Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 54

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

46 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 50. See the scan on archive.org.

1Boghart, Hayne (Heinrich). — Brüssel. 1436
2Lautenmacher, von dem bekannt ist, daß er gute Leiern baute. Er wird als »faiseur de bas instruments« in Urkunden bezeichnet. Vielleicht ein Vorfahr von Gisbert van den Bogaerde, der 1558 in die Antwerpener Lucasgilde als Clavecinmacher aufgenommen wurde.
4Bogner, Ambros. Joseph. — Prag, später Wien.
5Geb. 12. Febr. 1752 in Hayd (Böhmen),
6† 22. Sept. 1816 in Wien
7Er baute auch Lauten, war bis 1792 in Prag ansässig und siedelte dann nach Wien über, wo er in der Stadt Nr. 976 seine Werkstatt eröffnete und am 17. Aug. 1792 den Bürgereid ablegte. Seine Geigen, die jedoch selten vorkommen und nicht sonderlich hoch bewertet werden, sind gut gearbeitet und haben schönes Deckenholz; weniger schön ist der Boden, die Schnecke schwungvoll, aber nicht sehr sauber ausgestochen, die Wölbung von mittlerer Höhe, der Lack dunkel, spröde und undurchsichtig. Er war einer der ersten in Wien, die zu einem breiteren, flachen Modell übergingen.
8Geigenzettel: Ambrosius Josephus Bogner / fecit Viennae. Anno 1807 (gedruckt) und Abb. 43.
10Bohmann, Joseph. — Chicago Ill. Geb. 23. Okt. 1848 zu Neumarkt in Böhmen
11Schüler seines Oheims. Machte sich zuerst in Böhmen selbständig und ging um 1873 nach Amerika, wo er seit 1876 in Chicago ansässig ist. Seine Geigen fanden auch auf europäischen Ausstellungen Anerkennung. Heute besitzt er ein bedeutendes Musikgeschäft in Chicago und fertigt hauptsächlich Geigen (nach allen italienischen Meistern), die er mit Bernsteinöllack überzieht. Er besitzt auch ein eigenes Modell, das zwischen dem des Maggini und des Guarneri liegt. Er verwendet das zum Geigenbau sehr geeignete kanadische Gebirgsholz und baut auch vorzügliche Gitarren und Mandolinen, sowie Bogen, an denen er am Frosch ein gut passendes Daumenloch anbringt.
12Geigenzettel: Abb. 41.
14Boissart. — Paris. 1606
15Lauten- und Geigenmacher, von dem nur wenig mehr als der Name erhalten ist.
17Boiteux, Claudius. — München. 1786. 1799
18Er stammte aus Mirecourt, wo er von 1773 bis 1779 nachweisbar ist. Im Jahre 1786 ließ er sich in München nieder und erhielt sehr bald die Arbeiten für die Hofkapelle, da man mit Gregor Sidtler nicht zufrieden war; er erhielt auch den Hoftitel und wird im Hofkalender für 1799 noch als Hoflautenmacher aufgeführt, er hat aber München schon Ende 1798 oder Anfang 1799 wieder verlassen. Geigen von ihm sind mir nicht bekannt geworden; er scheint hauptsächlich mit Ausbesserungen beschäftigt gewesen zu sein.
20Boivin, Claude. — Paris. 1730. 1754
21Unter den Pariser Lautenmachern war er sehr angesehen und wurde geschworener Zunftmeister für 1752. Er nannte seine Werkstatt »à la guitarre royale« und war hauptsächlich Gitarrenmacher, doch kommen ver einzelt auch Violen und Violinen von ihm vor; auch Bruni hat eine Gamba dieses Meisters von 1735 inventarisiert. Er wohnte bis 1732 Rue de Grenelle St. Honoré, dann Rue Ticquetonne und zog um 1749 nach der Rue de la Poterie Nr. 10. Seine Arbeit ist gut, nur in bezug auf die Dicke ungenau. Sein Lack ist bläß, meist rötlichbraun. Außer seinem Zettel findet man auch seine Brandmarke. Eine sehr hübsche Gitarre von ihm bewahrt das Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 273). Eine schöne siebensaitige Basse de Viole d’Amour von 1734 befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
22Geigenzettel: Abb. 66 und 67.
24Boldizsár, Stephan (István). — Budapest. Um 1865 geb. in Szegedin
25Schüler seines Schwagers Nemessányi. Er gab das Geigenmachen aber nach kurzer Zeit auf, um Berufssoldat zu werden.
27Bollecker, Felix s. Enel
29Boldrini, Ovidio. — Salò. 1864
30Ein Instrumentenmacher in der Heimat des großen Gasparo; in seinen wenigen Werken ist von dem Genius loci kein Hauch mehr zu verspüren.
32Bolelli, Pietro. — Bologna. 19. Jahrhundert
33Ein ausgezeichneter Orchestergeiger und später Impresario von Theaterunternehmungen (z. B. des Teatro comunale in Bologna). Aus Liebhaberei beschäftigte er sich auch mit dem Geigenmachen und versuchte sich als Reparateur, ohne darin etwas zu leisten. Da ihn Valdrighi (389) aufzählt, sei er hier auch erwähnt.
35Boller, Johann Adolf. — Frankfurt a. M. 1670
36Er stammt vielleicht aus Mittenwald und ist bis jetzt nur durch eine sehr niedliche Pochette mit Ebenholz- und Elfenbeineinlegearbeit, die sich in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente (Nr. 781) befindet, bekannt. Der Körper besteht aus neun Spänen mit Elfenbeinrippen; C-Löcher. In Frankfurt lebte 1662 ein Krämer Johann Adolf Boller, der als »Bürgersohn« bezeichnet wird. Er dürfte der Sohn unseres Lautenmachers gewesen sein.
38Boller s. Poller¹)
39Bolles. — London. 1600. 1620
40Th. Mace bezeichnet ihn als einen der berühmtesten englischen Violen- und Lautenmacher seiner Zeit und schätzte den Wert einer Baßviola dieses Meisters schon damals (1676) auf 100 £. Sehr bedauerlicherweise scheinen sich gerade von ihm keinerlei Arbeiten erhalten zu haben.
42Bolli. — Neapel. 1897
43Besserer italienischer Geigenmacher, der nach alten Vorbildern arbeitet.
45¹) Die Mittenwalder Mitglieder dieser Familie schwankten im 18. Jahrhundert in der Schreibweise zwischen B und P, jetzt schreiben sie sich ausschließlich Poller.

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