Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 406

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

35 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 402. See the scan on archive.org.

1Ranta, Pietro. — Brescia. 1733
2Im Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte er noch zu den von Geigern bevorzugten italienischen Meistern. Seine Geigen müssen durch das Alter statt gewonnen, verloren haben, da es sonst nicht begreiflich wäre, daß man gerade ihn einmal besonders schätzte; denn er war nur ein schwächlicher Amatinachahmer.
4Rantzeler, Balthasar. — Hamburg. 1690
5Der Name dieses Instrumentenmachers kommt im Hamburger Retardenbuch am 14. November 1690 vor.
7Raphael. — Brescia. 19. Jahrhundert
8Nach Valdrighi (2558) ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorkommender Geigenmacher.
10Raphanelli s. Ravanelli
12Rapolt, Georg. — Regensburg. 1603
13In Urkunden wird er »Leuermacher« genannt. Ob er Leiern oder Lauten gemacht hat, ließ sich bis jetzt nicht feststellen.
15Rasche, Hermann, lebte im 19. Jahrhundert in Hannover
17Rasmussen, Anders. — Aarhus, Kopenhagen.
18Geb. 25. Januar 1862
19Schüler von F. W. Hansen in Randers. Er ließ sich als Geigenmacher erst in Gandlöse (Vikso), im Jahre 1888 in Aarhus und zuletzt in Kopenhagen nieder; er arbeitet hauptsächlich nach Stradivari und verwendet einen Lack von eigener Zubereitung. Seine Geigen tragen nachfolgenden Brandstempel. Er gilt als einer der besseren dänischen Geigenmacher der Gegenwart. Brandstempel: Anders Rasmussen / Aarhus 1888.
21Rastelli (Pastelli?). — Genua. 1822
22Ein braver Geigenmacher, aber kein Künstler, dessen Arbeiten indessen durch das Alter ein wenig gewonnen haben.
24Rasura, Vincenzo. — Lugo. 1785
25Vidal, Valdrighi (2560), Grillet usw. kennen ihn nur dem Namen nach, und auch mir war es nicht möglich, Arbeiten von ihm ausfindig zu machen.
27Rau, August. — Markneukirchen. Geb. 26. Juni 1866 in Siebenbrunn
28Er lernte von 1880—1884 das Bogenmachen und setzte seine Studien noch als Gehilfe fleißig fort, so daß er bei Wilhelm Knopf in Dresden Aufnahme fand, wo er sich zu einem vollkommenen Künstler in seinem Fache ausbilden konnte. Er arbeitete dann noch bei A. R. Weichold und eröffnete im Jahre 1890 in Markneukirchen seine eigene Werkstatt. Da er zur Herstellung seiner Bogen nur das allerbeste Material verwendet, eine seltene Handfertigkeit besitzt und ein genauer Kenner der Tourteschen Schule ist, verstand er es bald, sich in Musikerkreisen einen großen Ruf zu verschaffen, und darf heute als einer der tüchtigsten Bogenmacher nicht nur Markneukirchens, sondern ganz Deutschlands betrachtet werden. Gleich seinen Violinbogen sind auch seine Violoncellobogen ausgezeichnet, sie bestehen aus einem Stück echten Pernambukholz, das sich spalten läßt, mit harten, genau durch die Mitte der Stange laufenden Jahren, und wiegen trotz ihrer unübertrefflichen Festigkeit doch nur 74—75 g. Seine Bogen kommen den besten französischen gleich. Sein talentvoller Sohn Charles (geb. 7. September 1891) erlernte bei ihm das Bogenmachen, arbeitete dann in Amsterdam und war als ein hervorragender Künstler in seinem Fache angesehen. Als der Krieg ausbrach, folgte er freudig dem Ruf zu den Fahnen und ist leider auf dem Felde der Ehre gefallen.
30Rau, Johann Friedrich. — Nürnberg. Geb. 13. August 1820, † 29. Oktober 1902
31Er war ursprünglich Paternostermacher (Beinknopfdrchslers) und lernte als solcher in Wien einen Geigenmacher kennen, von dem er die ersten Anleitungen im Bau von Musikinstrumenten erhielt. Durch eifrige Studien vervollkommnete er sich darin so, daß er, als er nach Nürnberg zurückkam und sich verheiratete, imstande war, sich 1848 als Geigenmacher niederzulassen. Seine sorgfältige und gediegene Arbeit verschaffte ihm bald einen festen Kundenkreis, bei dem er in hohem Ansehen stand. Doch war er ein schlichter, ehrlicher Mann, der jeder Ruhmredigkeit abhold war, so daß sein Ruhm nicht in weitere Kreise drang. Er hat im ganzen etwa 160 neue Geigen, 48 Violen und etwa 40 Violoncelli gemacht. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts machte er auch viele Zithern, die sehr gelobt werden. In der Wiederherstellung alter Geigen war er seiner Zeit hochgeschätzt; er war ein gewiegener Kenner alter Instrumente und hat u. a. zwei Harfen des Germanischen Museums so genau kopiert, daß man sie mit den Originalen verwechseln konnte. Diese Harfen kamen in das Brüsseler Museum. Er hat auch allerlei wertvolle Erfindungen gemacht, so eine Beinknopfmaschine, einen Specksteinbrenner für Gaslampen usw. — Für seine Geigen erhielt er 90—200 Mk., in einzelnen Fällen jedoch auch 500 Mk. Manche davon sollen jetzt mit italienischen Zetteln versehen im Handel vorkommen und hohe Preise erreichen. — Ein recht gutes Violoncello von ihm besitzt sein Sohn Georg Rau, Solocellist und Mitglied des Bühnenfestspiel-Orchesters in Bayreuth.
33Rau, Karl. — Nürnberg. Geb. 28. Oktober 1870 in Nürnberg
34Sohn und Schüler von Joh. Friedr. R. Nachdem er schon seit 1893 der väterlichen Werkstatt vorgestanden, wurde er 1896 der Nachfolger seines Vaters, nach dessen strengen Grundsätzen er mit Geschick weiter arbeitet. Er hat bisher 30 neue Violinen, 8 Violen, 12 Violoncelli und 11 Viole d’amore gemacht; er ahmt die alten Italiener sorgfältig nach, bereitet seinen Lack (Mastix und Spirituslack) selbst und gibt ihm goldgelbe oder braune Färbung. Seine Kopien alter Liebesgeigen sind von lobenswerter Treue und Klangschönheit. Er ist ein ausgezeichneter Geiger und spielte schon seit seinem 15. Jahre im jetzigen Bruchschen Orchester

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