Scan 480
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1nach Stradivari, Guarneri usw., wendet einen fetten Spirituslack und seit einigen Jahren einen ätherischen Öllack an. Im Jahre 1896 erhielt er in Stuttgart eine goldene Medaille. Am 24. Januar 1900 wurde er zum Hof-Instrumentenmacher ernannt und ist Lieferant des Kgl. Konservatoriums. Wie sein Vater befaßt er sich auch mit der Herstellung quintenreiner Saiten.
2Geigenzettel: [Württemberger Wappen] Adolf Sprenger fecit / Stuttgart anno [Griech. Kreuz in einem Kreis, unter dem Querbalken A S] (gedruckt). — Adolf Sprenger / Königl. Hofinstr.-Macher / Fec. Stuttgart (gedruckt).
4Sprenger, Anton I. — Mittenwald, Würzburg. 1820
5Ein sehr geschickter Meister, der als Gehilfe zu Vauchel gekommen war und seit etwa 1820 in Würzburg selbständig arbeitete. Arnold Voigt in Markneukirchen besitzt eine wundervolle, rotlackierte Viola von ihm.
7Sprenger, Anton II. — Biberach, Ulm a. D., Stuttgart. Geb. 8. April 1833 in Mittenwald, † das. 27. Oktober 1900
8Schüler von Gg. Tiefenbrunner, ging zu seiner weiteren Ausbildung nach Augsburg, Passau, Linz und Wien, machte sich zunächst in Biberach selbständig, zog dann nach Ulm und verlegte 1870 sein Geschäft nach Stuttgart, wo er Nachfolger Martin Baurs und später Hofinstrumentenmacher wurde. Er befaßte sich vorzugsweise mit dem Neubau von Geigen und Violoncelli nach Stradivari und Guarneri und verwendete Bernstein-, Öl- und auch Spirituslack. Seinen Instrumenten wird edler Ton und saubere Arbeit nachgerühmt; er besaß zahlreiche Ausstellungsmedaillen und Ehrendiplome und ist der Erfinder der bekannten Tonschraube. Diese besteht aus einem Klangstabe, der vom Hals bis zum Knöpfchen durch das Instrument geführt wird und die natürliche Spannung der Saiten künstlich erhöhen und die Vibration dem Körper des Instruments gleichmäßiger mitteilen soll. Schlechte, tonarme Instrumente können durch die Tonschraube verbessert werden, für eine gute Geige aber ist sie nicht zu empfehlen. Wird die Tonschraube angespannt, sitzt der Stimmstock zu locker, will man den Stimmstock aber nicht stören, darf die Schraube nicht angezogen werden. Sprenger erfand ferner den sogenannten Paganini-Kinnhalter und beschäftigte sich mit der Herstellung quintenreiner Saiten. Im Jahre 1897 übergab er sein Geschäft seinem Sohne. Eine von ihm im Jahre 1881 gebaute Violine befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
9Geigenzettel: [Württemberger Wappen] Anton Sprenger fecit / Stuttgart anno 18 . . [Griech. Kreuz in einem Kreis, unter dem Querbalken A S] (gedruckt).
11Sprenger, Augustin. — Nürnberg. Geb. um 1848, † 1896
12Sohn und Schüler seines Vaters Carl Spr., in dessen Art er arbeitete. Er begründete um 1878 ein neues Geschäft, das aber, da keiner seiner Söhne Geigenmacher geworden ist, nach seinem Tode wieder aufgelöst wurde.
14Sprenger, Carl Bonifacius. — Nürnberg. Geb. in Mittenwald 1805, † 1875 zu Nürnberg
15Erlernte in Mittenwald das Geigenmachen und arbeitete später mit Vauchel zusammen. Namentlich seine Violoncelli waren beliebt und sind heute noch geschätzt. Er verwendete selbstbereiteten Öllack, manchmal auch Spirituslack.
17Sprenger, Eugen. — Frankfurt a. M. Geb. 7. Januar 1882 in Stuttgart
18Sohn und Schüler von Anton II Spr. Nachdem er in Stuttgart die Oberrealschule bis zur Obersekunda besucht hatte, ging er nach Mittenwald zu seinem Vater, arbeitete dann noch ein Jahr lang bei seinem Bruder Adolf Spr., um sich auch in der Wiederherstellung alter Geigen zu vervollkommnen, und begab sich nach dem Tode seines Vaters in die Fremde, arbeitete in München, in der Schweiz, Frankreich und England bei den ersten Meistern und lernte da als Gehilfe Geigenmachers Freuden und Leiden in vollem Umfange kennen. Im Jahre 1907 ließ er sich in Frankfurt nieder und brachte es durch seine Geschicklichkeit bald zu verdientem Ansehen. Mit dem Ausbruch des Krieges zu den Fahnen gerufen, mußte er seine Werkstatt schließen, die er erst im Jahre 1919 wieder eröffnen konnte. Er ist ein ideal veranlagter vielseitiger Meister, der außer Geigen auch treffliche Lauten baut.
19Geigenzettel: Eugen Sprenger / Lauten- und / Geigenmacher in Frankfurt a. M. — Eugen Sprenger . Fecit / Frankfurt a. M. Anno 19 . . und Monogramm (gedruckt).
21Sprenger, Fritz. — St. Gallen, Geb. 1879 in Arbon am Bodensee
22Nachdem er 13 Jahre als erster Gehilfe bei Züst in Zürich gearbeitet hatte, eröffnete er im Jahre 1917 seine eigene Werkstatt in St. Gallen. Er baut seine Geigen nach Maggini, Guarneri und Stradivari von Grund auf eigenhändig und verwendet einen selbstbereiteten goldgelben, gelbbraunen oder rotbraunen Öllack. Er arbeitet sehr sauber und erfreut sich bereits eines wohlverdienten Rufs. Charakteristisch für seine Geigen ist der besonders schön herausgearbeitete Rand mit einer leichten Einsenkung der Einlage beim Bodenplättchen. Auch als Wiederhersteller alter Meisterwerke wird er sehr gelobt, namentlich als einer der Wenigen, die die schwierige Arbeit des manchmal unvermeidlichen Fütterns in künstlerischer Weise verstehen.
24Sprenger, Johann. — Mittenwald. 1879
25Arbeitete hauptsächlich für die Firma Neuner & Hornsteiner, schrieb aber seinen Namen und die Jahreszahl mit Bleistift auf die Innenseite der Decke, wo er gefunden werden kann, wenn die Violine geöffnet wird.
27Sprenger, Josef Ferdinand. — Nürnberg. Geb. in Nürnberg am 15. Juni 1846
28Schüler seines Vaters Carl Sprenger und von Vauchel. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er dessen Geschäft (1875) und befaßte sich seitdem mit dem
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