meister in die Zunft aufgenommen.
37Pfretzschner, Elias s. Joh. Elias Pfr.
39Pfretzschner, Friedrich Adolf. — Geb. nach 1872
40Sohn von Carl Friedrich II Pfr.
42Pfretzschner, G. A. — Markneukirchen
43Inhaber dieser Firma, die eine Anzahl Geigenmacher beschäftigt, sind jetzt Adolf und Kurt Pfretzschner. Die Firma M. C. R. Andorff ging seinerzeit in den
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