Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 504

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 500. See the scan on archive.org.

1Strobl, Johann II. — Hallein. Geb. um 1657, † 15. September 1717 in Hallein, 60 Jahre alt
2Er scheint kein eingeborener Halleiner gewesen zu sein, da sich in den dortigen Matrikeln weder sein Tauf- noch sein Trauschein eingetragen findet. Es könnte daher naheliegen anzunehmen, daß er aus Füssen eingewandert war, wo der Familienname Strobl heimisch ist. Man müßte dann allerdings auch seinen Vater Elias Str., der als Stadtgeiger im Alter von 48 Jahren am 11. Juni 1678 in Hallein starb, schon für einen Füssener halten. Er erfreute sich als Geigenmacher eines gewissen Ansehens. Das Deckenholz ist meist gut, die Einlage fehlt oft, die Wölbung ist ziemlich hoch, die F-Löcher sauber geschnitten, aber unschön in der Linie. Bei größeren Geigen liebt er Köpfchen statt der Schnecken. Der Lack ist glanzlos und gewöhnlich. Auf seinem Zettel erscheint der Name infolge eines Druckfehlers auch Srtobl gedruckt.
3Geigenzettel: Abb. 696.
5Strobl, Johann III. — Olmütz. Geb. in Hallein 16. September 1700, † um 1753
6Sohn des Johann Strobl und dessen Frau Ursula. Wahrscheinlich ein Schüler seines Vaters; er kam aus Wels in Oberösterreich, doch dürfte er auch in Prag gearbeitet haben. Abgesehen davon, daß seine Geigen denen von J. G. Hellmer ähnlich sehen, spricht auch der Umstand dafür, daß auf seinem Zettel in der Mitte derselbe Greif mit der Laute erscheint, den Hulinzkys Zettel zeigt. Er soll seit 1724 selbständig in Olmütz gearbeitet haben und brachte es zu einigem Wohlstand, so daß er am 8. Mai 1731 mit seiner Ehefrau Anna Regina das Stadthaus Nr. 281 in der Wassergasse (jetzt Elisabethstr. Nr. 28) um 670 Gulden rhein. kaufen konnte. Die Stadt sah es offenbar gerne, daß er sich dauernd seßhaft machte, denn sie schenkte ihm zur Aufrichtung seines Hausschildes 2000 Ziegel, aber sie verlangte auch von ihm, daß er sich der Ordnung halber in die Olmützer Bildhauerkunft aufnehmen ließe, was er denn auch tat. Als Meisterstück fertigte er eine Viola d’amore und eine doppelte Harfe an. Seine Mitbürger wußten ihn zu schätzen; neben andern Ehrenämtern erhielt er im Jahre 1741 auch die Ernennung zum Stadtquartiermeister mit einem Gehalte von wöchentlich einem Gulden rhein. Sein Haus wurde am 1. Juli 1753 um 1174 Gulden rhein. an einen Müller verkauft. Er scheint vorzugsweise Violen gemacht zu haben. Diese sind ungewöhnlich groß, flachgewölbt und hellgelb oder rotbraun lackiert. In seinen letzten Lebensjahren soll er in Prag gelebt und im dortigen Musikleben eine Rolle gespielt haben.
7Geigenzettel: Johann Strobl / Lauten und Geigenmacher in Olmütz 1741 (gedruckt).
9Strobl, Michael. — Berlin. Geb. 1867
10Schüler der Mittenwalder Geigenmacherschule. Er arbeitete jahrelang bei J. J. Held in Beuel, dann in verschiedenen Städten als Gehilfe und machte sich 1894 in Berlin selbständig. Er ist ein geschickter Meister, dessen Geigen vor einigen Jahren bei dem Geigenwettstreit in Paris als die am besten klingenden deutschen Instrumente bezeichnet wurden.
11Geigenzettel: Repariert / Michael Strobl / Berlin 19 (gedruckt). — Michael Strobl / Berlin / fecit anno 19 (gedruckt).
13Strobl, Tobias. — Krems. 1726. Geb. 1670, † 12. Juni 1763 in Krems
14Er war der Vorgänger von M. A. Fichtl und baute sehr gute Violen; seine Violinen sind hochgewölbt, sorglos in der Wahl des Holzes, aber doch mit einem gewissen Geschick gemacht. Er war dreimal verheiratet, hinterließ jedoch keine Nachkommen. Auch irdische Glücksgüter hat er nicht erwerben können, und so starb er als Greis von 93 Jahren im Armenhause zu Krems.
15Geigenzettel: Tobias Strobl / Geigenmacher in Crembs. 1736 (gedruckt).
17Ström. — Helsingborg. 1895. † 7. April 1907
18Einige ganz brav gearbeitete Violinen tragen seinen Zettel.
19Geigenzettel: Ström, Helsingborg 1895 (geschrieben).
21Strötz, Franz, arbeitet als Geigenmacher in Schönbach b. E.
23Strötz (Stretz), Josef. — (Mark-)Neukirchen. Geb. (in Bayern) 1715, † 17. September 1760 (nicht 1790!)
24Er war von Hause aus Tischler und Musiker und wanderte in Markneukirchen ein, wo er der erste wurde, der die Bogenmacherei dort betrieb. Vorher bezogen die Markneukirchner ihre Bogen angeblich aus Schmalkalden1). Strötz starb schon mit 45 Jahren und 6 Monaten; nach seinem Tode vervollkommneten der Stadtmusiker Schulz und der Tischler Otto die Bogenmacherei in ihrem Orte mehr und mehr.
26Strong, John. — Somerset. Um 1640
27Eine Viola von ihm war 1872 in South Kensington ausgestellt. Er war vielleicht von den Brescianern beeinflußt, verwendete doppelte Einlagen und hatte eigene Modelle. Er dürfte auch der Verfertiger der angeblich von Lord Somerset erfundenen achtsaitigen Baßgamba gewesen sein, die Prinz 1649 erwähnt.
28Geigenzettel: John Strong Somerset 16.. (gedruckt).
30Strotzinger, Rudolf. — Linz a. D. Geb. 1822, † 25. Mai 1872
31Schüler von Engleder in München. Er hatte seine Werkstatt Hofberg Nr. 12 und war ein tüchtiger, wenn auch nicht hervorragender Meister.
331) Die Wahrheit dieser oft wiederholten Angabe urkundlich festzulegen, ist mir trotz sorgfältiger Nachforschungen nicht gelungen.

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.