Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 503

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

40 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 499. See the scan on archive.org.

1Lauten und Theorben, die er anfertigte, zuerst der Zunft zum Kaufe anzubieten. Falls diese sie aber nicht kaufen konnte oder wollte, war es ihm freigestellt, sie einem »Ausländischen« (d. h. nicht in Füssen seßhaften) Käufer zu überlassen.
3Straub, Simon I. — Friedenweiler. 1706
4Der beste Meister aus der Familie. Eine Viola Bastarda von hübscher Arbeit befindet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 491) in Berlin.
5Geigenzettel: Simon Straub von / Friedenweiler 1706 (gedruckt).
7Straub, Simon II. — Röthenbach. 1766. 1780
8Er war mit Katharina Winterhalter verheiratet und hatte drei Kinder: Josef, Marie und Andreas; in den Kirchenbüchern wird er bald »Musicarius«, bald »operarius« genannt. Seine Geigen haben oft gutes Deckenholz, Birnbaumschnecken und Buchengriffbrett, sind in der Form nicht besonders schön, Decke und Boden ungleich gewölbt, klingen aber manchmal recht gut.
9Geigenzettel: Simon Straub Geigen / Macher in Rethenbach 1780 (geschrieben).
11Straube, Johann Augustin. — Berlin. Geb. 15. Mai 1725 zu Alt-Brandenburg, † in Berlin am 18. April 1802 1)
12Er war »musikalischer Instrumentenmacher« und erwarb als solcher im Jahre 1764 das Berliner Bürgerrecht (Berl. Bürgerbuch B. 28, VIII., S. 611); er hat, wie auch J. A. Otto erwähnt, Geigen gebaut und repariert. Nach glaubwürdigem Ausspruch war er ein geschickter Meister. Es war mir aber nicht möglich, einer Geige von ihm habhaft zu werden. Auch über sein Leben und seine Persönlichkeit war nichts zu erfahren; selbst in Ledeburs Tonkünstlerlexikon Berlins wird er mit zwei Zeilen abgetan. Er soll die Italiener gekannt und Bernsteinlack angewandt haben. Größere Bedeutung hatte er jedenfalls als Klavierbauer.
14Strauch (Straucho), Matteo. — Modena. 1640
15Ein deutscher Lautenmacher, der mehrfach als »Matteo Straucho (Strauchio), Tedesco, Liotare« in Urkunden erwähnt wird und für den Hof beschäftigt war. Besonders wird er als Verfertiger von Colascionen (dreisaitigen, langhalsigen Lauten) angeführt.
17Straus, Michel s. Straub
19Strauss, Joseph. — Neustadt. 1750. 1775
20Mehrfach kommen mittelmäßige Geigen mit diesem Namen und der Ortsangabe vor, doch ließ sich nicht feststellen, welches Neustadt gemeint ist. Ich vermute aber mit gutem Grund, daß es sich um das schwarzwäldische Neustadt handelt und daß der Name richtiger Straub gelesen werden muß.
22Streetz (Stretz) s. Strötz
241) Georg Kinsky ist es gelungen diese Daten zu ermitteln, die er in seinem trefflichen Katalog des Musikhist. Museums in Köln veröffentlichte.
26Stregner s. Stegher
28Stritzke (Stritzko), Christoph. — Breslau. 1710. 1711
29Ein Musikinstrumentenmacher, der auch Geigen und Lauten repariert, schwerlich aber selbst gebaut hat. Er scheint hauptsächlich Blasinstrumente gemacht zu haben. In der handschriftlichen, um 1720 geschriebenen Breslographia von Kretschener (Stadtbibl. Breslau, Ztschr. R. 595, fol. 159) wird ein zwischen der Drechslerzunft und Christoph Stritzke ergangener »Bescheid« erwähnt, demzufolge dem Stritzke die Anfertigung von »Flöten, Hautebois und Bassons« untersagt, die von Waldhörnern und Trompeten aber gestattet wurde.
30Geigenzettel: Christ. Stritzko repar. / Wratislawiae Aō. 1710 (gedruckt).
32Strnad, Caspar. — Prag. Geb. 6. Januar 1752 in Prag, † 13. November 1823 (am Blutsturz)
33Schon bei seiner Taufe finden wir den Geigenmacher Joh. Hellmer als Zeugen. Er wurde Schüler von Thomas Hulinzky und heiratete am 13. September 1787 Margarethe Chalipar aus Strakonic (geb. 13. Juli 1758); 1791 erwarb er das Bürgerrecht, wohnte auf der Neustadt Nr. 761 (jetzt Jungmannovo nám.) und war von 1811—1823 Obervorsteher der Geigenmacherzunft und beideter Sachverständiger. Er arbeitete sehr genau nach Stradivari (großes Format, aber nicht nach der Form, flachgewölbte Decke, starkes Holz, oft wunderbarer roter Öllack, der nur manchmal nicht durchsichtig genug ist, großer, edler Ton, hübsche, kleine F-Löcher). C. Strnad war einer der ersten Prager Geigenmacher, die das hochgewölbte Stainermodell aufgaben und sich den klassischen Italienern zuwandten. Vor ihm haben nur Krieg und Hulinzky in wenigen Fällen eine flache Wölbung angewendet; er machte auch treffliche Gitarren. Neben seinen guten Geigen kommen auch minderwertige vor, deren Ton immerhin noch recht gut ist. Er verwendete verschiedene Zettel mit allerlei Emblemen; manchmal tragen die Zettel auch Nummern, die aber nicht durchlaufend zu verstehen sind, sondern nur für das jeweilige Jahr gelten. Geigen von ihm kommen in Böhmen noch häufig vor; der Komotauer Kirchenchor besitzt eine Violine von 1775, die Braunauer Stiftskirche eine solche aus dem Jahre 1791, eine Violine aus dem gleichen Jahre das Kloster Strahov, eine andere die Teinkirche, eine Viola von 1822 das Prager Konservatorium; eine Viola von 1800 und einen Kontrabaß von 1799 aus der Kirche in Březnic sind in Privatbesitz übergegangen.
34Geigenzettel: Caspar Strnad / Fecit Pragae Anno 1793 (gedruckt). — Caspar Strnad / Pragae 1801 Nr. 4 (gedruckt) und Abb. 750, 753, 763.
36Strobel, Cunradt s. Stobell
38Strobl, Johann I. — Hallein. Geb. um 1645, † 20. Januar 1700, 55 Jahre alt
39Er wird ausdrücklich als Geigenmacher in den Matrizen geführt und war wahrscheinlich der Bruder von Elias Str., der als Stadtgeiger bezeichnet wird und wohl auch Geigen gebaut hat.

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