Scan 390
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1und als Autodidakt das Geigenmachen erlernte. Da er sich getraute, damit sein Brot zu verdienen, bat er, in die Zunft als Meister aufgenommen zu werden, und berief sich dabei auf seine dem Kurhause geleisteten Dienste. Da man schon früher den Simon Pöllmann, der auch kein gelernter Geigenmacher war, zugelassen hatte, kam man ihm ebenfalls so weit entgegen, daß man ihn gegen Bezahlung von 15 Talern als »Innungsverwandten« in die Zunft aufnahm. Er lebte noch 1752.
3Piltz, Hans Georg. — (Mark-)Neukirchen. 1752
4Sohn von Gottfried P. Sein Name ist ebensowenig wie der seines Vaters in den Markneukirchener Pfarrbüchern zu finden. Er scheint also weder dort geboren noch dort gestorben zu sein. Doch wurde er, nachdem er regelrecht gelernt und seine Gesellenjahre abgedient hatte, am 21. November 1752 als Meister in die (Mark-)Neukirchener Geigenmacherzunft aufgenommen.
6Pimpard. — Jenzat. 1870. 1889
7Er war lange Werkführer bei Pajot, machte sich 1881 selbständig und macht Bauernleieren (»Viellen«) wie die Pajots. Sein Sohn Pimpard-Cousin ist sein Geschäftsteilhaber. Sie führen den Werkstattnamen »à la Vielle Bourbonaise«.
9Pingrier (Pingrié), Frédéric. — Paris. 1882. 1890
10Schüler von Jos. M. Chardon; er ist jedoch nicht Geigenmacher von Beruf, sondern nur aus Liebhaberei.
12Pinto, Antonio Joachim. — Saô Paulo. 1911
13Brasilianischer Mandolinenmacher der Gegenwart.
15Piotti. — Montebello
16Italienischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts, der eine Brandmarke mit seinem Namen verwendet.
18Pique, François-Louis. — Paris. Geb. in Rorei (Roret) bei Mirecourt 1758, † in Charenton Saint-Maurice bei Paris 1822
19Schüler von Saunier. Er kam um 1777 nach Paris, wohnte erst in der Rue Coquillière, »au coin de la rue du Bouloy« und zog 1778 in die Rue Plâtrière; 1790 wohnte er wieder Rue Coquillière, diesmal aber »vis-à-vis le roulage de France«; von da verlegte er seine Werkstatt nach der Rue de Grenelle St.-Honoré, und dort blieb er bis 1816, in welchem Jahre er sich auf sein Besitztum in Charenton St.-Maurice zurückzog; doch scheint sein Geschäft noch eine Zeitlang weiterbestanden zu haben; wenigstens findet sich in der Sammlung Snoeck eine Geige mit seinem Zettel und der Jahreszahl 1830. Er war ein sehr feiner Kopist von Stradivari und zeichnet sich durch musterhafte Arbeit aus. Das Holz ist sehr gut, die Schnecke zierlich, die F-Löcher schwungvoll und der Lack von schöner roter oder rotbrauner Farbe, nur manchmal zu dick und nicht durchsichtig genug. Spohr stellt seine Geigen denen von Lupot fast gleich, was um so mehr berechtigt ist, als tatsächlich feststeht, daß Lupot für Pique Geigen gemacht hat, die dieser lackierte und mit seinen Zetteln versah. P. war Lieferant des Konser-vatoriums und hat ziemlich viele Geigen gemacht. Eine Theorbe von 1779 besitzt das Pariser Konservatorium von ihm, eine Geige von 1806 Fürst Lobkowitz auf Schloß Raudnitz.
21Geigenzettel: Abb. 583, 591 und 603.
23Pircher, Sebastian. — St. Leonhart (Passeyer). Geb. 15. Mai 1859 zu Schweinsteg (Passeyer)
24Nach Dr. F. Waldners Nachrichten über tirol. Lauten- und Geigenbauer (Ferd.-Ztschr. III F, 55. Heft) ein Bauernsohn, der in Sterzing die Tischlerei erlernte und jetzt als Tischlermeister aus Liebhaberei Geigen macht. Er ist ein talentvoller Autodidakt, der jede Gelegenheit benutzte, sich an guten Vorbildern zu schulen.
26Pirot, Claude. — Paris. 1795. 1833
27Ein verdienstvoller Geigenmacher, der vielleicht in Mirecourt gelernt, aber die Italiener gut studiert hat und Lupot manchmal nahekommt. Die Wölbung nahm er ziemlich flach und schnitt die F-Löcher besonders schön. Sein roter oder rotbrauner Lack ist ziemlich dick und nicht durchsichtig genug. Zwei Violinen von ihm von 1803 und 1813 besitzt das Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 29 und Nr. 1012) und eine Violine von 1810 Berlin aus der Sammlung Snoeck.
28Geigenzettel: Abb. 593.
30Pirouel. — Mirecourt
31Eine Geigenmacherfamilie, als deren Stammvater man Georges François P., der schon 1688 vorkommt, ansehen kann. Vielleicht war Michel P. (1737. 1757) sein Sohn. Dieser hatte einen Sohn Nicolas I und einen am 20. April 1766 geborenen Enkel Nicolas II P.
33Pisani. — San Angelo. 1756
34Einige Geigen von hochgewölbtem Modell, aus gutem Holz gemacht, führen seinen Namen.
36Piskorsch, Raphael. — Mistek. 1862. 1871
37Mittelmäßig in seiner Arbeit und nur als Reparateur öfter vorkommend.
38Geigenzettel: Reparirt von / Raphael Piskorsch / Violinmacher in Mistek (gedruckt). — Rafael Piskorsch / Geigenmacher in Mistek. — 1862 (gedruckt).
40Pitais. — Paris. 18. Jahrhundert
41Nach Grillet ein Zeitgenosse von Bocquay. Er arbeitete nach Amati und gebrauchte eine Brandmarke mit seinem Namen. Ich halte ihn für einen mittelmäßigen Mirecourter, der vielleicht zur selben Familie wie Pitet gehörte oder mit ihm identisch war.
43Pitet. — Paris. 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts
44Violen und Violinen von ihm sollen äußerst selten vorkommen, dagegen kennt man mehrere Bässe von ihm, auf deren Zargen er seinen Namen, von einem lateinischen Spruch umgeben, anbrachte.
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