Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 524

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 520. See the scan on archive.org.

1Altmünchener Meister.« Jahrb. f. Münch. Gesch. I., S. 63): »Wilhelm Tielke machte treffliche Geigen und reichverzierte Viole di Gamba.« Ich kenne einen Wilhelm Tielke nur aus dieser Quelle und fürchte fast, daß Trautmann durch die im Münchener Nationalmuseum befindlichen, für den bayrischen Herzog gefertigten Prachtarbeiten Joachims verführt wurde, an einen Münchener Meister namens Tielke zu glauben.
3Tietgen, Hans. — Itzehoe, Hamburg, New York. Geb. 29. April 1857 in Stolpe
4In ländlicher Umgebung aufgewachsen, mußte er als kleiner Junge Gänse hüten. Um sich die Zeit zu vertreiben, begann er Peitschenstiele aus gewundenem Weidenholz zu schnitzen, womit er sich ab und zu einen Groschen verdiente, im Winter schnitzte er Spazierstöcke, doch war es sein einziger Wunsch, Musiker zu werden. Den ersten Geigenunterricht gab ihm der Stolper Schulmeister, nach seiner Konfirmation kam er dann zu einem Stadtkapellmeister nach Neumünster, wo er eine fünfjährige Lehrzeit durchmachen mußte und auf allen Streich- und Blasinstrumenten spielen lernte. Er kam dann nach Holzminden und als Soldat nach Span- dau. Als nach längerer Zeit seine musikalischen Fähigkeiten bemerkt wurden, reihte man ihn in die Regimentskapelle ein. Nach beendigter Militärzeit lernte er Künstlers Erdenwallen recht genau kennen, so daß er sehr froh sein mußte, in Itzehoe eine dauernde Stelle als Musiker zu erhalten. Er hatte immer fleißig allerlei kunstvolle Schnitzereien angefertigt und es machte sich dabei ganz von selbst, daß er auch anfing Musikinstrumente auszubessern. Bald verlegte er sich mit Feuer- eifer auf den Geigenbau, eignete sich vieles durch Selbststudium an und holte sich bei G. Chr. Adam in Berlin die ihm bisher fehlende Unterweisung. So wurde er in Itzehoe, wo er auch seine Frau kennen lernte, zum Geigenmacher und ging dann mit seiner Familie im Jahre 1886 nach Amerika. Anfangs machte er hauptsächlich Bässe und trieb einen Handel mit Geigen, die er selbst mit zunehmendem Erfolg baute. Er versuchte vieles und sammelte reiche Erfahrungen, aber so sehr er auch Anerkennung fand, war er doch nie zufrieden, und als er seine 350. Geige gebaut hatte, wollte er den Geigenbau überhaupt aufgeben und sich ausschließlich auf den Handel verlegen. Er reiste mehrmals nach Europa, bereiste ganz Italien und brachte eine stattliche Anzahl wertvoller Meistergeigen mit nach Amerika. Im Verkehr mit dem Maler Tr. de Haven, der selbst ein tüchtiger Geigenbauer ist, und mit Dr. George Young fühlte er sich zu neuem Schaffen angeregt; jetzt begann seine eigentliche Blütezeit, und er wird jetzt von Kennern als der beste New Yorker Geigenmacher geschätzt, obwohl er keinerlei Reklame macht und nach wie vor sehr zurückgezogen lebt. Er hat die alten Meister gründlich studiert, kopiert sie aber nicht, sondern bildete sich ein eigenes Modell aus, das eher an die Brescianer als an die Cremoneser Schule erinnert, und verwendet am liebsten einen leuchtenden roten Lack. Er besitzt eine seltene Handgeschicklichkeit und erzielt einen wundervollen Ton. Er ist eine echte Künstler- natur von einer herzgewinnenden Bescheidenheit. Bis- her hat er über 400 Geigen gebaut. one of two readings
5In ländlicher Umgebung aufgewachsen, mußte er als kleiner Junge Gänse hüten. Um sich die Zeit zu vertreiben, begann er Peitschenstiele aus gewundenem Weidenholz zu schnitzen, womit er sich ab und zu einen Groschen verdiente, im Winter schnitzte er Spazierstöcke, doch war es sein einziger Wunsch, Musiker zu werden. Den ersten Geigenunterricht gab ihm der Stolper Schulmeister, nach seiner Konfirmation kam er dann zu einem Stadtkapellmeister nach Neumünster, wo er eine fünfjährige Lehrzeit durchmachen mußte und auf allen Streich- und Blasinstrumenten spielen lernte. Er kam dann nach Holzminden und als Soldat nach Span- dau. Als nach längerer Zeit seine musikalischen Fähigkeiten bemerkt wurden, reihte man ihn in die Regimentskapelle ein. Nach beendigter Militärzeit lernte er Künstlers Erdenwällen