Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 48

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

47 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 44. See the scan on archive.org.

1bald das Haupt der Brescianer Schule; er hatte jedenfalls einen wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung der heutigen Violine, deren Erfindung man ihm mit größerem Rechte zuschreiben könnte, als »Duifforugcar«. Sein Ruf war bald begründet; 1568 wohnte er noch zur Miete in der Contrada del palazzo vecchio, 1588 besaß er bereits sein eigenes Haus in der Contrada de la Cocere (jetzt via delle Cossere). Seine Frau hieß Isabella und war 1546 geboren. Trotz aller Anerkennung scheint er doch anfangs mit Sorgen zu kämpfen gehabt zu haben, denn um seine Lage zu verbessern, stand er im Begriffe, dem Beispiel anderer Meister folgend, nach Frankreich auszuwandern. Um das zu verhindern, lieh ihm Bruder Gabriel zu St. Piero 60 Lire. Von da an arbeitete er sich empor; 1599 konnte er sich ein neues Haus in der Straße San Pietro Martire kaufen, und zwischen 1581 und 1607 erwarb er außerdem verschiedene liegende Gründe in Calvagese (bei Salò), dem Heimatorte seiner Schwiegertochter Fior. Das ist alles, was sich aus seinem Leben urkundlich feststellen ließ. Er wurde bei St. Joseph begraben, wo sich leider sein Grabstein nicht erhalten hat. Im April 1907 wurde ihm aber auf Veranlassung des Prof. Cav. Fr. Pasini an dieser Kirche ein Denkstein errichtet mit der Inschrift:
3Gasparo da Salò
4nell arte di liutai maestro
5per trovar le vie nuove
6loggi, materia, forma studiando
7diè quasi anima e senso
8al violino moderno
9creazione sua.
10Nato 1542. — Morto 1609
11fu sepolto in questo tempio.
13In den Urkunden wird er 1568 »Magistro de violini«, 1579 »Magistro a cittaris«, 1583 »Artefice d'instrumenti musici« und 1588 »Magister instrumentorum musiconum« genannt. Seine Geigen zeigen im allgemeinen schon die später klassisch gewordene Form. Die Wölbung nimmt er noch ziemlich hoch, die F-Löcher sind weit und stehen fast parallel, die ) sind langgestreckt und die Ecken kurz. Die Schnecke ist nicht besonders fein und bei größeren Instrumenten meist aus Birnbaumholz. Sein Lack scheint nachgedunkelt zu haben; aber es gibt außer braunlackierten Geigen auch solche von schöner Bernsteinfarbe. Bis heute haben sich nur wenige Arbeiten seiner Hand erhalten; doch wurde sein Name schon frühzeitig mißbraucht, weshalb ihm zugeschriebene Geigen stets mit Vorsicht zu behandeln sind. Man findet viele Instrumente mit seinem Namen und Jahreszahlen, die von 1610—1630 reichen, obwohl er selbst fast nie eine Jahreszahl auf seinen Zetteln angab. Einen echten dreisaitigen Baß besaß Dragonetti, eine sechssaitige Gamba bewahrt das Pariser Konservatorium. In der Sammlung des Professors Cav. Franc. Pasini befindet sich eine ganze Reihe von Instrumenten, die als Arbeiten von Gasparo da Salò gelten. Ole Bulls Violine, die ihm zugeschrieben ward, scheint jüngeren Ursprungs gewesen zu sein. Er war auf alle seine Nachfolger von größtem Einfluß, der sich bis Stradivari und Guarneri verfolgen läßt. Vgl. G. Livis Aufsatz in der Nuova Antologia vom 16. Aug. 1891. Siehe auch: Gargnano.
14Geigenzettel: Abb. 96.
16Bertolotti, Luigi s. Bortolotti
17Bertolotti, Santino. — Polpenazze. 16. Jahrh.
18Lautenmacher, der Großvater von Gasparo da Salò.
20Bertolt. — Nürnberg. 1413
21In einer Urkunde des Archivs der Stadt Nürnberg wird im Jahre 1413 ein »Ber(tolt) Lautenmacher auf der Lorenzer Stadtseite in der Mittelgasse« aufgeführt.
23Bertram, Alexander. — Eddleston. Geb. 1801
24Sohn von William B. und wohl auch dessen Schüler. Ein fleißiger schottischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.
26Bertram, William. — Stobo Castle (Schottland). 1790. 1810
27Er war Jäger von James Montgomery und machte aus Liebhaberei Geigen. Er brachte es darin zu einer gewissen Geschicklichkeit und soll in den letzten drei Jahren seines Lebens siebzehn Geigen gemacht haben, die er den Gästen seines Herrn zu verkaufen pflegte.
29Bertrand, Nicolas. — Paris. 1687. 1735
30Er arbeitete handwerksmäßig; nur manchmal kam er Jacques Boquay nahe. Sein Lack ist fast immer rissig und stumpf und gewöhnlich von roter Farbe. Violinen scheint er nur selten gemacht zu haben, dagegen trifft man Violen, Bässe und Quintone von ihm mehrfach. Das Selhofsche Versteigerungsverzeichnis (Haag 1759) führt eine Arbeit von ihm mit der Jahreszahl 1603 auf; diese kann nur 1703 oder höchstens 1693 geheißen haben, oder man müßte einen gleichnamigen Vorfahren annehmen. Ein Quinton und eine Baßviola (Gamba) von gewöhnlicher Arbeit, rotem, schmierigem Lack und mit einem Frauenköpfschen am Wirbelkasten besitzt das Brüsseler Konservatorium (Nr. 222 und 227). Außer seinem Zettel verwandte er auch eine Brandmarke mit seinem Namen.
31Geigenzettel: Abb. 50.
33Bertrand. — Mirecourt. 1853
34Wahrscheinlich mehr Händler als Geigenmacher.
36Bertucci, D. Giuseppe. — Mont-Orsello. 1748. 1777
37Das D. vor dem Taufnamen scheint die Abkürzung von Don zu sein; Bertucci wäre demnach geistlichen Standes gewesen. Geigen von ihm kommen selten vor und sind nicht sehr geschickt gemacht.
39Berupt, Léopold und Louis. — Mirecourt. 1766. 1789
40Wahrscheinlich zwei Brüder, die beide als Luthiers genannt werden.
42Besancenot. — Dijon. 1776
43Seine Geigen zeichnen sich mehr durch ihre reiche Ornamentierung als durch Modell und Ton aus.
45Bessard, Louis. — Paris. 1753
46Er war geschworener Meister der Pariser Lautenmacherzunft; mehr war über ihn nicht zu erfahren.

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