Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 487

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 483. See the scan on archive.org.

1seltener rotbraun, aber glasig und hart. Trotz ihrer vielen guten Eigenschaften fehlt seinen Geigen das, was sie erst zum echten Kunstwerk erheben würde. Sie lassen daher den Kenner kalt, und das erklärt auch, warum Stauffer von seinen Berufsgenossen lange nicht für voll angesehen wurde. Der Ton seiner Geigen ist kräftig, aber ohne Schmelz. Er selbst fühlte recht gut, daß seine Streichinstrumente seinen Gitarren nicht gleichkamen. Er war daher unablässig bemüht, Verbesserungen zu erfinden, von denen sich freilich keine bewährt hat; einerseits wollte er den Ton veredeln, anderseits die Widerstandsfähigkeit erhöhen. So baute er Geigen mit zweifachem Boden, damit der Ton nicht durch das Anliegen der Hand oder des Körpers gedämpft werde, oder er belegte die Zargen innen statt der Bereifung ganz mit Ahorn. Im Jahre 1832 baute er Violinen von einem schmalen, aber sehr langen Modell, aber auch dadurch erreichte er die erhoffte Tonveredlung nicht. Bei zu dünn ausgearbeiteten Decken suchte er den Ton dadurch zu verbessern, daß er im Innern von einem Klotz zum andern einen runden Holzstab einfügte, öfters auch eine Stahlstange (wie bei den Kontragitarren). Das Beispiel von Chanot veranlaßte ihn, Geigen ohne Ecken zu bauen, wobei er den Saitenhalter auf der Decke befestigte. Eine solche Geige ist in Berlin in der staatl. Sammlung (Nr. 906). Man sieht, daß eine ganze Reihe von Erfindungen, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind, durchaus nicht als neu gelten darf. Erst in neuerer Zeit erreichen Stauffers Geigen bessere Preise; er selbst brachte es jedoch zu keinem Wohlstand und starb im Bürgerversorgungshaus. Eine sechssaitige Gitarre von ihm besitzt C. Claudius in Kopenhagen.
2Geigenzettel: Joannes Georgius Staufer / fecit Viennae anno 1812 (gedruckt). — 126 / Georg Stauffer / Wien / im Schulhof No. 448 (gedruckt). — Nach dem Modell / des Luigi Legnani 1565 / Johann Georg Staufer / Anno 838 Wien N° 480 (gedruckt). (In der Mitte eine Lyra mit Blumen, an der Seite ein Siegel mit dem österreichischen Adler) und Abb. 682, 735.
4Stautinger s. Staudinger
5Stecher, Josef. — Salzburg. Geb. in Salzburg 1828. 1884
6Schüler von Johann Stöhr. Nachdem er längere Zeit bei Lemböck in Wien gearbeitet hatte, machte er sich in seiner Vaterstadt selbständig und erhielt bereits 1873 eine silberne Verdienstmedaille für eine Geige, deren schönes Modell, gelungene Ausführung und italienischer Ton besonders gelobt wurden. Er ist ein sehr fleißiger und kenntnisreicher Meister, und daher auch als beeideter Schatzmeister angestellt, und besitzt verschiedene Auszeichnungen. Eine von ihm im Jahre 1884 gebaute Violine ist in der Sammlung des Museums Carolino-Augusteum in Salzburg.
8Ste.d..m(Stehelin?), Jonas. — Straßburg. 1596 one of two readings
9Ste.d..m (Stehelin?), Jonas. — Straßburg. 1596 one of two readings
10Eine Laute in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln trägt den fast ganz unleserlich gewordenen geschriebenen Zettel: 1596 / Jonas Ste . d . . m (?) / Argent.; darunter der geschriebene Reparaturzettel: Johann Adolph Böningk / in Böblingen, habe die lauthe / renoviret. (Siehe Jonas Stehelin. S. 484.)
12Steffanini (Stephanini), Carlo. — Mantua. 1764. 1790
13Ein Lauten- und Mandolinenmacher, der große Sorgfalt auf die äußere Ausstattung seiner Arbeiten legte. Eine Mandoline von ihm besitzt die staatl. Sammlung in Berlin (Nr. 743), eine Pandurina die Crosby-Brown-Sammlung in New York (Nr. 2229). Gustav Hering in München besaß eine Mandoline von ihm mit kürbiformigem Körper, kurzem Hals und zwölf Wirbeln vom Jahre 1785, 53 cm lang.
14Geigenzettel: Carlo Steffanini / fece in Mantova L’anno 1785 (gedruckt).
16Steffens, E. — Magdeburg. 1878
17Nach einer ungeschickt gemachten Geige von häßlichem Modell, kümmerlichen F-Löchern, magerem Spirituslack und steiler Schnecke zu urteilen, war er sicherlich kein gelernter Geigenmacher.
18Geigenzettel: E. Steffens / Instrumentenmacher / Magdeburg. 1878 (gedruckt).
20Stegemann, Ernest. — Berlin. 1920
21Erfinder einer neuen Geige, deren Körper nicht aus Holz hergestellt ist.
23Steger, Franz. — Hermannstadt. 1890—1895
24Ein Geigenmacher, der zuletzt im Hermannstädtter Adreßbuch für das Jahr 1895 genannt wird. one of two readings
25Ein Geigenmacher, der zuletzt im Hermannstädtler Adreßbuch für das Jahr 1895 genannt wird. one of two readings
27Steger, Lorenz. — Salzburg. 1576
28Er wird im Salzburger Bürgerbuch als Lautenmacher aus »Gintzpurg (Günzburg) im Allgey« aufgeführt. Er ist vielleicht der Vater Magnus Steghers in Venedig. Die Familie Steger (Stegher) war in Schwaben ziemlich verbreitet, ein Georg St. »Dürlauinganus« studierte im Jahre 1625 in Dillingen.
30Steger, N. Franz. — Ofen (Budapest). 1796
31Seine Arbeiten erinnern in mancher Beziehung an Leeb. Eine Geige von ihm aus dem Jahre 1796 befindet sich im Math.-Dom zu Budapest (Ofen).
32Geigenzettel: Franciscus Steger / in Ofen 1796 (gedruckt).
34Steger (Stegher), Magnus. — Venedig. 17.Jahrhundert one of two readings
35Steger (Stegher), Magnus. — Venedig. 17. Jahrhundert one of two readings
36Vermutlich ein Sohn oder Bruder von Lorenz St., worfür auch der im Allgäu sehr beliebte Taufname Magnus zu sprechen scheint. Da er der Aussprache zuliebe seinem Namen ein h einschob, lasen manche seinen Namen Stegner, und daraus entstanden im Laufe der Zeit noch weitere Entstellungen. Ein Chitarrone in der Sammlung Galpin (Hatfield) läßt deutlich »Steger« lesen. Mit h geschrieben, also Stegher, findet sich der Name in einem Chitarrone der Sammlung Wildhagen (Korpus 68 cm, ganze Länge 192 cm), sowie in einer Mandola in Berlin (ehem. Kgl. Sammlung Nr. 731) und in einer Laute im Liceo commun. di Musica in Bologna. Er machte außer Lauten auch gute Baßviolen, arbeitete sehr sauber und schnitt die Dachsterne gerne in Kleeblattform aus dem Deckenholz.

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