Scan 429
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1sehr fleißig arbeitete, wurde er schon nach zwei Jahren Gehilfe, arbeitete als solcher in verschiedenen besseren Geigenmacherwerkstätten und vervollkommnete sich mehr und mehr. Im Jahre 1892 machte er sich in Freiburg selbständig. Er fing sehr klein an; da er jedoch ein echter Künstler ist, äußerst sorgfältig arbeitet und alles an seinen Geigen selbst macht, ja sogar auf die Mitarbeit eines Gehilfen verzichtet, um keine fremde Hand an seine Werke zu bringen, gelang es ihm bald, die Anerkennung der berufensten Kenner zu erwerben, so daß er jetzt fortdauernd mit Bestellungen überhäuft ist, und als Frucht seines rastlosen Fleißes ein hübsches Landgut besitzt, wo er ferne dem Getriebe der Stadt in stiller Werkstatt emsig schafft. Er besitzt mehrere Medaillen und ist, denn er dürfte der einzige Schüler Hörleins sein, jetzt wohl am besten in den Bau der »Ritterbratschen« (Viola alta) eingeweiht. Er besitzt tüchtige theoretische Kenntnisse, ahmt die Modelle Stradivaris und Guarneris nach und verwendet schönstes Holz und Öllack. Im Jahre 1904 erfand er einen sehr zweckmäßigen neuen Saitenwirbel für Streichinstrumente, der wohl bald den bisher üblichen verdrängen wird. Auch seine Violen für kleine Hände sind wegen ihrer Tonfülle eine wertvolle Neuerung. Im Jahre 1909 wurde er zum fürstl. Fürstenbergischen Hofgeigenmacher ernannt.
2Geigenzettel: Adolf Romer / (Wappen) Hof-Geigenmacher / Freiburg i. B. / No. 92 faciebat anno 1911 (gedruckt) und Abb. 650.
4Romieux & Berney. — Genf
5Musikinstrumentenfabrik, deren einer Inhaber Schüler von Pupunat war. Die Firma wurde unter dem Titel »Union artistique« 1893 gegründet und besitzt für ihre guten Leistungen bereits fünf Weltausstellungs- und sechs Schweizer Ausstellungsmedaillen.
6Geigenzettel: (Fabrikmarke) Union Artistique / Lutherie soignée / réparations. (Adresse) Genève (gedruckt).
8Romney, George. — London. 1830
9Vielleicht ein Sohn oder Enkel des berühmten gleichnamigen Malers († 1802). Arbeiten von ihm kommen selten vor. Eine von ihm im Jahre 1830 gebaute Violine stellte Mrs. C. Prodgers in der Londoner Music Loan Exhibition 1904 aus.
11Ronchetti, Domenico. — S. Valentino Reggio. 1760. 1769
12Angeblich der Nachfolger von Domenico Rogieri und vielleicht auch der Verfertiger vieler unechter Geigen mit dessen Namen. Ein Geigenmacher dritten Ranges. Die leichte Ansprache seiner Instrumente ist wohl hauptsächlich eine natürliche Folge ihres Alters.
14Ronchini, Raffaello. — Fano. 1851
15Ein Geigen- und Bogenmacher des 19. Jahrhunderts, der nach Stradivari, etwa in der Art des C. G. Testore, gearbeitet hat. Er verwendete kleingeflammtes Holz und trug seinen braungelben Lack ohne jeden Untergrund auf. Hauptsächlich besaß er als Reparateur einen gewissen Ruf.
16Geigenzettel: Abb. 653.
18Rondani, Ernesto. — Turin. 1884
19Seine Geigen sind ohne Eigenart und ohne besondere Vorzüge.
21Rook, Joseph. — London (Carlysse). 1777. 1830
22Vielleicht ein Schüler der Forster, an deren Arbeit seine Geigen erinnern.
24Roos. — Straßburg. 1868
25Erfinder einer Verbesserung am Baßbalken.
27Ropiquet. — Paris. 1815
28Orchestermitglied der Pariser Oper und Vater der Tänzerin Ropiquet, der aus Liebhaberei einige Geigen machte und mit seinem Namen bezeichnete.
30Rosa, Agostino. — Rom. 1795
31Sohn des Nicola Rosa in Neapel. Ein Mandolinenmacher gleichen Namens kommt 1791 auch in Rieti vor. Geigenzettel: Agostino Rosa figlio / di Nicola Napolitano l’anno 1795 / Roma (gedruckt).
33Rosa, Nicola. — Neapel. 1680. 1720
34Ein neapolitanischer Lautenmacher, von dem sich nur wenige Arbeiten erhalten haben dürften. Er soll übrigens ein Verwandter des Malers, Dichters und Musikers Salvator Rosa gewesen sein.
36Rosa. — Lissabon. 1899
37Teilhaber der Firma Caldeira & Rosa, die Mandolinen und Gitarren herstellt.
39Rosario, P. und Sohn. — Catania. 1898
40In guten Mandolinen findet sich diese Firma.
42Rose, John s. Roß
44Roselli, Antonio. — Sassuolo (Modena). Geb. 17. Januar 1798, † 22. Februar 1870
45Seine Geigen sowie seine Reparaturen sind nicht besonders gut. Er war ein Mensch, der alles mögliche versuchte: so war er Blasinstrumentenmacher, Maler, ein ganz guter Musiker und sogar Barbier usw. Trotz allem starb er doch im tiefsten Elend und mußte betteln, um sein Leben zu fristen.
47Rosenwald, lebt als Nachfolger G. E. Bergs in Kopenhagen
49Rosiero, Rocco. — Cremona. 1730
50Arbeiten von ihm kommen selten vor, sind jedoch nicht schlecht, so daß die Vermutung nahe liegt, daß viele seiner Geigen jetzt unter berühmteren Namen im Verkehr sind.
52Rosio, Paolo. — Verolanova. 1857
53Er ist nur als Baßmacher bekannt.
55Roß, Donald. — Edinburgh. Geb. 1. Februar 1817 in Ederton, Rossshire
56Ein Inspektor des Edinburgher Wasserwerks, der aus Liebhaberei über 50 Violinen, hauptsächlich nach Maggini, gemacht hat.
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