Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 435

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 431. See the scan on archive.org.

1fünf Saiten, und zwei Violinen (eine von 1736) besaß nach dem Inventar vom 9. Dezember 1773 die ehemalige Köthener Hofkapelle.
2Geigenzettel: Johann Heinrich Ruppert / anno 1719 in Erfurt (gedruckt). — Johann Heinrich Ruppert / in Erfurt 1728 (gedruckt).
4Rupf (Rief?), Euphrosius. — Vils. 1783
5Diesen Namen liest man auf einem sehr ungelenk geschriebenen Geigenzettel. Ich glaube, der Schreiber wollte Rief schreiben, und es ist nur gegen seine Absicht »Rupf« daraus geworden.
7Ruprecht, Wilhelm. — Wien. 1839. † 4. Febr. 1862
8Er war ein sehr talentvoller und geschickter Geigenmacher. Er ahmte vorzugsweise Guarneri del Gesù nach, baute aber auch in künstlerischer Weise nach Brescianer Vorbildern. Geigen dieser Art zeigen verschiedenartiges Bodenholz und doppelte Einlagen; viele haben außerdem auf dem Boden einen sog. Drudenfuß eingelegt. Er hatte einmal Gelegenheit, einen Ahornbaum zu kaufen, dessen Holz ganz mit schwarzen Adern durchzogen war, und dieses Holz findet man auf fast allen Geigen, die er gebaut hat. Manche seiner Kopien der alten Brescianer werden als Originale verkauft. Seine Geigen galten schon zu seiner Zeit etwa 350 M. In der Ausstellung, auf die er sich mit seinem Zettel beruft, war er mit einem Violoncello und drei Geigen vertreten, von denen eine mit Buchsbaum und Ebenholz eingelegt war. Er wohnte 1839 Landstraße Nr. 102 und 1856 auf der Wieden Nr. 767.
9Geigenzettel: († W R) Wilhelm Rupprecht / fecit Vienne (gedruckt) und Abb. 630.
11Russo, Domenico. — 16. Jahrhundert (?)
12Das Innsbrucker Ferdinandeum besitzt nach einer freundlichen Mitteilung Dr. Waldners seit kurzer Zeit eine interessante alte und reichverzierte Gambe mit fünf Saiten von besonders breitem Bau. Der 600 mm lange Schallkörper ist unten 410 mm, in der Brust zwischen den spitz ausladenden ) (220 mm und oben 350 mm breit. Auf dem 280 mm langen Hals sitzt ein auf allen Seiten mit erhobenen Verzierungen versehener 190 mm langer Wirbelkasten, der mit einem nach vorn gestreckten, fein geschnitzten Faunkopf endigt. Die Zargen sind nach alter Brescianer Weise mit einem Holzstreifen belegt, unten 140 mm, in der Mitte 130 mm und oben 130 mm hoch. Der Boden aus Kastanienholz ist flach, oben abgedacht, die breitjährige Decke schwach gewölbt. Die Schalllöcher sind breit, C-förmig mit ausgezacktem Innenrand; unter dem Griffbrett befindet sich ein schön gegitterter Dachstern. Griffbrett und Saitenhalter sind mit Festons usw. in Buchsbaum-Intarsia verziert. Die Decke ist rundherum mit zehn quadratischen Feldern aus verschiedenfarbigem Elfenbein in Florentiner Mosaik eingelegt, ein elftes gleiches Quadrat sitzt in der Mitte zwischen Griffbrett und Saitenhalter. Der Lack ist dunkelbraun. Auf einem schmalen Papiertreifen liest man: Dominico Rvsso. Nach der ganzen Bauart und nach dem Schnitt der Schalllöcher gehört das Instrument noch dem 16. Jahrhundert an, nur das verhältnismäßig schmale Griffbrett mit seinen Intarsien und der Saitenalter stammen aus einer späteren Zeit und dürften bei einer Reparatur erst nachträglich hinzugefügt worden sein. Könnte dieser Dominico Russo nicht mit Joannes Dominico oder mit Dominico da Pesaro in Beziehung gebracht werden?
14Ruth (Ruch), Longinus. — Nellenburg. 1747
15Er besaß einen gewissen Ruf und scheint wohl als Hausierer mit seinen Geigen weit herumgekommen zu sein. Arbeiten von ihm kommen ziemlich oft vor, und doch ist weder sein Name noch sein Wohnort einwandfrei festzustellen. Auf der Mehrzahl seiner Zettel, von denen einzelne rot gedruckt sind, liest man Ruth, auf anderen aber ausdrücklich Ruch, so daß man geneigt sein könnte, diesen Longinus der Familie Rauch zuzuzählen. Als Wohnort kommt wohl Nellenburg unweit von Stockach in Baden, an der Landstraße gegen Radolfzell am Unter-(Boden-)See in Betracht. Dort liegen auf einem Ausläufer der Liptinger Höhen die Reste der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Feste Nellenburg¹). Die ehemalige Grafschaft Nellenburg kam 1465 an Österreich, 1805 an Württemberg und 1810 an Baden. In seiner Arbeit ist R. nicht hervorragend. Die Wölbung ist gewöhnlich sehr hoch, die F-Löcher sind weit offen, die Schnecke unschön, der Lack mager. Die Einlagen fehlen gewöhnlich, dagegen ist der Ton nicht schlecht. Von ihm besitzt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg eine Diskantgeige, das Benediktinerstift St. Margaret bei Prag eine Violine, eine andere Dir. Paul Müller in St. Gallen (mit dem Namen Ruch).
16Geigenzettel: Longinus Ruch in / Nellenburg. (gedruckt). — Longinus Ruth / in Nellenburg, Tyrol 1747 (gedruckt).
18Rutherford, John. — London. 1905
19Wird mir als guter Geigenmacher bezeichnet.
21Rutsch, Fr. — Beuthen, O.-S. 1885
22Wurde mir nur durch einen Reparaturzettel bekannt.
24Ruzicka, Josef. — Troppau. 1914
25Ein Troppauer, der in Prag lernte, als Gehilfe bis nach Braunschweig kam und sich 1903 in seiner Vaterstadt selbständig machte. Er stimmt Boden und Decke harmonisch ab, baut nach Stradivari und Guarneri und wird von Kennern gelobt. Eine gute Violine von ihm besitzt Vinc. Prießnitz in Gräfenberg.
27Ruzout. — Paris. 1795
28Grillet teilt folgenden Zettel mit: Mis en état par Ruzout / rue de Grenelle Honoré à Paris 1795 (geschr.).
30Rymwid-Mickiewicz, Joseph. — Odessa. Geb. in Preli-Witebsk 1869
31Schüler von Wladimir W. Ivanoff in St. Petersburg, arbeitete von 1891—1897 zusammen mit A. Didelot als
33¹) Leider ist das Stockacher Archiv im 18. Jahrhundert größtenteils ein Raub der Flammen geworden, so daß auch dort nichts zu finden war.

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.