Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 39

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

29 lines. Read by computer on 26 September 2026. Printed page 35. See the scan on archive.org.

1Baur, Adolf. — Stuttgart. Geb. um 1840, † 1873
2Sohn und Schüler von Martin B., dessen Geschäft er 1870 übernahm, aber nur drei Jahre weiterführen konnte, da er frühzeitig starb. Er hat eine Zeitlang bei J. B. Vuillaume gearbeitet und dort besonders das Imitieren alter Instrumente erlernt. Er war ein sehr geschickter Geigenmacher, seine Arbeiten unterscheiden sich oft nur im Lack von denen Vuillaumes. Leider aber hat er das Holz gebacken (künstlich gedörrt), weshalb seine Geigen in kurzer Zeit im Ton außerordentlich zurückgingen. Auch senkte sich häufig der Hals wegen der Kraftlosigkeit des Holzes. Eine ganz vorzüglich nach Jos. Guarneri imitierte Violine von ihm (eine Kopie der Prof. Singerschen Vuillaume-Geige) besitzt die Stuttgarter Hofkapelle. Leider hat auch diese gebackenes Holz. Seine Witwe verkaufte das Geschäft an A. Sprenger.
3Geigenzettel: Abb. 90.
5Baur, Charles Al. — Tour, Dép. Savoie. 1789 1810
6Auch er gehörte zu den unglücklichen Erfindern, die im Abweichen von den Formen der klassischen Meister zu Mißerfolgen kommen müssen.
8Baur, Martin. — Stuttgart. Geb. 10. Okt. 1793 zu Windratzhofen (O.-A. Leutkirch in Württemberg), † um 1875
9In seinem 18. Jahre kam er nach Stuttgart zum Militär und wurde dort der Musik als Trompeter zugeteilt. Er zeigte schon damals so viel Interesse und Talent für die Wiederinstandsetzung gebrauchter Instrumente, daß König Wilhelm I. auf ihn aufmerksam wurde und ihn 1823 auf ein Jahr zu Thumhardt nach München in die Lehre schickte. Im Jahre 1824 zurückgekehrt, gründete er das erste Instrumentengeschäft in Stuttgart, wo seit langen Jahren kein Geigenmacher mehr ansässig war. Er fand sofort als Reparateur, namentlich für das Hoftheater, ausreichende Beschäftigung und verlegte sich später auch auf den Neubau von Geigen, die er mit Sorgfalt ausführte und die u. a. Molique für die besten neuen Geigen seiner Zeit erklärte. Auch gute Bogen gingen aus seiner Hand hervor. Im Jahre 1870 übernahm sein talentvoller Sohn Adolf das Geschäft, von dem es 1873 auf A. Sprenger überging. Martin Baur arbeitete von 1870 an erst noch für seinen Sohn und dann bis zu seinem Tode mit Sprenger zusammen.
10Geigenzettel: Martin Baur, kgl. Hofinstrumentenmacher in Stuttgart. (gedruckt) und Abb. 91.
12Bausch, Ludwig Christ. Aug. — Dresden, Dessau, Leipzig und Wiesbaden. Geb. 15. Jan. 1805 zu Naumburg a. S., † 26. Mai 1871 zu Leipzig
13Schüler von J. B. Fritzsch in Dresden, bei dem er von 1818—1822 lernte. Hauptsächlich als Bogenmacher berühmt, ließ er sich zuerst in Dresden, später in Dessau nieder, ging 1839 nach Leipzig und am 1. November 1861 nach Wiesbaden, wo er Herzoglich Nassauischer Hofinstrumentenmacher wurde, und kehrte 1863 nach Leipzig zurück. Seine Bogen sowohl als seine Stege werden noch heute als mustergültig nachgeahmt; er wurde gerne der deutsche »Tourte« genannt. Seine Bogen tragen auf der Stange unter dem Frosch den Blindstempel »Bausch Leipzig«. Von großem Vorteil war es für ihn, daß L. Spohr ihm mit gutem Rat an die Hand ging. Da er in Leipzig nicht genügenden Absatz fand, ging er in seinen jüngeren Jahren oft auf Reisen, die ihn bis nach St. Petersburg führten. Er hatte zwei Söhne. Geigen von ihm kommen noch häufig vor, auch hat er sehr gute Gitarren gemacht. Eine mit großer Sorgfalt ausgeführte sog. Terzgitarre vom Jahre 1825 mit zierlichen schwarzen Auflagen auf der Decke, Rand und Schalloch mit Perlmutter und Ebenholz verziert, besitzt Fritz Wildhagen in Halensee. Der Hals ist mit Ebenholz und Elfenbein schachbrettartig ausgelegt.
14Geigenzettel: Ludewig Bausch / in Neustadt Dresden / Ao 1820 / No. 6 (geschrieben).
16Bausch, Ludwig d. J. — Leipzig. Geb. 10. Nov. 1829 zu Dessau, † 7. April 1871 zu Pabstdorf (bei Königstein)
17Sohn und Schüler von Ludwig Chr. A. B. Hauptsächlich Geigenmacher. Nach beendigter Lehrzeit ging er nach New York; nach seiner Rückkehr machte er sich in Leipzig selbständig, trat aber 1860 in das väterliche Geschäft, das nun die Firma »Ludw. Bausch & Sohn« führte, ein. Nach seinem Tode trat sein Bruder Otto an seine Stelle.
18Geigenzettel: Ludovicus Bausch filius / fecit Lipsiæ anno 1860 [Monogramm im Doppelkreis] (gedruckt).
20Bausch, Otto B. — Leipzig. Geb. 6. Aug. 1841 zu Leipzig, † 30. Dez. 1875
21Jüngerer Sohn und Nachfolger von Ludw. Bausch & Sohn, Schüler von Vauchel. Er übernahm 1871 nach dem Tode von Vater und Bruder das Geschäft, das nach seinem Tode auf Adolf Paulus, der seit 1860 Mitarbeiter der Familie Bausch war, überging. Seine Arbeit steht hinter der seines Vaters und Bruders zurück. Der gleichnamige Sohn von Adolf Paulus setzte das Geschäft unter der alten Firma »Ludw. Bausch & Sohn« bis 1908 fort und löste es auf, als er nach Berlin übersiedelte.
22Geigenzettel: Otto Bausch, filius Ludovici sen.: / et frater Ludovici jun.: / fecit Lipsiae Ao. 1873 [Kreuz mit Initialen im Doppelkreis] (gedruckt).
24Bazelaire, Joseph. — Mirecourt. Geb. um 1728, lebte noch 1789
25Wenig bekannter Geigenmacher. Ein anderer Bazelaire lebte um 1785 in Versailles.
27Bazin, Gustave. — Mirecourt. Geb. 24. Mai 1871
28Sein Vater Charles B. hatte eine seit 1836 bestehende Bogenfabrik; Gustave, der Schüler von Darte-Vuillaume, Laurent und Collin-Mézin war, fügte ihr eine Geigenwerkstatt hinzu. Sein 1881 geborener Bruder Louis ist, wie der Vater, ausschließlich Bogenmacher.

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.