Scan 521
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1selben Jahre Berlin aus der Sammlung Snoeck. Auf der Brust der Mandola von 1607 findet sich das nebenstehende Meisterzeichen: MTH das nicht ganz zu deuten möglich ist. Eine Theorbe mit 7 doppelten und 4 einzelnen Saiten von 1584 (repariert 1741 von Joh. Chr. Hoffmann in Leipzig) besitzt C. Claudius in Kopenhagen. Abt Sales Bauer in Rein (Steiermark) besitzt eine vom Jahre 1606 datierte Arbeit von ihm; ein 21 späniger Chitarrone mit drei Dachsternen und doppeltem Kragen findet sich in der Wiener Sammlung alter Musikinstrumente.
3Tiefenbrucker, Moises. — Venedig. 18. Jahrhundert
4Das Museum des Pariser Konservatoriums besitzt eine Chitarra von diesem sonst nicht bekannten Mitgliede der Familie. Der Krieg machte es mir unmöglich, mich zu überzeugen, ob der Vorname richtig gelesen ist, denn ich vermute, daß statt Moises »Magnus« zu lesen sein wird.
6Tiefenbrucker, Ulrich (Uldrich). — Venedig, Bologna (?). 1521
7Das Selhofsche Auktionsverzeichnis führt eine Elfenbeinlaute mit 13 Saiten von »Ulrich Dieffenprugkher in Venezia« auf. Nach W. J. v. Wasielewski, der als Uldrich Tiefenbruckers Wohnsitz Bologna angibt, besitzt die Familie Heimsoeth in Bonn eine Laute von Uldrich T., deren Wölbung des Resonanzkastens aus Elfenbeinspänen gebildet ist.
9Tieffenbrucker, Wendelin. — Padua. 1572. 1611
10Wenn die Deutung seines Zettels richtig ist, ein Sohn des Leonardo T. Er nennt sich darauf »Vendelinus« oder häufiger Wendelino Venere de Leonardo usw. »Venere« dürfte identisch sein mit »Genere«. Häufig verwendete er nur die obere Hälfte seines Zettels, so daß nur »Wendelio Venere« mit Ort und Jahreszahl blieb, was dazu führte, daß seit Baron ein Lautenmacher »W. Venere in Padua« als besonderer Meister aufgeführt wird. Auf den halbierten Zetteln kann man öfters noch aus den Buchstabenresten der abgetrennten zweiten Zeile diese selbst rekonstruieren, so in einer Laute des Kaiserl. Hofmuseums in Wien. Die Gründe für diese Art der Zettelbenutzung lassen sich heute freilich nicht mehr erkennen; aber seit etwa 1595 scheint er mit Vorliebe die halben Zettel eingeklebt zu haben. Außerdem verwendete er auch gerne eine Brandmarke, die sich am Halsrande zu finden pflegt und aus einem Anker mit den Buchstaben V und T oder WE besteht. Von ihm und Magnus T. sagt Baron in seiner Untersuchung des Instruments der Lauten: »Magnus und Vendelino Tieffenbrucher und Vendelino Venere, welche sehr berühmt und alt, haben an ihrer Arbeit viele proportion propreté bewiesen, und nach der neuesten und am meisten aestimirten Art, nemlich länglicht oder etwas flach gearbeitet. Was die Tieffenbruckerische Arbeit anlanget, so schätzt man sie weit höher als die Füssner und sind selten zu bekommen. Diese jetzt angeführte Meister haben meistentheils in Venedig zwischen Anno 15 und 1600 gelebt.« — Arbeiten von Wendelin T. finden sich noch oft in Sammlungen, so eine Laute von 1572 in der Sammlung Snoeck (jetzt in Berlin), eine von 1578 im Städtischen Museum zu Braunschweig, eine von 1582 und ein Lyrone im ehemaligen Museum Modena in Wien, eine Laute von 1587 in der Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, eine von 1592 im Museum zu Darmstadt, eine Laute mit umgeschlagenem Kragen in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, eine von Seb. Schelle zur Theorbe umgearbeitete Archilaute mit drei schönen, kleeblattartig angeordneten Dachsternen (Rosetten) in der Wartburg (Gesamtlänge 143 cm, Korpus 65 cm lang, 38 cm breit); eine von Jos. J. Edlinger und G. A. G. Otto reparierte Laute mit 14 Wirbeln besitzt Prof. Streicher in Köthen; auch Th. Körners Laute (jetzt im Körner-Museum in Dresden) ist eine Arbeit Wendelins. Ein Violoncello! mit seinem Namen besitzt Rat Friedrich in Posen. Die Wiener Sammlung alter Musikinstrumente besitzt von ihm zwei Diskantlauten, eine elfspänige Oktavlaute, eine theorbierte Laute von 1595, eine paduanische Theorbe von 1611, sowie eine (vielleicht von ihm erfundene) 42saitige Harfenzister und eine eigenartige Lira da Gamba.
12Geigenzettel: In Padua Vendelinus Tiefenbrucker (gedruckt). — In Padoua / Vvendelio Venere / de Leonardo Tiefenbrucker 1582 (gedruckt). — 1595 / In Padova / Vvendelio Venere (gedruckt) (die untere Hälfte des Zettels abgetrennt) und Abb. 769.
14Tiefenbrunner, Adolf. — München. Geb. 5. Mai 1865 in München, † 14. Februar 1900
15Sohn zweiter Ehe von Georg T. Nachdem er das Gymnasium (»Holländ. Inst.«) absolviert und bereits die Universität besucht hatte, wurde er von seiner Vorliebe für das Instrumentenmachen und durch Geschäftsinteresse veranlaßt, am 23. April 1891 das väterliche Geschäft zu übernehmen. Da ihn der Vater stets im Instrumentenmachen unterwiesen hatte, brachte er die besten Vorkenntnisse mit. Auch er verlegte sich fast ausschließlich auf die Zitherfabrikation, wie er auch ein trefflicher Zitherspieler war. Er besaß viele Ausstellungspreise und erlag den Folgen der Influenza. Seine Witwe setzte das Geschäft fort; der jetzige Inhaber der Firma ist der Instrumentenmacher Heinz Raab.
17Tiefenbrunner, Balthasar. — Mittenwald. 1825. 1855
18In bezug auf handwerksmäßige Geschicklichkeit ist er seinen Mittenwalder Zeitgenossen ebenbürtig, hat aber ebensowenig wie diese hervorstechende persönliche Eigenschaften. Seine besten Arbeiten fallen in die Jahre 1830—1850.
20Tiefenbrunner, Georg. — München. Geb. 1812 in Mittenwald, † 10. Oktober 1880 in München
21Schüler von Kriner in Landshut. Mit einem Taler in der Tasche kam er zu Fuß nach München und ward Gehilfe bei Engleder, bei dem er seine Ausbildung als Geigenmacher vollendete, worauf er in Augsburg die
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- Tiefenbrucker, Moises
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- Tieffenbrucker, Wendelin
- Tiefenbrunner, Balthasar
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