Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 448

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

45 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 444. See the scan on archive.org.

1Scherzer, Julius Walter. — Markneukirchen.
2Geb. Dezember 1869 in Schöneck, † um 1901
3Einer der vielen Geigenmacher seiner Heimat, die, im Dienste der Händler stehend, nur für den Tag geschaffen haben.
5Scherzer, Moritz. — Schöneck i. S. Geb. 28. Juni 1870
6Schüler von Oswald Schilbach. Von 1887 an arbeitete er sieben Jahre lang als Gehilfe und begründete 1894 ein eigenes Geschäft, arbeitete dann aber wieder für andere Meister.
8Sches, Beernaert. — Brügge. 1650
9In der jetzt in Berlin befindlichen Sammlung Snoeck wird eine Taschengeige von ihm aufbewahrt, die im ganzen nicht schlecht gearbeitet ist.
10Geigenzettel: Beernaert Sches tot Brugghe 1650 (gedruckt).
12Schetelig. — Markneukirchen
13Dieser Familie gehören als Geigenmacher an:
15Schetelig, Christian Gottlob I. — Geb. 4. Jan. 1767, † 19. Dezember 1821
16Sechster Sohn von Johann Gottfr. Sch. Er verheiratete sich am 29. Oktober 1789 mit Eva Regine Lippold (geb. 1766, † 1830) und hinterließ sechs Kinder. Er war ein talentvoller Geigenmacher, dessen Geigen ziemlich flach gearbeitet und nur am Rande, von wo aus die Wölbung sofort beginnt, etwas vertieft sind. Die F-Löcher stehen ein wenig zu steil.
17Geigenzettel: Christian Gottlob Schedlich / Musikalischer Instrumentenmacher / in Neukirchen Anno 1792 (gedruckt).
19Schetelig, Christian Gottlob II. — Geb. 19. Juni 1791, † 31. August 1862
20Sohn und Schüler von Christian Gottlob I Sch. In seinen Geigen macht sich die Verwendung vorgearbeiteter Bestandteile stark bemerkbar, und der Lack läßt viel zu wünschen übrig. Daß nur wenige Geigen mit seinem Zettel vorkommen, hat vielleicht seinen Grund darin, daß er seinen Namen auch »Schädlich« schrieb. Er heiratete 1815 Christine Erdmuthe Woller († 1860).
22Schetelig, Christian Wilhelm. — Geb. 7. April 1795, † 23. Juli 1856
23In seinen jüngeren Jahren hat er einige bessere Geigen gemacht, wenn er auch kein gutes Modell gekannt zu haben scheint. Später arbeitete er hauptsächlich für Händler und beschränkte sich darauf, billige Ware herzustellen.
25Schetelig, Ernst. — Geb. 12. Juli 1864
26Schüler von Ad. Paulus (Bausch Nachf.). Von 1883 bis 1890 arbeitete er als Gehilfe und machte sich dann in seiner Vaterstadt selbständig. Da er gute Vorbilder studiert und eine gute Lehre durchgemacht hat, ist er imstande, Geigen herzustellen, die besser sind, als der Markneukirchener Durchschnitt. Zu einer Viola d’amore hat er sich selbst ein Modell konstruiert. Geigen, in die er seinen Zettel klebt, sind in allen Teilen seine eigene Arbeit.
28Schetelig, Heinrich Wilhelm. — Geb. 1. Febr. 1835
29Sohn und Schüler von Johann Georg II Sch. Er gab das Geigenmachen jedoch wieder auf, wanderte nach Amerika aus, wo er sich in Baltimore als Messingblasinstrumentenmacher niederließ und jetzt Henry W. Schetlich nennt.
31Schetelig, Johann Christian (Christoph). — Geb. um 1706, † nach 1756
32Er wurde am 4. Januar 1729 Meister; da er sowohl als seine Frau, die Tochter eines Geigenmachers, im Jahre 1756 noch lebten, ist seine Lebenszeit einigermaßen zu bestimmen. Er scheint übrigens in Markneukirchen weder geboren noch gestorben zu sein, darf aber als der Stammvater der noch heute bestehenden, wahrscheinlich aus Böhmen¹) eingewanderten Familie betrachtet werden.
34Schetelig, Johann Christian Gottfried. — Geb. 10. Januar 1732, † 12. Dezember 1782
35Einziger Sohn von Joh. Christof Sch. und seiner Frau Anna Rosine. Ein geschickter Geigenmacher, der am 22. Februar 1751 Meister wurde und am 18. November 1755 Johanna Rosine Meinel heiratete, mit der er neun Kinder hatte. Geigen von ihm kommen schon vor 1751 vor. Es gibt auch Zettel, auf denen er Innsbruck als Ursprungsort angibt; ob er jemals dort gearbeitet hat, oder nur, wie seine Zeitgenossen, einen beliebigen Ort fingierte, konnte nicht festgestellt werden. Vielleicht war er, wie Dr. Fr. Waldner vermutet, während der Minderjährigkeit von J. G. Psenners Sohn bei der Witwe als Geschäftsführer tätig.
36Geigenzettel: Christian Gottfried Schedelich / Violinmacher in Innspruck Ao. 17 (gedruckt).
38Schetelig, Johann Georg I. — Geb. 8. Juli 1764, † 18. Dezember 1837
39Fünfter Sohn von Johann Gottfried Sch. Er heiratete 1788 Eva Regine Wild (geb. 1767, † 1823) und hinterließ sechs Kinder. In seinen Arbeiten erkennt man noch die Schule der Ficker, Pfretzschner usw.; das Holz ist bei ihm meist schöner, die innere Ausarbeitung jedoch oberflächlicher.
41Schetelig, Johann Georg II. — Geb. 14. Aug. 1791, † 29. November 1854
42Zweiter Sohn von Johann Georg I Sch. Er heiratete 1815 Regine Sophie Heberlein und hinterließ neun Kinder. Seine Geigen sind mit wenigen Ausnahmen nicht besser als gewöhnliche Fabrikarbeit.
44¹) In Schönbach, Graslitz usw. findet man noch heute die Schädlich usw.

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