Scan 518
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1meist hell lackiert. Er verlegte sich übrigens mehr auf die Herstellung von Gitarren und Radleieren. Eine solche besitzt die Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 1003); auch in der Sammlung Hammer (Stockholm) befand sich eine solche.
3Thouvenel père. — Mirecourt. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts
4Vielleicht der Vater von Henry Th. Eine Bauernleier in Gitarrenform mit geschnitztem Kopf besaß C. C. Snoeck.
6Thouvenin, Charles. — Mirecourt. 1780. 1781
7Bisher nur von A. Jacquot erwähnt.
9Thürer, H. — Biberach. 1895
10Er besserte alte Geigen aus und trieb auch einen kleinen Handel mit Musikinstrumenten, hat aber schwerlich selbst Geigen gemacht.
12Thumhardt, Gottlieb Alois. — Straubing.
131817. 1830
14Sohn und Schüler von Stephan Th., dessen Nachfolger er im April 1817 wurde. In den Magistratsakten heißt es: »1/4 1817 erscheinen Stephan Dumhardt und sein Sohn Alois D. und erklären, daß der Vater sein bisher exerziertes Geigen- und Saitenmachergewerbe abtrete und letzterer dieses Gewerbe fortsetzen zu dürfen bitte. Das Anwesen sei bereits dem Sohne übergeben und für Erhaltung des Vaters gesorgt. Alois D. sei des Gewerbes vollends kundig und nur deswegen hierauf nicht gewandert, weil er seinem Vater zum Gewerbebetrieb zu Hause immer unentbehrlich gewesen sei.« Am 10. April 1817 erhielt Alois Th. die Konzession, und in der Entschließung heißt es, daß Alois Th. die Geigen- und Saitenmacherkunst bei seinem Vater als einem diesfalls bewährten Meister und Künstler ordentlich erlernt und auch schon die empfehlendsten Proben abgelegt habe. Er scheint jedoch schon 1830 gestorben zu sein und hinterließ nur zwei Töchter, die später verarmt — die eine im Spitale, die andere in der Deggendorfer Kreisirrenanstalt — gestorben sind. Er folgte nach dem Vorgange seines Vaters der Art Buchstädters und hat einige gutklingende Geigen gemacht, die aber recht mittelmäßig in der Arbeit und armselig in ihrem trüb-braunelben Lack aussehen.
15Geigenzettel: Gottlieb Alois Thumhart / Guitarre- und Geigenmacher / in Straubing 18 . . (gedruckt).
17Thumhart, Johann. — Ingolstadt. 1723
18Wohl der Stammvater der Familie und vielleicht der Vater von Johann Georg Th. Er hatte ein längliches Modell von mittlerer Wölbung und hellbraun-rötlichem Lack. Arbeiten von ihm kommen selten vor.
20Thumhardt, Joh. Georg. — Amberg. 1740. 1784
21Den Münchener und Regensburger Geigenmachern nahestehend, ist er einer der Tüchtigsten aus seiner Familie. Er verwandte schönes Holz und braunen Lack und verstand sich gut auf den Ton. Er war viel beschäftigt, da seinerzeit in Amberg am Hofe die Musik eifrig gepflegt wurde.
22Geigenzettel: Johann Georg Thumhart / Lauten- und Geigenmacher / in Amberg, anno 1784 (gedruckt).
24Thumhart, (Johann) Stephan. — München.
251835. 1860
26Aus Amberg nach München gekommen, brachte er es durch eine gewisse Geschicklichkeit bald zu Anerkennung und wurde Hofgeigenmacher, scheint aber nur wenig Geigen gemacht zu haben.
27Geigenzettel: Stephan Thumhart / in München 18 . . (gedruckt). — Stephan Thumhart / Kön. Hof u. bürgerl. Geigenmacher / in München Anno 18 . . [in der Mitte Bayrisches Wappen] (gedruckt).
29Thumhardt, Joh. Stephan. — Straubing. Geb. 1749, † 26. Dezember 1817
30Nach dem Straubinger Gewerbekataster machte er sich dort im Jahre 1769 als Geigen- und Saitenmacher ansässig, verheiratete sich 1773 und übergab seine Werkstatt und sein Anwesen seinem Sohne Alois im Jahre 1817. Er war vielleicht ein Schüler von Buchstädter, dessen Arbeit er ziemlich genau nachahmte. Seine besseren Geigen zeigen ein charakteristisches schmales Modell mit in die Länge gezogenen Mittelbügeln und klingen recht gut; sein braunelber oder brauner Lack ist jedoch meist glanzlos geworden. Sein Grabstein steht noch auf dem Straubinger St.-Peters-Friedhof, und darauf liest man: »Von seinen Mitbürgern ward er geschätzt und in seinen Kunstwerken wird ihn die Nachwelt noch rühmen. R. J. P.« Als seine besten Geigen werden jene zwölf bezeichnet, die er angeblich für einen reichen Kenner und Sonderling anfertigte. Für die erste erhielt er einen Dukaten, was ihm zu wenig schien, doch schwieg er, als er sofort den Auftrag bekam, eine zweite, noch bessere zu machen. Der Besteller zahlte dann zwei Dukaten dafür und verlangte noch eine bessere, für die er drei Dukaten und so fort bis zu zwölf Dukaten gab. Wegen ihrer Zwölfzahl werden diese Geigen »Apostelgeigen« genannt, eine davon (vom Jahre 1795) besitzt heute noch Landgerichtsrat F. Ebner in Straubing. Im gleichen Besitz ist eine Viola von 1782; eine solche von 1809 hat Musiker Schmid in Straubing. Auf dem dortigen Kirchenchor zu St. Jakob sind auch noch zwei Violinen von 1814 und 1815, woselbst sich auch ein besonders schöner Baß (1815) von Stephan Th. befindet. Für seine Geigen wurden schon recht gute Preise, für seine Bässe noch höhere bezahlt.
31Geigenzettel: Stephan Thumhard / Geigenmacher in Straubing / 1800 (gedruckt) und Abb. 781.
33Thumhardt, Josef. — Amberg. 1780. 1834
34Sohn und Nachfolger von Johann Georg Th. Er ist nicht ganz so gut wie der Vater, besaß aber viel Handfertigkeit und bevorzugte ein hochgewölbtes Modell.
36Thumhart, Joseph. — München. Geb. 16. Februar 1846 in Ingolstadt, † 24. Juli 1888 in München
37Schüler seines Vaters Xaver Th., der 1847 nach München übersiedelte. In den siebziger Jahren übernahm er selbst die alte Firma (Xaver Th.) und verlegte sich hauptsächlich auf den Bau von Zithern. Er wurde Hoflieferant und erlag einem Schlaganfall. Nach seinem Tode ging das Geschäft zunächst auf die Witwe über.
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