Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 485

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 481. See the scan on archive.org.

1macht worden, die uns einen genauen Einblick in Stainers Schicksale gestatten. Vgl. Prof. Dr. F. Lentners »Jakob Stainers Lebenslauf im Lichte archivalischer Forschung«.
2Geigenzettel: Abb. 667, 721.
4Stainer, Karl. — ? 1735
5P. de Wit veröffentlicht einen Reparaturzettel eines sonst nicht bekannten (vielleicht in Italien tätigen) Carlo Stainer: Rivisto e restaurato da me / Carlo Stainer. A. 1735 (gedruckt).
7Stainer, Marcus. — Absam, Kufstein, Laufen a. Traun. Geb. um 1619, † nach 1680
8Jakob Stainer hatte zwei ältere Brüder, Paul und Marcus. Paul wurde Tischler, Marcus war vielleicht ein Schüler desselben Meisters, bei dem Jakob St. lernte. Er ließ sich zuerst in Kufstein als bürgerlicher Lauten- und Geigenmacher nieder, wo er im Jahre 1647 schon und 1659 noch ansässig war. Dann zog er nach Oberösterreich, wo er in dem Marktflecken Laufen seine Werkstatt aufschlug. Sein Leben scheint ohne bemerkenswerte Ereignisse verflossen zu sein; in Archivalien fand sich bisher nichts über ihn. So fehlt auch jeder Beweis dafür, daß er Klosterbruder geworden sei, wie behauptet wurde. Kam er auch seinem Bruder an Talent und Können nicht gleich, so war er doch recht geschickt und soll Jakobs Arbeiten mit Erfolg nachgeahmt haben. Daß er seinen Namen mißbraucht hat, ist nicht anzunehmen, wohl aber, daß andere seine Arbeiten mit gefälschten Zetteln versehen haben. Die ihm zugeschriebenen Geigen haben schönes, großes Modell, rötlichgelben oder rotbraunen Lack und sind in allen Einzelheiten tadellos ausgeführt. Am Wirbelkasten brachte auch er gerne geschnitzte Köpfchen an. Namentlich seine Gamben und Violen sollen gut sein. App.-Ger.-Rat v. Renner besitzt eine Geige von ihm, eine andere (vom Jahre 1677) das Ferdinandum in Innsbruck. Eine Tenorgamba, die jetzt einen geschriebenen unechten Zettel von Jacobus Stainer trägt, früher aber, nach Piegendorfers Bericht, einen echten von Marcus Stainer mit der Jahreszahl 1665 aufwies, besitzt Fritz Wildhagen in Halensee. Sie zeichnet sich durch schöne Arbeit, gelbbraunen Lack, Rosette und prachtvolles Löwenköpfcchen am Wirbelkasten aus.
9Geigenzettel: Marcus Stainer Burger u. / Geigenmacher in Kuefstein / anno 1659 (gedruckt). — Marcus Stainer / bürgerl. Lautten- und / Geigenmacher in Kufstein / in Tyroll 1647 (gedruckt).
11Staininger s. Steininger
13Stamer, J. — Heilbronn. 1884
14Ein Tanzlehrer, der einen kleinen Geigenhandel betrieb und auch eine Reparaturwerkstatt einrichtete, in der er Mittenwalder oder Markneukirchner Gesellen beschäftigte. Die Werkstatt ging jedoch schon sehr bald wieder ein.
15Geigenzettel: J. Stamer fecit / Heilbronn, 1884 (geschrieben).
17Stamm, F. E. — Estebrügge, Hamburg. 1884. 1895
