Scan 45
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
52 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 41. See the scan on archive.org.
1Bergonzi, Nicola. — Cremona. 1740. 1782
2Ältester Sohn von Michel Angiolo B., der das väterliche Geschäft übernahm und fortsetzte. Er baute viele Instrumente, die im Patron denen seines Vaters ähnlich sind, ihnen aber im Ton und in der Arbeit sehr nachstehen. Der Lack ist dünn und hat wenig Feuer, das Holz nicht immer gut gewählt und die Schnecke unschön.
3Geigenzettel: Abb. 78.
5Bergonzi, Zosimo. — Cremona. 1750. 1777
6Dritter Sohn Michel Angiolo und etwas geschickter als sein Bruder Nicola. Seine Violinen sind von ungleichem Wert, besser dagegen seine Violoncelli und Bässe.
7Geigenzettel: Fatto da me Zosimo Bergonzi / L’anno 1777, Cremonae (gedruckt).
9Bergström, J. A. — Nyköping. 1828
10In der Wahl des Holzes nicht sehr glücklich, sonst ein ganz tüchtig arbeitender schwedischer Geigenmacher.
12Berkemayer, Bernhard. — Iglau
13In einer zwölfsaitigen Zither im Besitze Eman. Ed. Homolkas findet sich der Zettel:
14Bernhard Berkemayer / Bürger in Iglau / verfertigt Forte-Pianos und alle / andere Saiteninstrumente. / Wohnt im eigenen Hause № 356 / in der hinteren Judengasse (gedruckt).
16Berkemeyer, J. F. — Amsterdam. 1806
17Wenig bekannter, wahrscheinlich aus Süddeutschland oder Mähren eingewanderter geschickter Geigenmacher, von dem Felix Herrmann eine recht gute Violine besitzt. Boden, Zargen und Schnecke sind sehr schön, die Decke von weitjährigem Holz fällt dagegen etwas ab, doch ist der rotbraune Lack zu loben.
18Geigenzettel: J. F. Berkmeyer / Amsterdam Ao 1806 (geschrieben).
20Berly. — Mirecourt
21Eine Geigenmacherfamilie, von der dem Namen nach bekannt wurden:
22Berly, Charles. 1760. 1765
23— Dominique I. 1744. 1750
24— Dominique II. 1761. 1765
25— Dominique III. 1750. 1789
26— Dominique IV. Geb. 1765
27— Guillaume. 1732
28— Jean-Claude. 1756. 1757
29— Léopold. 1777. 1778
30— Pierre. 1756. 1764.
32Berliner, E. — Boston. 1885
33Ließ sich eine »verbesserte« Violine patentieren, an der durch einen Spannrahmen eine Saitenspannvorrichtung angebracht war; er erzielte jedoch begreiflicherweise keinen sonderlichen Erfolg damit.
35Bernard, André Florent Nicolas. — Lüttich.
36Geb. 6. Okt. 1870
37Schüler von Gand und Bernardel. Seit 1890 ist er in seiner Vaterstadt tätig. Er arbeitet sauber im Stile seiner Lehrmeister und erhielt 1897 in Brüssel, 1900 in Paris für seine neuen Geigen silberne Medaillen, und 1905 in Lüttich, 1907 in Bordeaux und 1910 in Brüssel goldene Medaillen. Auch in der Wiederherstellung alter Geigen ist er sehr geschickt. Seine Werkstatt führt das Schild: »A la Guitarre royale«.
39Bernard, Jacques. — Mirecourt. 1773. 1780
40Galt als guter Bogenmacher.
42Bernardel, Auguste-Sébastien-Philippe. — Paris.
43Geb. Mirecourt 1802, † 6. Aug. 1870 zu Bougival
44Nachdem er in seiner Heimat ausgelernt hatte, kam er 1820 nach Paris und trat bei N. Lupot und später bei Gand père als Gehilfe ein. Er gründete 1826 sein Geschäft in der Rue Coquillière Nr. 44 und arbeitete bis 1859 allein. Dann nahm er seine beiden Söhne als Teilhaber der Firma auf, arbeitete aber noch bis 1866 fleißig weiter. Einer der geschicktesten französischen Geigenmacher des 19. Jahrhunderts und gründlicher Kenner des Holzes, das er mit größter Sorgfalt auswählte. Auf der Londoner Ausstellung 1851 stellte man seine Arbeit der Forsterschen gleich, wenn auch sein Cello einen näselnden Ton gehabt haben soll; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß er gerade, was die Größe des Tons anbelangt, alle englischen Meister übertraf. Seinen braunen und rötlichen Lack trug er manchmal zu dick auf, auch hat die rote Farbe oft einen Stich ins Violette, was als Schönheitsfehler gelten muß. 1859 verband er sich, wie schon bemerkt, mit seinen Söhnen Ernest-Auguste und Gustave-Adolphe zu der Firma »Bernardel et fils« und zog sich 1866 vom Geschäft zurück.
45Geigenzettel: Bernardel, luthier / ex-ouvrier du sr Lupot, / rue Coquillière, n° 44 à Paris, / l’an 1826 (gedruckt) und Abb. 72 und 73.
47Bernardel, Ernest-Auguste. — Paris. Geb. 1826, † 10. Dez. 1899 in Paris
48Sohn von Seb. Phil. B. Seit 1859 Teilhaber der Firma seines Vaters; er verband sich später mit seinem Bruder zusammen mit Ch. N. E. Gand. Ein trefflicher Meister, dem ein gut Teil des Ruhmes der Firma zuzuschreiben ist.
50Bernardel, Gustave-Adolphe. — Paris. Geb. Paris 1832, † 27. Jan. 1904 in Cherbourg
51Schüler seines Vaters Séb. Phil. B. Vielleicht der beste unter den französischen Geigenmachern seiner Zeit. Seit 1860 Teilhaber der Firma seines Vaters; er verband sich 1866 mit Eug. Gand, mit dem er 26 Jahre in treuer Freundschaft die Firma Gand & Bernardel teilte. Seit 1892 war Gustave B. alleiniger Inhaber des weltberühmten Geschäftes, das nun die Firma »Gustave Bernardel, seul successeur de Gand & Bernardel« trug. Begründer des Geschäftes war bekanntlich Lupot; seine Nachfolger waren Gand, Gand frères, Gand & Bernardel und Gustave B. Er befolgte die Traditionen Lupots, baute treffliche Streichinstrumente und versuchte eine gelungene Rekonstruktion der Viola di Gamba, er machte alle Saiteninstrumente, die Harfe aus-
Makers on this page
- Bergström, J. A.
- Berkemeyer, J. F.
- Berly, Charles
- Bernardel, Ernest Auguste
- Bernardel, Gustave Adolphe
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.