recht genau kennen, so daß er sehr froh sein mußte, in Itzehoe eine dauernde Stelle als Musiker zu erhalten. Er hatte immer fleißig allerlei kunstvolle Schnitzereien angefertigt und es machte sich dabei ganz von selbst, daß er auch anfing Musikinstrumente auszubessern. Bald verlegte er sich mit Feuer- eifer auf den Geigenbau, eignete sich vieles durch Selbststudium an und holte sich bei G. Chr. Adam in Berlin die ihm bisher fehlende Unterweisung. So wurde er in Itzehoe, wo er auch seine Frau kennen lernte, zum Geigenmacher und ging dann mit seiner Familie im Jahre 1886 nach Amerika. Anfangs machte er hauptsächlich Bässe und trieb einen Handel mit Geigen, die er selbst mit zunehmendem Erfolg baute. Er versuchte vieles und sammelte reiche Erfahrungen, aber so sehr er auch Anerkennung fand, war er doch nie zufrieden, und als er seine 350. Geige gebaut hatte, wollte er den Geigenbau überhaupt aufgeben und sich ausschließlich auf den Handel verlegen. Er reiste mehrmals nach Europa, bereiste ganz Italien und brachte eine stattliche Anzahl wertvoller Meistergeigen mit nach Amerika. Im Verkehr mit dem Maler Tr. de Haven, der selbst ein tüchtiger Geigenbauer ist, und mit Dr. George Young fühlte er sich zu neuem Schaffen angeregt; jetzt begann seine eigentliche Blütezeit, und er wird jetzt von Kennern als der beste New Yorker Geigenmacher geschätzt, obwohl er keinerlei Reklame macht und nach wie vor sehr zurückgezogen lebt. Er hat die alten Meister gründlich studiert, kopiert sie aber nicht, sondern bildete sich ein eigenes Modell aus, das eher an die Brescianer als an die Cremoneser Schule erinnert, und verwendet am liebsten einen leuchtenden roten Lack. Er besitzt eine seltene Handgeschicklichkeit und erzielt einen wundervollen Ton. Er ist eine echte Künstler- natur von einer herzgewinnenden Bescheidenheit. Bis- her hat er über 400 Geigen gebaut. one of two readings
6Geigenzettel: Hans Tietgen / XIII / New York, 1913 [und Monogramm HT.] (gedruckt).
8Tilley, Thomas. — London. 1774
9Bisher ist nur sein Name bekannt geworden.
11Tilmann, Abraham. — Antwerpen. 1602
12Eine Laute mit flachem Boden, reich mit Perlmutter eingelegt und mit bemalter Decke, befindet sich in der Sammlung des Kunstgewerbe-Museums in Berlin. Der Name Tilmans fehlt in den Verzeichnissen der Antwerpener Gilde; er scheint also ausschließlich Lauten und vielleicht auch Geigen, aber keine klavierartigen Instrumente gemacht zu haben.
14Tiphanon (Thiphanon), Jean-François. — Paris. 1775. 1800
15Er wohnte in der Rue St. Honoré du Louvre und dann Rue St. Thomas du Louvre und ist durch allerlei Erfindungen ohne nachhaltigen Erfolg bekannt gewesen. Besser als seine Geigen sind seine Lauten.
16Geigenzettel: Tiphanon rue St. Thomas- / du-Louvre à Paris, 1780 (gedruckt).
18Tiriot s. Thiriot
20Tirler, Carlo. — Bologna. 17. Jahrhundert
21Dem Namen nach jedenfalls ein Deutscher. In einer wahrscheinlich dem 17. Jahrhundert angehörenden Laute, im Privatbesitz in Bologna, findet sich sein Zettel ohne Jahreszahl.
22Geigenzettel: Carlo Tirler, Leutar / in Bologna fece (gedruckt).
24Tischenant (Tisinant), Franz. — Budapest. 1843. 1854
25Um 1843 kam er aus seinem Geburtsorte Erlau nach Budapest, arbeitete bei P. Teufelsdorfer und übernahm dann die Werkstatt seines Oheims Fr. Hackhofer. Ein fleißiger Geigenmacher, dessen Arbeiten wegen ihres glänzenden dunklen, oft schwarzen Lackes bei den Zigeunerkapellen noch jetzt sehr beliebt sind. Eine gute, flachgewölbte Violine von ihm besitzt Demuth in Lübeck.
26Geigenzettel: Tischenant Ferentz / Hegedü készítő Pesten 18 . . . (gedruckt).
28Tissier, Pierre. — Jenzat. 1895
29Ehemaliger Gehilfe von J. B. Pajot und wie dieser ausschließlich mit der Herstellung von Bauernleiern beschäftigt.
31Tivoli, Augusto. — Triest. 1873. 1883
32Wenig bekannter Geigenmacher, der übrigens auch an anderen Orten gearbeitet haben soll.
34Tkalčič. — Agram. 1903
35Kroatischer Lauten-(Tamburitza-)macher der Gegenwart, der mit Tomay zusammen arbeitet.
37Tobias, Willem. — ? 1670
38Ein alter, holländischer Geigenmacher, über den nichts Näheres bekannt ist.

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