Scan 509
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Tadolini, Giuseppe. — Modena, Bologna. Geb. in Bologna (?) um 1796, † um 1870
2Er war ursprünglich Lehrer des Violoncello- und Baßspiels am Hofe zu Modena und verlegte sich später auf die Herstellung von Bogeninstrumenten.
4Tadolini, Ignazio. — Modena. Geb. 1797, † 1873
5Bruder von Giuseppe T. Er machte nicht nur Gitarren, sondern auch Klaviere, war aber am besten als Bogenmacher.
7Tängel (oder Tengel, auch Dengel), Joh. — (Mark-)Neukirchen. Angeblich geb. um 1657, † nach 1704
8Ein aus Danzig eingewanderter Geigenmacher, der die Witwe des Joh. Friedr. Dörfel heiratete und sich in Neukirchen oder Klingenthal dauernd niederließ und unter Berücksichtigung dieses Umstandes am 25. November 1701 als Meister in die Neukirchener Geigenmacherzunft aufgenommen wurde. Es wird erzählt, daß er den Neukirchener Geigenmachern eine neue Art der Lackbereitung gelehrt habe, die angeblich viel zum Aufschwung der jungen Geigenindustrie des Vogtlandes beitrug. Da die ältesten sicheren Vogtländer Geigen eine Beize unter der sonst mageren Lackschicht zeigen, scheint Tängels Verfahren weniger im Lackieren als im Beizen bestanden zu haben. — In Danzig kommt ein gleichnamiger Geigenmacher noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. vor.
10Tängel, Johannes. — Danzig. 1763
11In einer leidlich guten Geige, von mittlerer Wölbung und etwas breitem Modell, fand sich dieser Name. Auch ein Händler in Nürnberg besitzt eine solche.
13Tängel (Dengel), Johann Friedrich. — 1780. 1784
14Ein Vogtländer, vermutlich ein Nachkomme von Joh. Tängel, von dem Ernst Geißer eine gelblackierte Geige besitzt. Häufiger kommen Violoncelli von ihm vor.
15Geigenzettel: Iohann Friedrich Dengel / erfunden von Jakobus Stainer. / 1784 (gedruckt).
17Taffelli, Alessandro. — Mantua. 1619
18Ein Lautenmacher aus Rom, der 1619 in Mantua das Privilegium erhielt, die Kunst, »Saiten für die Laute zu machen«, auszuüben.
20Taffini s. Tassini
21Tallinger s. Dalinger
23Tanczer, Georg. — Budapest, Debreczen. Geb. in Kecskemét (Ungarn). 1855
24Schüler von Samuel Nemessányi und Adolf Mönnig von 1869—1873, arbeitete dann bei W. J. Schunda, machte sich 1882 in Budapest selbständig und beschäftigte sich hauptsächlich mit Reparaturen. Beim Neubau imitiert er Stradivari und Jos. Guarneri und verwendet einen gelblichroten Bernsteinlack. Er führte eine Verbesserung am Baßbalken ein, die sich bewährt haben soll. Um 1899 war er in Debreczen ansässig und arbeitet jetzt für die Firma Stowasser.
25Geigenzettel: Georg Tanczer / Kunstgeigenmacher / Budapest. (Seine Zettel sind handschriftlich; oder der selbe Text ungarisch.)
27Tanegia, Carlo Antonio. — Mailand. 1725. 1731
28Ein Mailänder zweiten Ranges, der nur wenige Geigen gemacht hat und ein Nachahmer Grancinos war.
29Geigenzettel: Carolus Antonius Tanegia / fecit in Via Lata Medio / lani Anno 1725 (gedruckt).
31Tanhager, Paul. — Freydenstein, Oberwallsee (Oberösterreich). 1755
32Eine Viola im Mus. Franc.-Carol. in Linz trägt den Zettel: Paul Tanhager / Geigenmacher zu / Freydenstein / Oberwallsee / 1755 (geschrieben).
34Taningard, Gio. Giorgio. — Rom. 1735. 1750
35Er wird gewöhnlich Tanigardi genannt, einer seiner Zettel gibt den Namen jedoch ausdrücklich »Taningard« an, so daß man an einen verwelschten deutschen Namen (Tannengart?) denken kann. Er steht wie die meisten Römer Tecchler nahe und verwendet braunroten Lack. Seine Violoncelli sind recht gut.
36Geigenzettel: Giorgius Tanigardus / fecit Romae anno 1735 (gedruckt). — Giorgio Tanigardi / fecit Romae anno 1745 (gedruckt) und Abb. 779.
38Tantino, Constantino. — Modena. 15. Jahrhundert
39Ist mir nur als Lehrmeister seines Sohnes Giovanni bekannt.
41Tantino, Giovanni. — Modena. 1475
42Schüler seines Vaters Constantino T. Ein Instrumentenmacher, den Valdrighi (4435) erwähnt.
44Tantino, Sesto. — Modena. 1461. 1490
45Vermutlich ein Sohn oder Bruder von Giov. T. Ein von Valdrighi (3120) erwähnter Instrumentenmacher, von dem mir nur bekannt ist, daß er Cimbeln machte.
47Tarasconi, Carlo. — Rom. 1903
48Vielleicht ein Verwandter von Giuseppe T. Direktor O. Hiß in Brünn besitzt eine Geige von ihm; die Arbeit sieht dilettantisch aus, das Holz ist ohne Sorgfalt gewählt, der Lack armselig gelb.
49Geigenzettel: Carolus Tarasconi / No 36 fecit Romae 1903 (gedruckt).
51Tarasconi, Giuseppe. — Mailand. 1888. 1908
52Von Beruf Kontrabassist, verlegte er sich nebenbei auf den Handel mit alten Geigen, die er selbst reparierte. Allmählich ging er dann dazu über, sich auch im Neubau von Geigen zu versuchen. Seine Arbeit ist ohne künstlerischen Wert.
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