Scan 519
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Thumhart, Xaver I. — Ingolstadt, München
2Begründete im Jahre 1839 sein Geschäft in Ingolstadt und verlegte es 1847 nach München. Er hat nur wenige Geigen gebaut, dagegen hatte er einen guten Ruf als Zither- und Gitarrenmacher.
3Geigenzettel: Xaver Thumhart / Instrumentenmacher in / Ingolstadt 1842 (geschrieben).
5Thumhart, Xaver II. — München. 1888. 1920
6Der letzte Instrumentenmacher der Familie, der das alte 1839 begründete Geschäft von Joseph Th. 1888 übernahm und 1901 in Ignaz Roider einen Nachfolger fand.
7Geigenzettel: Reparirt / Xaver Thumhardt / München / Schäfflergasse No. 16 (gedruckt).
9Tibbets, Mrs. Jas. H. — Brunswick (Maine).
10Geb. 1821
11Eine amerikanische Dilettantin, die mit unzulänglichen Werkzeugen (Taschenmesser, Glas usw.), nachdem sie fast 78 Jahre alt geworden war, begann, einige Geigen zu machen, von denen in Amerika viel Aufhebens gemacht wurde.
13Tiblemont (Thiblemont), Charles. — Mirecourt. 1724. 1733
14Wenig bekannter Mirecourter Meister.
16Tiblemont, Mansuy. — Mirecourt. 1743. 1774
17Obwohl er anfangs mit Not zu kämpfen hatte, arbeitete er sich allmählich empor und kam zu einem gewissen Ansehen, wobei es ihm vielleicht dienlich war, daß er in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Familien Harmand und Vuillaume stand.
19Tiburtius s. Centurio
21Tichý, Johann. — Olmütz. Geb. zu Klein-Pentschitz 1809, † 2. Februar 1871 nach 13jähriger Ehe
22Schüler von Franz Soboll. Er ist der letzte Olmützer Geigenmacher, der selbständig neue Geigen gemacht hat. Er erfand eine große Bratsche, die mit C-G-D-A-Saiten bespannt war, um die Violoncellopartien mit einem Violinspieler besetzen zu können. Das Instrument war trotz seiner Größe handlich und leicht spielbar. Seine Violinen sind von sehr schönem Aussehen und klingen namentlich auf den A- und E-Saiten hell und edel, während D-G schwächer und dumpf daneben klingen. Sein Geschäftsnachfolger war Peter Koutný. Auch ein Wenzel T. war um 1850 in O. ansässig.
24Tieffenbrucker, Caspar. — Lyon. Geb. 1514 in »Pruck«, † 16. Dezember (?) 1570 oder 1571 in Lyon
25Besser bekannt in der verwelschten Form seines Namens als Gaspard Duiffoprougar. Er stammte nach der Angabe eines Verzeichnisses der Füssener Bürger- aufnahmen1) aus »Pruck«, worunter man wohl am besten Tiefenbruck bei Roßhaupten versteht. Er erlangte durch die Verheiratung mit einer Bürgerstochter am 22. April 1544 das Bürgerrecht in Füssen. In seinen Wanderjahren mag er schon weit umhergekommen sein, da wurde es ihm in der Heimat zu eng und er zog wieder hinaus in die Fremde und kehrte nach Lyon zurück, wo er schon im Jahre 1533 nachweisbar ist. Ob er seine junge Frau mit genommen hat, oder ob ihr Tod den Anlaß zu seiner Auswanderung gab, läßt sich nicht feststellen. Daß er zuerst in Bologna ansässig war, wird zwar mehrfach behauptet, beruht aber jedenfalls auf einer Verwechslung mit Wendelin T. — Urkundlich nachweisbar ist er später nur in Lyon, und gleich auf dem ältesten Schriftstück vom 23. November 1553, in dem er vorkommt, wird er als Deutscher bezeichnet. Seinen Namen schreibt er da: »Duiffobrocard«; eine andere Urkunde (vom 4. November 1555) unterzeichnet er »Gaspard Duiffoprougar«. Von seinem Leben ist wenig bekannt. Seine Heimat und das Geburtsjahr 1514 erfährt man aus einem Dekret Heinrichs II. vom Januar 1558, durch welches Caspar zum französischen Bürger aufgenommen wird. Das Geburtsjahr bestätigt auch Pierre Woeriots Porträt des Meisters, das ihn im Alter von 48 Jahren zeigt. Das wenige, was über ihn festzustellen war, verdankt man dem trefflichen Dr. Henry Coutagne († 1896), der in seiner interessanten Schrift (Paris 1893) die Ergebnisse seiner Forschungen mitteilt und dadurch alle früher von J. B. B. Roquefort-Flamericourt, Fétis u. a. aufgestellten Behauptungen zu Fall brachte. Auf welchem Umweg Caspar Tieffenbrucker nach Lyon gekommen ist, ließ sich bisher noch nicht ermitteln. Im Jahre 1533 wohnte er dort in der Nähe der Franziskanerkirche. Er scheint sehr fleißig und sparsam gewesen zu sein und kam zu einigem Vermögen, so daß er im Jahre 1556 einen Weinberg »a la côte Saint Sebastian« kaufen konnte, auf dem er sich ein Wohnhaus mit Hof und Garten erbaute. Acht Jahre lebte er da mit den Seinen in Ruhe und Frieden, da wurde aber die Errichtung einer Zitadelle beschlossen, und da nach ihrer Vollendung Tieffenbruckers Haus im Festungsgraben lag, verfiel es der Expropriation. Der Wert des Besitztums wurde auf 9245 Lires 14 Sols und 4 Deniers festgesetzt, und Tieffenbrucker mußte ausziehen. Vergeblich hoffte er, die versprochene Entschädigungssumme zu erhalten; er geriet in Not und starb schließlich in bitterster Armut und hinterließ seine Frau Barbe, geb Homeau, und seine Kinder in größtem Elend. Auch die Witwe konnte die Auszahlung des Geldes für ihr Haus nicht durchsetzen und mußte schließlich froh sein, wenigstens eine lebenslängliche, kleine Rente zu erhalten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß C. Tieffenbrucker ein sehr angesehener Meister war. Die ihm mit einiger Wahrscheinlichkeit zugeschriebenen Arbeiten zeichnen sich vornehmlich durch ihre reiche Verzierung aus, und es ist nicht gut einzusehen, warum man gerade ihn zum Erfinder der heutigen Violine »machen« wollte. Man kann nur annehmen, daß er verschiedene Lyren gemacht hat, und die Ähnlichkeit der Lyra mit der Violine hat dazu geführt, die Mei-
271) Handschrift in der fürstl. Öttingenschen Bibliothek in Maihingen. Sign. I. 3. Fol. 12.
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- Thumhart, Xaver I.
- Thumhart, Xaver II.
- Tiblemont, Charles
- Tiblemont, Mansuy
- Tichý, Johann
- Tieffenbrucker, Caspar
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