Scan 442
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Sattler, Ignaz I. — Silberbach b. Graslitz. Geb. 1773, † 20. Juli 1840
2Einer alten Geigenmacherfamilie aus Graslitz entstammend. Da er in seine Geigen nur sehr selten Zettel einklebte, dürfte es schwer fallen, Arbeiten von ihm nachzuweisen.
4Sattler, Ignaz II. — Silberbach. Geb. 2. Febr. 1797, † 6. Januar 1866
5Sohn und Schüler von Ignaz I S. Er galt als ein geschickter Geigenmacher, arbeitete aber fast ausschließlich für Händler.
7Sattler, Josef. — Silberbach b. Graslitz. Geb. 1866 in Graslitz
8Schüler seines Vaters David S. Er arbeitet viel für den Handel, aber nur in die von ihm selbst nach einem Modell von Math. Thir gemachten Geigen klebt er seinen Zettel. Er verwendet Spiritus- und Öllack.
10Sauke, Julius J. C. — Hamburg. Geb. 1800, † 1856
11Ein für seine Zeit nicht untüchtiger Instrumentenmacher, der namentlich recht gute Gitarren gemacht hat und noch 1854 in München ein schönes Violoncello ausstellte. Seine Violinen sind stark im Holz, zeigen eine geschickte Hand und klingen voll. Der Lack ist gelb oder gelbbraun. Er bevorzugte ein großes Stradivari-Modell, von dem er nur abwich, wenn er für Cellier arbeitete.
12Geigenzettel: Rep. v. J. Sauke / Hamburg 1840 (gedruckt). — J. Sauke / Instrumentenmacher / Hamburg (gedruckt) und Abb. 726.
14Sauli, Natale. — Alessandria. 1689
15Ein Geigenmacher, der sich bei Valdrighi (4404) verzeichnet findet.
17Saunders, S. — London (Twickenham). Geb. 27. April 1840 in Winterbourne
18Ein Liebhaber, der recht gute Geigen baut, für die er bereits mehrfach Ausstellungsmedaillen erhalten hat. Er klebt keine Zettel ein und verwendet nur eine Brandmarke.
20Saunier. — Mirecourt. 1740
21Nach A. Jacquot war er und nicht, wie Fétis annimmt, Edmond S. Schüler des Tischlers und Instrumentenmachers Lambert in Nancy.
23Saunier, Edmond. — Bordeaux, Paris. Geb. um 1730, † nach 1783
24Vielleicht ein Sohn des Mirecourter Meisters seines Namens. 1754—1764 war er in Bordeaux, um 1770 aber in Paris, wo er erst in der Rue Tiquetonne und von 1775—1783 in der Rue des Prouvaires wohnte. Er hat recht gute Geigen gemacht, doch ist er be- rühmter als Mandolinen- und Gitarrenmacher gewesen. Piète und Fourier (Nicolas) waren seine Schüler. Am Boden außen findet man oftmals seinen Brandstempel: SAUNIER.
25Geigenzettel: Saunier / à Bordeaux / 1754 (gedruckt)
27Savage, Henry. — 1610
28Ein englischer Gambenmacher vom Anfang des 17. Jahrhunderts soll diesen Namen geführt haben.
30Savani (Scavani), Giuseppe. — Carpi. 1809
31Ein Dilettant, der als Baßmacher nicht ungeschickt war.
33Savart, Felix. — Paris. Geb. in Mézières 30. Juni 1791, † in Paris 1841
34Ein ausgezeichneter Physiker, der sich viel mit den Gesetzen der Akustik beschäftigte und wertvolle Untersuchungen der Geige vornahm, wozu ihm Vuillaume die kostbarsten italienischen Geigen zur Verfügung stellte. Eine Frucht seiner Studien ist: »Mémoire sur la construction des instruments à cordes et à archet« (1819). Schließlich erfand er auch eine Geige in der Form eines Trapezoids, die er 1819 der Akademie der Wissenschaften in Paris vorlegte, und veranlaßte auch den Bau mehrerer Geigen von trapezförmiger oder zylindrischer und von vierkantiger Gestalt. Beispiele dafür finden sich sowohl aus der Sammlung Snoeck in Berlin als auch im Museum des Pariser Konservatoriums. Wenn diese Versuche auch wenig Erfolg haben konnten, so hat S. sich doch durch seine wissenschaftlichen Arbeiten um den Geigenbau verdient gemacht.
36Savicki (Sawitzki), Carl Nikolaus. — Wien. Geb. 1792 in Lemberg, † 13. Oktober 1850 in Wien
37Er entstammte einem polnischen Adelsgeschlecht und war ursprünglich für den geistlichen Beruf bestimmt. Als er das Gymnasium besuchte, wohnte er bei einem Geigenmacher, und ohne Vorwissen seines Vaters, der Schulvorstand war, erlernte er den Geigenbau. Er scheint dann lange gewandert zu haben. Als er nach Wien kam, mußte er, da er nicht in Wien gelernt hatte, erst um die Bewilligung zur Niederlassung ansuchen. Im Jahre 1824 erscheint er dann als »befugter Geigenmacher« eingetragen. Er war einer der allerbesten Wiener Geigenmacher und arbeitete nach einem großen, breiten Stradivari-Modell und verwendete das schönste Holz. Ränder und Schnecke hielt er ziemlich kräftig, sein Lack ist bräunlich bis rotgelb. Er hat auch einige Kopien nach Guarneri del Gesù gebaut und unter anderen eine so getreue Kopie von Paganinis Geige angefertigt, daß der große Geiger selbst ganz entzückt war und Savicki in einem Zeugnis vom 10. August 1828 für ein »außerordentliches Genie« erklärte »sowohl in der Verfertigung neuer Violinen als in der unübertrefflichen Art, alle Streichinstrumente zu reparieren«. Der Ton seiner Geigen ist voll und sehr kräftig. Eine reich mit Perlmutter eingelegte Violine mit dem Zettel: Smæ. C. R. Apostolicæ Maiestati / Ferdinando Imo Austriae imperatori / dedicavit in signum Venerationis et submissionis / Carol. Nicol. Sawicki Leopolitanus
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- Sattler, Ignaz I.
- Sattler, Ignaz II.
- Sattler, Josef
- Sauke, Julius J. C.
- Sauli, Natale
- Saunders, S.
- Saunier, Edmond
- Savage, Henry
- Savani, Giuseppe
- Savart, Felix
- Savicki, Carl Nikolaus
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