Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 481

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 477. See the scan on archive.org.

1Neubau aller Streichinstrumente (Geigen, Violen, Violoncelli, Kontrabässe, Philomelen, Streichmelodions), sowie auch mit dem Bau von Konzertzithern, Gitarren und Bogen. Er arbeitete nach Stradivari, Guarneri, Amati, Maggini usw., zieht im allgemeinen jedoch großes Patron und flache Wölbung vor. Den Lack (Öl und Spiritus) bereitet er sich nach seines Vaters und Vauchels Vorgang selbst; er ist ein guter Holzkenner und arbeitet seine Instrumente sehr sorgfältig aus. Er betreibt auch die Saitenspinnerei für alle Instrumente.
2Geigenzettel: Ferd. Sprenger / vormals / Carl Sprenger / Saiteninstrumentenmacher, Nürnberg (Bayern) (gedruckt).
4Sprenger, Matthias. — Karlsruhe, New York.
51840. 1850
6Ein tüchtiger, wahrscheinlich aus Mittenwald stammender Geigenmacher, der eine Zeitlang in Karlsruhe ansässig war, und am 19. August 1846 nach Amerika auswanderte. Eine sehr gute Violine von ihm besitzt Professor Billing in Karlsruhe.
7Geigenzettel: Matteo Sprenger / fece a Karlsruhe 1841 (geschrieben).
9Spyker, Jakobus. — ?
10Ein vlämischer Geigenmacher, der nach Amati arbeitete.
12Squier, J. B., lebt in Boston, und V. C. Squier in Battle Creek (Mich.)
14Ssemenow. — St. Petersburg. 19. Jahrhundert
15Ein Russe, der als Geigenmacher einen gewissen Namen hat.
17Stadler, Caspar. — München. 1705. 1735
18Er stammte wahrscheinlich aus Füssen, wo sein Familienname heimisch ist. Seine selten vorkommenden Geigen sind gut gemacht, haben dunklen Lack und hohe Wölbung. Er scheint auch Musiker gewesen zu sein und gehörte als solcher wohl einer Kapelle als »Trabants« an. Eine Viola d’amore von ihm besitzt das Germanische Museum in Nürnberg.
19Geigenzettel: Caspar Stadler Traban(t?) / in München Ao 1714 (gedruckt). — Kaspar Stadler Lauten- / und Geigenmacher in München / 1735 (gedruckt).
21Stadler, Jakob. — 18. Jahrhundert
22Eine dem 18. Jahrhundert angehörige, reich verzierte und sauber gearbeitete Gitarre besitzt die Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums in Wien. Auf einem Elfenbeinplättchen graviert: »Giacobus Stadler Ft.«
24Stadlmann, Antoni. — Wien (?). 1730. 1783
25In einer Geige von gewöhnlicher Arbeit fand sich der untenstehende gedruckte Zettel. Wenn keine Fälschung vorliegt, was ich für wahrscheinlich halte, hätte man es da mit einem sonst nicht bekannten Mitglied der Familie zu tun. Jedenfalls hat ein Antoni Stadlmann weder das Bürgerrecht in Wien erworben, noch findet man ihn in den dortigen Steuerbüchern. Einen noch weniger glaubwürdigen (geschriebenen) Zettel trägt eine im Jahre 1842 von X. Thumhordt in Ingolstadt reparierte, gelb lackierte und im übrigen gute Geige, die Pfarrer W. Schmerl in München besitzt. Vielleicht hat ein Vogtländer oder Böhme nach bekanntem Vorbild den Wiener Namen, den er nur von Hörensagen kannte, mißbraucht.
26Geigenzettel: Antoni Stadlmann / Von Wien, 1783 (gedruckt). — Andoni Starkmann Lauten und / Instrumentenmacher in Wien / ão 1730 (geschrieben).
28Stadlmann, Daniel Achatius. — Wien. Geb. um 1680, † 27. Oktober 1744
29Er legte am 5. August 1707 den Bürgereid ab und wohnte im sog. Stubenviertel und war mit Heinrich Kermers Tochter verheiratet. Er gehört zu den tüchtigsten Wiener Geigenmachern und galt als der beste Nachahmer Stainers. Sein Holz ist vortrefflich; nur arbeitete er die Decke ein wenig zu dünn aus. Auch sein Lack von hochgelber Farbe (wahrscheinlich Bernsteinlack) ist sehr schön, so daß man annehmen kann, daß St. auf seiner Wanderschaft bis nach Italien gekommen ist und dort manches gelernt hat. Dafür spricht auch, daß er gerne doppelte Einlagen, wie die Brescianer sie liebten, anwendete. Er arbeitete seine Geigen über die Form und nahm die Wölbung der Decke höher als die des Bodens (der mitunter aus Vogelhorn besteht). Er war ein fleißiger, vielbeschäftigter Meister, und man findet Geigen von ihm in vielen Sammlungen und Orchestern. Die Kgl. Sammlung in Berlin bewahrt eine Viola di Bordone mit eigenartigen Schalllöchern und schön geschnitzter Rose von ihm (Nr. 843). Die Braunauer Stiftskirche besitzt eine Geige von ihm aus dem Jahre 1724. Eine Geige mit dem gleichen Zettel aus dem gleichen Jahr besitzt auch das Benediktinerstift St. Margareth b. Prag, eine Viola Baryton das Musikhistorische Museum W. Heyers in Köln.
30Geigenzettel: Abb. 731 und 740.
32Stadlmann, Johann Joseph. — Wien. Geb. 1720, † 27. November 1781
33Sohn von Dan. Ach. St. und dessen Nachfolger. Am 15. Dezember 1745 legte er den Bürgereid ab, wohnte im sog. »Wübmer-Viertel« und kommt bis zu seinem Tode in den Steuerlisten vor. Im k. k. Hof- und Staats-schematismus wird er von 1750—1781 als Hoflautenmacher angeführt (in den letzten 11 Jahren mit den falschen Vornamen Franz Joseph, statt Johann Joseph). Von 1781—1786 führte seine Witwe das Geschäft fort; ihr Mann scheint ihr nichts hinterlassen zu haben, denn ein Vermerk im Steuerbuch sagt von ihr: »ist sehr arm, wird von ihrer Schwester erhalten«. — Und doch war Joh. Jos. St. ein Künstler; er arbeitete wie sein Vater sehr sorgfältig nach der Form, ahmte das Stainermodell nach, nur daß er die Wölbung oft noch höher nahm. Der Ton ist recht gut; weniger ist dies bei seinem braunen Lacke der Fall, der jetzt oft schwarz erscheint. Merkwürdigerweise war aber gerade dieser Lack bei den Wiener Meistern des 18. Jahrhunderts sehr beliebt, und man findet ihn auch bei Michael Ignaz Stadlmann, wie bei den Partls und Thirs immer wieder. Einzelne Instrumente von ihm haben Boden und Zargen sehr dunkelbraun, während die ungebeizt-lackierte Decke jetzt hellrotgelb erscheint. Zwei solche Violoncelli von 1755 und 1758 besitzt die ehemalige Hofkapelle in Wien,

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