Scan 532
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Uhlschmidt, Balthasar. — Schönbach. Geb. 1854
2Nachdem er als Geigenmacher regelrecht ausgelernt hatte, verlegte er sich frühzeitig auf das Schnitzen von Hälzen und Schnecken, worin er es zu einer nicht gewöhnlichen Fertigkeit gebracht hat.
4Uhlschmidt, Franz. — Schönbach
5Jüngster Sohn von Balthasar U. Schüler seines Vaters, der ihn zum Geigenbauer ausgebildet hat. Als Gehilfe arbeitete er in den besten Werkstätten in Brünn, Wien, St. Gallen und Danzig, dann bei E. Gärtner in Stuttgart und zuletzt bei Keller in Würzburg.
7Uhrmacher, Peter. — Pfaffendorf. Um 1800 bis 1830
8Joh. Stüber im Haag besitzt eine gute Violine mit mäßig hoher Wölbung, in der sich der untenstehende geschriebene Zettel befindet. Die Arbeit erinnert an Schwarzwälder Geigen und an die Mittenwalder Schule. Es war nicht zu ermitteln, welches Pfaffendorf in Frage kommt, schließlich erscheint auch der Familienname bis zu einem gewissen Grade seltsam, so daß man vielleicht annehmen könnte, daß der eigentliche Familienname »Peter« war, und daß der Mann gleichzeitig Uhrmacher und Geigenmacher war.
9Geigenzettel: Peter Uhrmacher / Geigenmacher zu Pfaffendorf 18(3 . . (?)) (geschrieben).
11Uitenus (Vitenus), Nicolas. — ? (San Vito?)
121650
13Eine Baßgeige (oder Violoncello) mit dem möglicherweise falsch gelesenen Namen: »Nicolas Uitenus, 1650« weist das Verzeichnis der Selhofschen Sammlung (versteigert im Haag 1759) auf.
15Ullmann, Georg. — Mailand, Zürich. Geb. 9. September 1879 in Bad Elster
16Er kam als Lehrling zu Reinhold Schmidt in Markneukirchen und besuchte dort drei Jahre lang die Fachschule für Instrumentenbau. Er arbeitete als Gehilfe bei Kurth und bei O. Möckel in Berlin, später bei Dvořák in Prag und ging dann zu Degani nach Venedig. Im Jahre 1901 siedelte er nach Mailand über und machte sich dort selbständig. Durch den Krieg war er gezwungen, Italien wieder zu verlassen, weshalb er seine Werkstatt nach Zürich verlegte. Er ist sehr geschickt und arbeitet sauber nach Stradivari.
17Geigenzettel: Georgius Ullmann / fecit / Mediolani 1909 (gedruckt in Umrahmung).
19Ulrich, Diederich. — Lübeck, Hamburg. Geb. um 1740
20Er soll ein Nachkomme von Olert (Olrichges) gewesen sein, was nicht unmöglich wäre. Er hatte seine Werkstatt zuerst in seiner Vaterstadt und ging im Jahre 1771 nach Hamburg, wozu ihn aber, wie es scheint, nicht sein Beruf als Geigenmacher veranlaßt hat. Im Lübecker Staatsarchiv wird nämlich noch ein Schreiben des geistlichen Konsistoriums an den Rat der Stadt Hamburg aufbewahrt, in dem dieser ersucht wird, die geplante Ehe des Lübecker Bürgers und Violenmachers Dietrich Ulrich, jetzt bei Caspar Wegener in der Spitalstraße sich aufhaltend, zu verhindern, da Ulrich in Lübeck verheiratet sei und drei Kinder habe, die er böswillig verlassen hätte. In dem Schreiben heißt es: »Sie wollen großgontig geruhen, solche Bigamiam nicht vorgehen zu lassen, sondern dieselbe durch zulängliche Mittel nicht allein zu behindern, sondern auch diesen Dieterich Ulrich alda wegschaffen und wiederumb anhero zu seinem Weibe und Kindern verweisen zu lassen.« Seine Geigen erinnern in den Umrissen und den F-Löchern an die Brescianer Schule. Die Einlagen fehlen gewöhnlich, der Lack ist meistens gelb, und statt der Schnecken liebt er Löwenköpfcchen am Wirbelkasten anzubringen.
21Geigenzettel: Abb. 798.
23Unbehaven (Unbehauen, Unbehagen), Henrich. — Halle a. S. ?, Erfurt. 1687
24Er gehört vielleicht einer alten Familie aus Schwäbisch-Hall an, wo der Name schon 1396 vorkommt und noch 1578 ein David Unphaben, Sohn des Kaspar U., geboren wurde. Der Name ist allerdings auch in Volkstädt a.S. heimisch, wo bekanntlich Schiller bei dem Kantor und Schulmeister Unbehau wohnte. U. soll lange in Erfurt und Halle gearbeitet haben, doch konnte ich über seinen Aufenthalt in beiden Städten nichts ermitteln. Nur in J. Ph. Eisels Musicus autodidactos (Erfurt 1738) wird er ausdrücklich als Erfurter bezeichnet bei der Aufzählung der besten Gambenmacher. Seine Arbeiten sind oft reich eingelegt und erinnern in dieser Beziehung an Tielke. Doch scheint er auch die Italiener gekannt zu haben, denn im Modell hatte er wohl die Absicht, N. Amati nachzunehmen.
25Geigenzettel: Henrich Unbehaven / Hall. Anno 1687. (gedruckt).
27Undeutsch, Ernst, ein Musiker, der eine Geigenwerkstatt in Hannover hat
29Ungarini (Ungherini), Antonio. — Fabriano. 1762
30Ein Violenmacher, der behauptete, aus der Schule Stradivaris hervorgegangen zu sein.
32Ungarini, Raynaldo. — Fabbriano. 1800. 1806
33Sohn von Antonio U. In Fabbriano weiß man nur von einem im 18. Jahrhundert vorkommenden Maler seines Namens. Seine Kunst war sehr bescheiden; vielleicht ist er mit dem Geigenmacher identisch.
34Geigenzettel: Reynaldus Ungarini Fabrianensis / Antonii filius / De Stradivarii Schola perfecit / Anno 1800 (gedruckt).
36Unseld (Ansold), Georg. — Ulm. 1609
37Vielleicht ein Sohn von Christian Ansold. Von ihm bezog die Stuttgarter Hofkapelle seit 1609 Saiten. Er soll als Lautenmacher sehr geschätzt gewesen sein.
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