Scan 511
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
32 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 507. See the scan on archive.org.
1von ihm mit dickem, goldgelbem Lack. Das Instrument ist 76,4 cm lang, die obere Breite beträgt 34 cm, die mittlere 24 cm und die untere 43 cm. Der Boden ist schön geflammt, und alle Teile sind noch in ursprünglichem Zustand.
3Tecchler (Tekler), Anton Hieronymus. — Rom (?). 1735
4Er nennt sich einen »Nepos« von David T. Das könnte wohl Enkel heißen, wird aber nach dem vorherrschenden Gebrauch des Wortes (Nipote) in Italien wohl mit Neffe übersetzt werden müssen. Er war wohl auch Schüler von David T. Eine Violine von sehr schöner Arbeit von ihm besitzt die Loretokirche in Prag mit dem Zettel: »Antonius Hieronymus Tekler / Davidis Nepos Lautaro fecit 1735 (gedruckt).
6Tecchler (Tekler), David. — Salzburg, Venedig, Rom. Geb. 1666, † nach 1743
7Der Name kommt auch Techler, Tekler, Deckler, Dechler usw. geschrieben vor. Seine ältesten, wahrscheinlich noch in Salzburg gemachten Geigen zeigen unverkennbar der Stainerschen Stil. Um 1705 nach Rom gegangen, schließt er sich mehr den Italienern an und erreicht hier seine höchste Vollendung. Er ist der bedeutendste Geigenmacher Roms, kommt N. Amati sehr nahe und zeichnet sich sowohl durch prachtvolle Arbeit als auch durch Tonfülle seiner Geigen aus. Er wählte meist große Modelle, nahm wundervolles Holz, das er freilich in der Dicke nicht allzu genau berechnete, und besaß einen reichen Lack von gelbrötlicher Farbe. Charakteristisch für ihn ist die Verlängerung der Ecken, die breiten etwas schräg stehenden und oft zu weit geöffneten F-Löcher und der schwache Wirbelkasten. Außer Violinen machte er auch hervorragend schöne Violoncelli, von denen man über 50 kennt, und Bässe, die allerdings sehr breit ausfielen, aber nur sehr wenige Violen, deren Modell, wie auch die Abbildung zeigt, sich in den Umrissen von seinen Violinen wesentlich unterscheiden. Seine Schnecken sind eigenartig, die Einlagen breit und schwungvoll. Von seinem Leben ist wenig bekannt, es wird nur erzählt, daß er in Venedig von den Einheimischen Geigenmachern sehr angefeindet wurde und deshalb nach Rom übersiedelte, wo er u. a. eine Zeitlang in die Schweizer Garde des Papstes eingereiht gewesen sein soll. Ein Violoncello von ihm besitzt das kgl. Hoforchester in München, eine Violine von 1703 C. Stoeber in Würzburg, eine Viola d’amore von 1684 und eine Laute mit sechs Doppelsaiten von 17341) C. Claudius in Kopenhagen.
8Geigenzettel: David Techler fecit / an. Dni 1743 / aetatis sue 77 (gedruckt). — David Dechler / fecit Rom 1710 (gedruckt). — David Tecchler Liutaro fecit / Romae Anno 1703 und Abb. 792.
10Tedesco (Todesco), Leopoldo il. — Rom. Geb. um 1625. 1658
11Von 1652—1654 arbeitete er in Cremona bei Nic. Amati. Dann ging er nach Rom, wo er noch 1658 vor kommt. Er arbeitet nach dem Amatimodell, ist aber nicht besonders sauber in der Ausführung, dagegen hat sein Lack lobenswerte Eigenschaften. In Brunis Inventar (S. 5) wird eine Violine von ihm aus dem Besitze des Marquis Chabert de Cogolin († 1805) aufgeführt, deren Zettel Bruni sichtlich nicht lesen konnte; er las: »Leopoldo per rebere tedesco alievo di Nicolas Amatis Cremona 1750«. Abgesehen von der falschen Jahreszahl und Schreibfehlern ist das unverständliche »per rebere« — wenn es nicht peregre (d. h. in der Fremde) geheißen —, vielleicht der eigentliche Familienname oder die Heimatsbezeichnung gewesen, da »il Tedesco« doch nur ein Beiname war.
13Teixeira (?). — Porto (Oporto). 1817
14Ich sah von ihm eine Laute mit vier Doppel- und zwei Baßsaiten. Der Zettel war nur unsicher leserlich.
15Geigenzettel: Teixeira . . . . rua Nova / d’Almada. Porto. Anno 1817 (geschrieben).
17Teixeira, M. C. — Lissabon. 1895. 1898
18Portugiesischer Gitarren- und Mandolinenmacher vom Ende des 19. Jahrhunderts.
20Tempis, Joseph v. — Znaim. 1805
21Vielleicht ein Schüler von Wassermann, an den seine Arbeit erinnert. Seine Geigen sind nach einem guten, flachgewölbten Modell gebaut und haben nach Stradivari geschnittene F-Löcher. Das Holz ist gut, der Boden schön geflammt, nur die Ecken und die Ränder sind etwas ungeschickt und dilettantisch gemacht. Der Lack ist rotbraun. A. Kreuzinger in Znaim besitzt seinen Zettel, den P. de Wit veröffentlicht hat.
22Geigenzettel: Von mir Jos. von Tempis / Znaim 1805 (handschriftlich).
24Tennant, James. — Lesmahagow. Geb. um 1790, lebte noch 1860
25Ein tüchtiger schottischer Geiger, der auch Violen und Violoncelli gemacht hat.
27Tentzel (Denzel), Benedikt. — Neapel (?). 1717
28In einer Violine von gutem Mittenwalder Aussehen fand sich ein stark verletzter Zettel mit diesem Namen, von dessen Ortsangabe nur noch . . . pol . . mit einiger Sicherheit zu lesen war. Ich möchte dies auf Neapel deuten und werde durch die rätselhafte Inschrift in Brunis Inventaire (S. 18) aus einer Geige des Grafen Choiseul-Gouffier darin bestärkt. Dort heißt es: »Ben den Chaus d’Alclante, Napolitain«. Der unverständene und schlecht gelesene Zettel dürfte gelautet haben: »Ben. Denzel aus d. Alblande«. Die Richtigkeit dieser Konjunktur angenommen, könnte dieser aus dem Alpenlande stammende Geigenmacher der Mittenwalder Familie zugezählt werden.
30Tentzel (Dänzel), Johann. — Mittenwald. 1716. 1723
31Er wird in den Akten als Lautenmacher bezeichnet und nennt sich auch selbst so. Seine Geigen sehen den
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