Scan 388
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
36 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 384. See the scan on archive.org.
1Picinetti, Giovanni. — Florenz. 1677. 1682
2Er war der Sohn des Jacopo P. und hatte seine Werkstatt bei der Kirche der Madonna dei Ricci (in der heutigen Via del Corso). Wenn er auch nicht zu den großen italienischen Meistern zu zählen ist, so war er doch recht geschickt, wie eine Tenorgeige mit rötlich-gelbem Lack in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 906) beweist.
3Geigenzettel: Gio Picinetti fio / ao 1682 (geschrieben).
5Picino, Giuseppe. — Neapel
6Mandolinenmacher.
8Picino s. auch Bagatella P.
10Pickard, Handel. — Leeds. 1862. 1865
11Ein geschickter Geigenmacher, der aus Gesundheitsrücksichten das Geigenmachen aufgeben mußte und Hotelwirt wurde.
13Pidelot, François. — Nancy. 1737
14Von A. Jacquot nachgewiesener, sonst unbekannter Geigenmacher.
16Pieczatkowski, Joseph. — Ostrog. 19. Jahrh.
17Sein Name findet sich auf einem Reparaturzettel in einer Geige von Sienkiewicz.
19Piegendorfer, Georg. — Augsburg. Geb. 9. Febr. 1849 in Kläham bei Ergoldsbach in Niederbayern, † 1906 in Augsburg
20Einer der besten bayrischen Geigenmacher. Von Jugend auf beschäftigte er sich schon mit Musik und kam zunächst zu einem Kunsttischler in die Lehre. Er arbeitete bereits als Gehilfe in verschiedenen Städten, als 1866 der Krieg ausbrach. Freiwillig trat er beim bayr. Inf.-Leib-Regiment ein und machte den Feldzug als Signalist bei der 8. Schützenkompagnie mit. Nach dem Friedensschluß wurde er der Regimentskapelle zugeordnet und hier erst eigentlich zum Musiker ausgebildet. Im Juli 1869 zur Reserve entlassen, wurde er schon 1870 wieder einberufen und machte den ganzen Feldzug 1870/71 als Hoboist mit. Hierauf trat er dann als Waldhornist bei einem Theaterorchester ein und kam als Musiker auf Konzertreisen weit in Deutschland und der Schweiz herum. Im Jahre 1874 wurde er veranlaßt, eine schadhafte Geige auszubessern. Gewohnt, feine Arbeiten auszuführen, gelang ihm der Versuch so über alles Erwarten, daß man ihm von allen Seiten zuredete, sich dem Geigenbau zu widmen, und einer seiner Freunde brachte ihm Wettengels bekanntes Lehrbuch. Er studierte dieses mit großem Eifer durch und verschaffte sich dann noch andere Lehrbücher, so daß er gut vorgeschult war, als er 1875 als Volontär bei F. Chr. Edler eintrat, der ihn nach bestem Können ein Jahr lang unterrichtete. Im Jahre 1877 baute er in Winterthur mit ziemlich unzulänglichen Werkzeugen seine erste Violine, und zwar nach einem eigenen Modell, die ihm über Erwarten gut gelang. Er machte nun rasche Fortschritte und kam 1879 als Mitglied des städtischen Orchesters nach Augsburg, wo er sich 1880 verheiratete und eine Geigen-Reparaturanstalt gründete, die so viel Zuspruch fand, daß er seine Stellung als Musiker aufgeben konnte. Er übernahm dann die gut eingeführte Saiteninstrumentenhandlung von Ant. Scherlein in Augsburg und hat seitdem Jahr für Jahr eine Anzahl Geigen gemacht, die schnell ihre Liebhaber fanden, da sie überaus sorgfältig gearbeitet und sehr gut im Ton sind. Er arbeitete nach Stradivari und Guarneri und verwendete schönes, altes Holz und einen guten gelben Lack, der neu vielleicht nicht bestechend aussah, gewiß aber im Alter an Schönheit zunehmen wird. Er war ein ebenso feinsinniger, wie rastlos strebender Künstler, dem man auch eine wertvolle Monographie über die schwäbischen Geigenmacher von 1600 bis auf unsere Zeit (Leipzig 1902) verdankt. Sein Nachfolger ist Otto Ebner.
21Geigenzettel: Abb. 623.
23Pieri, Constantino, ein Italiener, der im 19. Jahrhundert in der Mitte der 60er Jahre lebte und Geigen flickte
25Pieron s. Pierron
27Pieroni (Pierotti?), Luigi. — Gubbio. 1833. 1847
28Wahrscheinlich ein Landmann, der sich im Winter mit der Geigenmacherei beschäftigte. Seine Geigen sind handwerksmäßig gemacht und schlecht lackiert.
29Geigenzettel: Luigi Pieroni / Fecit in Gubbio 1833 (geschrieben).
31Pierrard, Louis. — Brüssel. 1882. 1902
32Nachkomme einer Mirecourter Familie, von der ein Nicolas Pierrard schon 1760 als Geigenmacher in Mirecourt vorkommt. Louis P. war Schüler von Mougenot. Er begründete 1882 seine eigene Werkstatt und hat auf den Ausstellungen in Antwerpen 1894 und in Brüssel 1897 silberne Medaillen erhalten. Er ist Geigenmacher des kgl. Konservatoriums in Gent und veröffentlichte 1890 eine Broschüre: »Traité de Lutherie« und 1902 eine zweite: »Le Violin. Son histoire et son origine« usw.
34Pierray, Claude. — Paris. 1698. 1726
35Einer der besten Vertreter der alten Pariser Schule, der, wie alle seine Zeitgenossen, nach italienischen Vorbildern arbeitete. Er wohnte in der Rue des Fossés-Saint-Germain-des-Prés und 1725 »proche la Comédie«. Seine Geigen zeigen sowohl großes als kleines Patron und meist hellroten oder gelben Lack, der jetzt sehr nachgedunkelt erscheint. Das Holz ist gut, wenn auch oft unscheinbar, nur ungleich in den Stärkenverhältnissen. Der Ton ist immer kräftig, wenn auch nicht sehr ansprechend. Er stand schon bei Lebzeiten in hohem Ansehen und bildete eine Reihe tüchtiger Schüler aus. In Thomas Brittons Katalog liest man: »a violin by Cl. Pierray as good as a Cremona«. Bessere Arbeiten von ihm werden jetzt von Liebhabern oft mit Preisen bezahlt, die freilich in keinem Verhältnis zu ihrem tatsächlichen Werte stehen. Da er sehr fleißig war, kommen seine Geigen nicht selten vor. Eine hübsche Gamba von ihm besitzt das Mus. d. Pariser Konserv.
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