Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 419

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 415. See the scan on archive.org.

1Richter, Christoph Adam. — (Mark) Neukirchen. Geb. um 1685. 1708 one of two readings
2Richter, Christoph Adam. — (Mark) Neu-kirchen. Geb. um 1685. 1708 one of two readings
3In den Innungsbüchern heißt es von ihm am 8. Juni 1708: »Weil dann dieser (Christoph Adam Richter, Geigenmachers Geselle) keines Meisters Sohn noch weniger seine zwey Wanderjahre nicht verwandert, Er vielmehr bei Ihro Hochfürstl. Durchl. unterthänigst angesuchet, ohne Wanderung (ihm) zu einem Mitmeister auff- und anzunehmen, (hat er) auch dafür 10 Thaler Hochfürstl. Cammer abtragen müssen …« one of two readings
4In den Innungsbüchern heißt es von ihm am 8. Juni 1708: »Weil dann dieser (Christoph Adam Richter, Geigenmachers Geselle) keines Meisters Sohn noch weniger seine zwey Wanderjahre nicht verwandert, Er vielmehr bei Ihro Hochfürstl. Durchl. unterthänigst angesuchet, ohne Wanderung (ihm) zu einem Mit-meister auff- und anzunehmen, (hat er) auch dafür 10 Thaler Hochfürstl. Cammer abtragen müssen …« one of two readings
5Er war vermutlich ein Eingewanderter und scheint dann auswärts gestorben zu sein — vielleicht in Klingenthal —, da sein Name in den Markneukirchner Pfarrbüchern nicht vorkommt. Von ihm ist vielleicht die sechssaitige Tenor-Viola di Gamba in der Sammlung Claudius in Kopenhagen, auf deren Zettel man freilich nur den Namen Richter mit der Jahreszahl 1712 entziffern kann. Er scheint identisch zu sein mit dem bereits 1705 in den Zunftbüchern erwähnten Christian Adam R.
7Richter, Johann Georg. — Borstendorf. Geb. 1692, † 16. April 1732
8Vielleicht ein Bruder von Christian R. Man weiß von ihm nur, daß er bei Hans Vogel und Christian Richter gelernt hat.
10Richter, Karl, hat in Wien eine Werkstatt und beschäftigt einen Gehilfen als Reparateur für Geigen
12Richter. — Modena. 1808
13Ein Deutscher, der sich am Anfang des 19. Jahrhunderts als Gitarrenmacher in Modena niederließ. Er soll jedoch auch Geigen gemacht haben. Auch bei Valdighi (2617) wird er erwähnt.
15Richter & Jühling s. Jühling
17Ricolazi, Ludovico. — Cremona. 1729
18Ich kann diesen Namen nur auf Vidals Autorität hin hier anführen. Irgendwelche Belege, daß ein Geigenmacher L. Ricolazi wirklich in Cremona gelebt habe, waren nicht aufzufinden. Dagegen wurde von einem Davide Ricolazi in Cremona, Via lunga 174 … vor einigen Jahren in London eine Violine zum Verkaufe angeboten.
20Ricozali, Nicolo. — Civitavecchia. 1759
21Hofsekretär A. Gerschey in Lissabon besaß eine hochgewölbte Violine mit breiter, aus vier Holzfasern bestehender Einlage dieses Geigenmachers, in der Arbeit an die Art Giglis erinnernd. Der Boden bestand aus einem Stück, die F-Löcher waren schön, der Lack gelblich und der Ton zwar etwas hohl, aber doch gut. Auf dem geschriebenen Zettel war der Name Ricozali zu lesen. Er gehörte wohl zu derselben Familie wie Ricolazi, — welche Lesart ist richtig?
23Ricordi, Giovanni. — Mailand
24Eine Geige ohne Datum mit der Inschrift: »Giovanni Ricordi Milano« befindet sich im Mathiasdom zu Ofen (Budapest). Der Zettel deutet wohl den Verkäufer (Musikalienhändler), nicht aber den Verfertiger an.
26Ricque, Henri. — Brüssel? 1459. 1460
27Ein Brabanter Meister, dessen Name urkundlich nachzuweisen ist. Vgl. »Archives des Arts« (Brüssel).
29Riechers. — Hannover. 1835. 1848
30Der Vater von August Riechers. Der letztere schreibt von ihm: »Schon als Knabe lauschte ich gern den Erzählungen meines Vaters, der als Musiker in Hannover lebte und nebenbei als Autodidakt die Geigenmacherei betrieb … Er erwähnte es stets als ein besonderes Ereignis und betrachtete es als eine große ihm zuteil gewordene Auszeichnung, daß er die Guarnerigeige Paganinis öffnen und reparieren durfte. Obgleich der große Künstler die Arbeit lobte und durch die Reparatur vollständig zufriedengestellt war, fand er doch die angesetzte Rechnung von 3 Talern zu hoch, so daß sich dieser darüber sehr ärgerte und den Italiener samt seiner Geige verwünschte …«
32Riechers, Albert. — Wiesbaden, London, Toronto, San Francisco. 1880. 1893
33Ältester Sohn von August Riechers und dessen Schüler. Er wurde auch als Geiger ausgebildet, arbeitete in verschiedenen Städten und wanderte 1892 nach Amerika aus.
35Riechers, August. — Hannover, Berlin. Geb. 8. März 1836 in Hannover, † 4. Januar 1893 in Berlin
36Als Sohn eines Musikers, der sich auch mit dem Ausbessern alter Geigen beschäftigte, hat er schon mit 12 Jahren eine Geige selbständig zu machen versucht, kam aber trotzdem, sehr gegen seinen Willen, zu einem Klaviermacher in die Lehre. Hier hielt er es nicht lange aus; nun erst setzte er es durch, nach Markneukirchen geschickt zu werden, wo Carl Friedrich Ficker, genannt »Fickerhansl«, sein Lehrer wurde1). Als Gehilfe arbeitete er hauptsächlich bei L. Bausch. Wenn er beiden Meistern auch viel verdankte, so hat er es doch erst durch rastloses Selbststudium zu jener Vollkommenheit gebracht, die ihn vor anderen Geigenmachern auszeichnete. 1862 ließ er sich in seiner Vaterstadt Hannover, Bübelingenstr. Nr. 11, nieder und hatte das Glück, daß Joachim auf ihn aufmerksam wurde, ihn förderte und ihn schließlich im Jahre 1872 veranlaßte, seine Werkstatt nach Berlin zu verlegen. Er arbeitete fast ausschließlich nach den Modellen von Stradivari, wobei er immer wieder neue Versuche anstellte, und daher kommt es auch, daß seine ältesten Geigen zu dick im Holz sind, während seine späteren oft zu dünn erscheinen. Gut aber sind sie alle; nur unter den Geigen aus seiner allerletzten Zeit, an denen er wenig selbst gearbeitet hat, und die nicht immer von geschickten Gehilfen herrührten, findet man solche, die minderwertig genannt werden dürfen. Er arbeitete ungemein gewissenhaft und sorgfältig und verstand sich gut auf das Holz, wenn auch seine Ansicht, daß das
381) Im Gegensatz zu Riechers' eigener Angabe soll, wie in Markneukirchen erzählt wird, nicht Ficker-Hansel, sondern Carl Wilhelm Aug. Ficker, geboren 1818, † 1868 sein Lehrer gewesen sein.

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