Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 386

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 382. See the scan on archive.org.

1Alleinbesitz von Adolf Pfr. über, der sie später seinem Sohne Hans Pfr. und dem alten Geschäftsleiter Max Martin abgetreten hat. (Jetzt heißt diese Firma: Deutsche Signal-Instrumentenfabrik Pfretzschner & Martin vormals M. C. R. Andorff.)
3Pfretzschner, Hermann Richard. — Markneukirchen. Geb. 1857 in Markneukirchen
4Trefflicher Bogenmacher; er war zuerst Schüler seines Vaters und ging 1874 zu seiner weiteren Ausbildung nach Paris zu J. B. Vuillaume. Im Jahre 1880 begründete er sein eigenes Geschäft, das bald zu großem Ansehen kam. Nachdem er schon seit Jahren für die sächs. Hofkapelle alle Arten von Bogen geliefert hatte, wurde er 1901 zum kgl. Hoflieferanten ernannt. Er arbeitet nach J. B. Vuillaume, Tourte und Voirin und nach eigenem Modell die sog. Wilhelmj-Bogen für Künstler, die tatsächlich hochgespannten Anforderungen entsprechen und den besten französischen und englischen Bogen ebenbürtig sind. Seine Stangen sind nicht lackiert und tragen den Namen H. R. Pfretzschner schwarz aufgestempelt.
6Pfretzschner, Johann Adam I. — Geb. um 1696, lebte noch 1738
7Sohn von Joh. Elias I Pfr. Er wurde am 15. Dezember 1716 als Meister in die Zunft aufgenommen, obwohl er so wenig, wie sein Vater »die Kunst erlernt hatte«. Er sollte sich deshalb auf »Handel und Wandel« beschränken.
9Pfretzschner, Johann Adam II. — Geb. um 1720, lebte noch 1750
10Neffe von Joh. Adam I. Er wurde am 13. November 1738 Meister. So lange man nicht weiß, wann Johann Adam I Pfr. gestorben ist, wird es schwer bleiben, beider Arbeiten von einander zu unterscheiden.
12Pfretzschner, Johann Carl. — Geb. 1739, † 12. Aug. 1797
13Wahrscheinlich ein Sohn von Johann Adam Pfr.; er wird ausdrücklich als Geigenmacherssohn bezeichnet und wurde am 28. Mai 1760 gleichzeitig mit sechs anderen Geigenmachergesellen Meister. Er erreichte ein Alter von 57 Jahren 10 Monaten 5 Tagen.
15Pfretzschner, Joh. Elias I. — Geb. um 1680, lebte noch 1730
16Vermutlich der Stammvater der Familie. Er war kein gelernter Geigenmacher und vielleicht der erste Geigenhändler, der sich in (M.)-Neukirchen niedergelassen hat. Durch seine vielfachen Beziehungen zu den Geigenmachern und wegen der Vorteile, die ihm eine Zugehörigkeit zur Zunft bringen mußte, bewarb er sich darum, als Meister aufgenommen zu werden. Er schloß am 13. März 1713 einen Vertrag mit der Zunft, daß er lediglich Handel treiben wolle. Als in der Hauptquartalsversammlung sämtliche Meister beisammen waren und niemand Einspruch erhob, wurde er am 15. Juni 1713 gegen Erlegung von 21 Talern als Zunftmeister aufgenommen. Es erscheint demnach fraglich, ob die Geigen, die seinen Namen tragen, wirklich von ihm sind.
18Pfretzschner, Johann Elias II. — (Mark)Neukirchen. Geb. um 1709. 1735
19Wahrscheinlich ein Sohn Joh. Elias I Pfr. Er erlernte das Geigenmachen regelrecht, war Geselle und wurde am 6. Februar 1730 als Meister in die Zunft aufgenommen.
21Pfretzschner, Johann Elias III. — Geb. um 1750, lebte noch 1780
22Sohn von Johann Adam II Pfr. Er verwendete eine Art Hopf-Modell. Der Boden ist bei ihm gewöhnlich besser als die Decke, Schnecke und F-Löcher von häßlicher Form. Auf seinen Zetteln liebt er in sinnlosem Latein Cremona als Ursprungsort anzugeben. In den Markneukirchener Geburts- und Sterberegistern ist er nicht zu finden.
24Pfretzschner, Johann Gottfried. — Geb. 1733, † 9. Aug. 1771
25Sohn von Johann Elias I Pfr. Er wurde am 5. Oktober 1751 Meister und gehörte zu den Neukirchener Geigenmachern, die gerne »Cremona« als Ursprungsort angaben oder Jacob Stainer zum Erfinder der Violine ernannten. Er scheint talentvoll gewesen zu sein und hat wahrscheinlich italienische Geigen gekannt, doch starb er schon im Alter von 38 Jahren und 35 Tagen. Seinen Namen schreibt er manchmal einfach »Pfretzschner«.
26Geigenzettel: Iohann Gottfried Pfretzschner / erfunden von Iacob Stainer / in Absom Ocn pontum (sic) / 1768 (gedruckt).
28Pfretzschner, Johann Gottlob. — Geb. 15. Aug. 1753, † 12. Juli 1823
29Der Geschickteste aus seiner Familie. Nachdem er ursprünglich noch eine Art Stainer-Modell verwendet hatte, war er einer der ersten Vogtländer, die das Stradivari-Modell mit Verständnis nachzuahmen suchten. Die Arbeit ist gut, das Patron lang und schmal, die Wölbung anfangs meist stark und steif, später aber flach mit schmalem Rand. Die F-Löcher sind zierlich und die Schnecke klein mit langem Wirbelkasten. Er verwendete verschiedene Zettel.
30Geigenzettel: Johann Gottlob Pfretzschner / Jacobus Stainer in Absahm prope / oeni pontum anno 1778 (gedruckt). — Aus / J. G. Pfretzschners / Musicalisch. Instrumentenhandlung / in Neukirchen bei Adorf (gedruckt) und Abb. 627.
32Pfretzschner, Richard. — Markneukirchen. Geb. 15. Febr. 1832, † 9. Sept. 1893
33Als tüchtiger Bogenmacher geschätzter Meister.
35Pfretzschner, Wilhelm August. — Markneukirchen. 1905
36Bogenmacher (Fabrik).

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