Scan 454
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
40 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 450. See the scan on archive.org.
1Schniep, Ulrich. — München. 1558. 1578
2Vielleicht ein Sohn des Holzblasinstrumentenmachers (Pfeifenmachers) Hans Schniep in Wiesensteig. Ein vielseitiger Mann, der sich sowohl als Uhrmacher wie als Musikinstrumentenmacher betätigte und auch vom Hof als solcher wiederholt beschäftigt und schon 1558 mit Instrumenten nach Heidelberg geschickt wurde.
4Schödler, Simon. — Passau. 1750. 1785
5Er hat wahrscheinlich in Augsburg oder Mittenwald gelernt und vielleicht bei D. A. Stadlmann als Geselle gearbeitet. Seine Violinen erinnern an die Josef Hornsteiners. Er bevorzugte ein Stainermodell mit zarten Ecken und scharfkantigem, aufgeworfenem Rand. Sein Lack ist gelb- oder orangebraun und oft etwas trübe. In manchen seiner Arbeiten kommt er dem Prager Edlinger sehr nahe; sehr sauber sind auch seine geschnitzten Hälse, durchbrochenen Schnecken usw. ausgeführt. Obwohl er »Hochfürstl. Hof-Lauten- und Geigenmacher« war, gelang es mir doch nicht, irgend etwas aus Archiven über ihn zu erfahren. Eine Violine und eine zur Viola umgearbeitete Viola d’amore befindet sich in der Sammlung Eugen Haas in Herzogenburg. Eine Laute von 1762 mit fünf Doppelsaiten, eingelegtem Griffbrett und einem Dachstern mit dem bayerischen Weckenschild besitzt C. Claudius in Kopenhagen. Eine prächtig ausgeführte »Viola Baryton« von ihm befindet sich im Musikhistorischen Museum W. Heyers in Köln. Vgl. über diese P. de Wit: »Ein seltenes Streichinstrument von einem vergessenen deutschen Meister«. Zeitschr. für Instr. B. 20. Nr. 8. Ein ähnliches, im Jahre 1782 gebautes Instrument von einfacherer Ausstattung bewahrt die Wiener Sammlung alter Musikinstrumente.
6Geigenzettel: Abb. 695.
8Schölnast. — Preßburg. 19. Jahrhundert
9Ein Blasinstrumentenmacher, der sich gelegentlich mit dem Geigenbau beschäftigt haben soll.
11Schöner, Johann. — Schönbach b. Eger. 1826
12Er gehörte schon 1826 der Geigenmacherinnung an und soll selbst ein Geigenmachersohn gewesen sein.
14Schönfeld, Nikolaus. — Bologna. 16. Jahrh.
15Er wird gewöhnlich als Nicola Sconvelt angeführt und mag auch seinen Namen selbst so geschrieben haben. Im Verzeichnis von Raymund Fuggers Musikammer aus dem Jahre 1566 heißt es sowohl unter Nr. 60 als Nr. 63 ausdrücklich: »Eine alte Lauten von Nicola Schönfeld«. — Nr. 64: »Eine dergleichen Lauten von Gedachten«. (Vgl. Stockbauer, Kunstbestr. unter Alb. V. und Wilh. V. S. 83.) Er dürfte ein Schüler oder Gehilfe von Laux Maler gewesen sein.
17Schönfelder. — Markneukirchen
18Eine um die Geigenindustrie Markneukirchens sehr verdiente Familie. Der Name kommt in älterer Zeit vereinzelt auch kurz »Schönfeld« geschrieben vor. Die aus dieser Familie hervorgegangenen Geigenmacher sind:
20Schönfelder, August Ferdinand. — Geb. 8. Dez. 1838, † in Adorf 6. Aug. 1879, Bruder von:
21Schönfelder, Carl August. — Geb. 6. Aug. 1828, † 26. Aug. 1887
22Schönfelder, Carl Gottlob. — Geb. 14. Nov. 1789, † 4. Okt. 1876
23In seinen besten Jahren hat er recht gute Geigen gemacht, die eine gewisse Eigenart besitzen. Er hatte ein ziemlich flaches Modell; die Wölbung von Decke und Boden beginnt sofort nach der Hohlkehle am Rand und wird gegen die Mitte zu flach. Die F-Löcher stehen etwas gerade; die Schnecke ist nach Amati geschnitten. S. stand auch als Lehrmeister in Ansehen; einer seiner Schüler war Joh. Gottl. Heberlein.
24Geigenzettel: Carl Gottlob Schoenfelder / in Neukirchen bey Adorf / Fecit 1814 (gedruckt).
26Schönfelder, Caspar (Joh. Georg Caspar), wird 1677 und noch 1714 erwähnt
27Er war ein Exulant aus Graslitz, gehörte 1677 zu den Gründern der Geigenmacherzunft und saß 1710 und 1713 im Zunftrate und war bis 1690 Vormeister. Nebenbei betrieb er auch die Bäckerei. Seine Frau wurde am 8. Februar 1706 in Hans Caspar Reichelts Haus geholt, um dort einen frisch gekochten, trefflich gelungenen Geigenlack zu bewundern. Der Lack entzündete sich, und sie erlitt dabei solche Brandwunden, daß sie elf Tage später, am 19. Februar, starb.
29Schönfelder, Christ. Gottfried. — Geb. 1736, † 3. Juni 1806
30Sohn und Schüler des Geigenmachers und Bürgers Georg Simon Sch.; wurde am 10. Januar 1755 Meister. Seine Geigen sind sauber gemacht, wenn auch weder im Modell noch im Holz besonders schön. Er wurde am 6. Juli 1806 »unter freiem Himmel, und zwar hinter dem Berge neben einem Stadtfelde tot gefunden; wahrscheinlich war er am ‚Friesel‘ gestorben«. Er erreichte ein Alter von 69 Jahren 7 Monaten und 11 Tagen.
32Schönfelder, Christian Gottlob. — Geb. 14. Sept. 1797, † 21. März 1872
33In seinen jüngeren Jahren folgte er noch den Werkstattüberlieferungen seiner Familie; später bemühte er sich, italienische Vorbilder nachzuahmen, und soll das »Alt machen« gut verstanden haben.
35Schönfelder, Conrad Adam. — 1704. 1743
36Jüngerer Sohn von Simon Sch. Er wurde am 19. Mai 1704 Meister und saß 1732 im Zunftrate und war 1743 Vormeister.
38Schönfelder, Friedrich Wilhelm. — Geb. 24. Oktober 1803, † 21. September 1869
39Bruder von Christian Gottlob Sch. und teilweise auch dessen Schüler.
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