18Ein Musiker und Färbermeister, der sich als leidenschaftlicher Geigenfreund frühzeitig dem Geigenbau zuwendete. Da er sich die Druckstöcke für seine Färberei stets selbst geschnitten hatte, brachte er eine gewisse Handfertigkeit mit, als er die ersten Versuche machte. Durch eifriges Studium erlangte er dann eine recht anerkennenswerte Geschicklichkeit, und solange er in Estebrügge blieb, hat er sehr viele recht sauber durchgeführte Geigen gebaut, an denen alles seine eigene Arbeit war, bis auf die Schnecken, die er von Sauke in Hamburg kaufte. Als er sein Ladengeschäft in Hamburg eröffnet hatte, fehlte ihm die Muße zu eigenem Schaffen; er bezog Geigen von den bekannten Fabriken, die er dann nur überarbeitete und durch Ausschachteln zum guten Teil verdarb. Er war auch vielfach als Reparateur tätig. one of two readings
19Ein Musiker und Färbermeister, der sich als leidenschaftlicher Geigenfreund frühzeitig dem Geigenbau zuwandte. Da er sich die Druckstöcke für seine Färberei stets selbst geschnitten hatte, brachte er eine gewisse Handfertigkeit mit, als er die ersten Versuche machte. Durch eifriges Studium erlangte er dann eine recht anerkennenswerte Geschicklichkeit, und solange er in Estebrügge blieb, hat er sehr viele recht sauber durchgeführte Geigen gebaut, an denen alles seine eigene Arbeit war, bis auf die Schnecken, die er von Sauke in Hamburg kaufte. Als er sein Ladengeschäft in Hamburg eröffnet hatte, fehlte ihm die Muße zu eigenem Schaffen; er bezog Geigen von den bekannten Fabriken, die er dann nur überarbeitete und durch Ausschachteln zum guten Teil verdarb. Er war auch vielfach als Reparateur tätig. one of two readings
20Geigenzettel: Reparirt / von F. E. Stamm / in Hamburg / 1895 (gedruckt). — Reparirt / von / F. E. Stamm / Estebrügge. / 1884 (gedruckt).
22Stampfer, Sebastian. — Wien. Geb. 1792, † 23. März 1822
23Am 15. Dezember 1820 legte er den Bürgereid ab und hatte in der Alsergasse Nr. 72 seine Werkstatt. Wenn auch nicht ungeschickt, hatte er doch wenig Gelegenheit, sich auszureifen, da er ja erst fünf Vierteljahre selbständig war, als er starb.
25Stangel, Alois. — Mittenwald. 1792
26Er war nur ein Handwerker. Seine Geigen von gewöhnlicher Arbeit sind flach gebaut, haben unscheinbaren dunkelbraunen Lack und dumpfen Ton.
27Geigenzettel: Alois Stangel / in Mittenwaldt 1792 (geschrieben).
29Stanza, Giuseppe. — Venedig. Geb. um 1663
30Man weiß von ihm nur, daß er 1681 und 1683 Schüler von Nic. Amati war und aus Venedig stamn.te.
32Starck, Johann. — Bruck (?). 1723
33Eine zierliche Geige mit rötlichem, durchsichtigem Lack und hübsch gearbeiteter Schnecke, von mittlerer Wölbung und mit erhabenen Rändern trägt einen Zettel mit dem Namen »Johann Starck aus Prug«. Es könnte auch Prag gelesen werden. In Prag ist aber kein Geigenmacher dieses Namens nachzuweisen. Bruck liegt bei Wildstein in Böhmen, 6 Kilometer von Markneukirchen entfernt, und war der Wohnsitz mehrerer Geigenmacherfamilien, die später in Markneukirchen vorkommen. Sollte aber wirklich Prag gelesen werden müssen, dann war Starck vielleicht ein Markneukirchener, der, wie manche andere, den Ursprungsort seiner Arbeiten verschleierte.
35Stark, August. — Straßburg i. E. Geb. 6. Jan. 1871 zu Rohrbach bei Brambach i. S.
36Schüler seines Bruders Hermann St., arbeitete fast vier Jahre als Gehilfe bei Meinel-Grunwald in Basel und eröffnete am 1. Oktober 1899 in Straßburg seine eigene Werkstatt als Geigenmacher und Reparateur. Er

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