Scan 543
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1berichtet, wo oder bei wem die Instrumente gekauft sind. Unter den wenigen angegebenen Namen findet sich ein Hieronymus Geraldi. Im ganzen 16. Jahrhundert gab es aber in Brescia außer Hieronymus de Virchis keinen zweiten Lautenmacher mit diesem Taufnamen. Es liegt daher gewiß nahe, Hieronymus Brixiensis, Geraldi und di Virchi für ein und dieselbe Person zu halten. Vidal teilt den Zettel: Hieronimo di vir in Brésa / mit; auch das Instrument, aus dem dieser Zettel stammt, muß eine Arbeit Gerolamo di Virchis gewesen sein. — G. Livi konnte feststellen, daß verschiedene Mitglieder der Familie Virchi vor und nach Gerolamo auch den Beinamen Targhetta geführt haben. Von Gerolamo selbst liegt jedoch dafür kein Beleg vor.
3Virchi, Giovanni Paolo, gen. Targhetta. — Brescia, Ferrara, Mantua. Geb. 1552. 1612
4Sohn von Gerolamo V. und vielleicht der Pate Magginis. Er wurde als trefflicher Lautenspieler, Organist und Komponist von Madrigalen bekannt, stand nacheinander in Diensten der Höfe von Ferrara und Mantua und soll wie sein Vater vorzügliche Lauten gemacht haben, wenigstens sagt Ottavio Rossi in seinem 1620 erschienenen Buch über die berühmten Brescianer von ihm: »Non fu mai toccata la cetra con maggiore dolcezza quanto fu dal nostro Targhetta, che con celeste armonia le dava spirito, voce ed effetto angelicamente umano. Ma non tanto era citaredo perfetto, quanto perfettissimo artefice di questo strumento.« Vgl. auch Fenaroli, Dizionario degli Artisti Bresciani, wo nur nach Cozando berichtet wird und von dem Mantuaner Aufenthalt G. P. di Virchi-Targhettas nicht einmal die Rede ist. Vielleicht kann man in dem Kontrabaß von 1595 der Sammlung Wildhagen eine Arbeit von ihm erblicken. — Giovanni Paolos Sohn Fulvio zeichnete sich gleichfalls als Musiker aus.
6Vischer (Fischer), Johann Georg. — Jena. 1753
7Vermutlich ein Sohn Joh. Sim. Vischers. Sein Reparaturzettel findet sich in einer Laute (Nr. 1) der Musikinstrumentensammlung des Bachhauses in Eisenach.
8Geigenzettel: Rebariret von Johann / Georg Fisher Musicalischer / in strumentenmacher / in Jena 1753 (geschrieben).
10Vischer (Fischer), Johann Simon. — Jena. 1687. 1693
11Er bezeichnete sich als: »Bildhauer, Lauten-, Harpen- und Instrument-Macher« und wurde im Jahre 1687 als Bürger der Stadt Jena verpflichtet. Eine Flügelharfe, die er 1693 gemacht hat, befindet sich in Berlin aus der Sammlung Snoeck (Nr. 387).
13Vischi. — Spilamberto. 1880
14Ein Dilettant, der von Raffaele Fiorini unterwiesen wurde und in seiner Jugend einige Violinen gemacht hat.
16Visco, Bruto. — Piperno, Rom. 1600. 1608
17Er nennt sich Visco da Piperno, wohnte 1608 in Rom in der Via dei leutari und soll auch ein guter Lautenspieler gewesen sein. Er sagt jedoch von sich in einer Urkunde vom 14. September 1606 nur: »Jo faccio l’esercitio de leuti et chitarre.«
19Visconti, Gaetano. — Bologna. 1809
20Bisher nur als Gitarrenmacher bekannt.
22Vissenaire I. — Lyon. 1830. 1869
23Er soll in Mirecourt gelernt haben, war hauptsächlich Händler und Gitarrenmacher und hat auch einige Geigen gemacht.
24Geigenzettel: Réparé par / Vissenaire / Me luthier / à Lyon / Place Confort No 16 (gedruckt).
26Vissenaire II. — Lyon. 1870. † um 1878
27Älterer Sohn und Schüler von V. I und später Gehilfe bei Bernardel. Er arbeitete meist mit seinem Bruder Louis-Nicolas V. zusammen und erfand eine gute Kolophonummischung.
28Geigenzettel: Abb. 804.
30Vissenaire, Louis-Nicolas. — Lyon. 1865. † 1891
31Jüngerer Sohn, Schüler und Nachfolger von V. I. Ein tüchtiger Geiger und als solcher Mitglied des Theaterorchesters. Seine Geigen sind recht sauber ausgearbeitet, wenn auch oft zu dick im Holz.
32Geigenzettel: Abb. 807 und 808.
34Vitáček, Eugen. — Moskau. 1908. 1913
35(Vielleicht der Sohn von Franz V.) Neffe von Franz Spidlen, dessen Moskauer Werkstatt er übernommen hat. Er arbeitet ungemein sauber und nimmt die Wölbung sehr flach, nur macht er die Decken etwas zu dick. Er ist als Reparateur sehr geschätzt.
37Vitáček, Franz. — Sklenářice-Glasersdorf i. B. Geb. um 1854
38Böhmischer Geigenmacher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war ein Schüler von Jos. Metelka. 1884 stellte er in Příbram eine Geige aus.
39Geigenzettel: František Vitáček / hotovitel hudebních nástrojů ve Sklenářicích u Vysokého 1881 (gedruckt).
41Vitelli. — ? ?
42Neuerer italienischer Geigenmacher, dessen Namen ich in einem guten Violoncello fand.
44Vitor s. De Vitor
46Vitry, Jean Claude. — Mirecourt. 1740. 1748
47Bisher nur dem Namen nach bekannt.
49Vivenet (Vivinet). — Landau. 18./19. Jahrhundert
50Wahrscheinlich ein Franzose, der in Mirecourt gelernt und sich dann in der Pfalz niedergelassen hat. Das Verzeichnis der Orchesterinstrumente des Mannheimer Theaters von 1820 (Städt. Arch. Mannheim) führt eine Altviole von »Vifiné« auf. Der Name erscheint dann berichtigt »Vivenet«. Aber auch diese Berichtigung scheint nicht ganz sicher zu sein, denn Prof. Tiedemann in Wiesbaden kennt eine Violine mit dem Brandstempel »Vivinet à Landau«, deren Ton dem einer Viola nahe kam. Musiklehrer Karl Wolf in Düsseldorf besitzt eine
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