Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 544

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

42 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 540. See the scan on archive.org.

1Altviola von ihm von gewöhnlicher Arbeit, dunkelbraunem, glanzlosem Lack und dem Brandstempel: »Vivenet à Landau« außen unter dem Halse. Eine bessere Viola nach Stradivari mit dickem, kirschrotem, aber gleichfalls glanzlosem Lack befindet sich in Weimar in Privatbesitz. Auch hier zeigt der Brandstempel die Schreibweise Vivenet.
3Vivoli, Giovanni. — Florenz. 1642
4Sohn des Andrea V. Ein Lautenmacher, den Vidal erwähnt.
6Vlaminck, Edmond de, Prof. — Paris. 1890. 1893
7Erfinder einer Tastenvorrichtung für Streichinstrumente, die unter dem Titel »Mélatétrophone« fabriksmäßig ausgebeutet wurde. Beschrieben und abgebildet in De Wits Zeitschr. Jahrg. 13 (1893), Nr. 15.
9Vlk, Franz. — Geb. 1863
10Böhmischer Geigenmacher, Schüler von Jos. Metelka. Er endete durch Selbstmord.
12Voboam, Alexandre, le Jeune. — Paris. 1661. 1683
13Jedenfalls der Sohn eines älteren Voboam, der jedoch noch nicht sicher nachgewiesen werden konnte. Nach Du Pradels »Livre commode« für 1682, worin nur seine Kastagnetten hervorgehoben werden, wohnte ein Alexandre Voboam Rue des Assis. Ein Instrument von ihm führt Brunis Inventaire auf, nämlich eine Gitarre von »Alexandre Vogeant (sic) le jeune faite en 1664« (S. 201). Eine reich mit Elfenbein eingelegte französische Gitarre von 1682 besitzt das Pariser Konservatorium des Arts-et-Métiers (Nr. 7006). Eine zur Laute umgebaute, reich mit Elfenbein eingelegte Theorbe befindet sich in Caternberg bei Essen in Privatbesitz, diese trägt am Kopf eine viereckige Elfenbeinplatte mit der fein gravierten Inschrift: Alexandre Voboam / à Paris / 1661. Der Name kommt in allen möglichen Schreibweisen vor: Vauboam, Vogeant, auch oft nur kurz Alexandre le Jeune. Geigen von ihm sind nicht bekannt, dagegen außer sehr schönen Gitarren auch zu Gitarren umgearbeitete Theorben. Besonders interessant ist eine Zwillingsgitarre von ihm in der Wiener Sammlung alter Musikinstrumente, eine Vereinigung einer Prim- mit einer kleinen Terzgitarre, die zusammen wie »Mutter und Kind« aussehen.
15Voboam, Jean. — Paris. 1676. 1699
16Wahrscheinlich ein Sohn von Alex. V. le J. Von ihm sind zwei schöne Gitarren, angeblich aus dem Besitze des Frl. v. Nantes (Tochter Ludwigs XIV.) stammend, von 1676 und 1687 bekannt. Im Museum des Pariser Konservatoriums ist eine ungemein reich eingelegte Gitarre von 1693; auch die Gitarre mit kunstvoller Rose von 1699 in der staatlichen Sammlung, Berlin, dürfte ihm zuzuschreiben sein.
18Voboam. — Paris. 1730
19Wenn man nicht annehmen will, daß Alex. oder Jean V. ein Alter von fast 100 Jahren erreicht hat, so ist eine Baßviola im Pariser Museum des Arts-et-Métiers mit dem geschriebenen Zettel einem Sohne oder Enkel der Genannten zuzuschreiben.
20Geigenzettel: Voboam 1730 (geschrieben).
22Voel, E. — Mainz. 1840
23Er arbeitete nach Stradivari, wurde aber von Jak. V. übertroffen.
25Voel, Jakob. — Mainz, Frankfurt a. M. 1837. 1840
26(Sohn von E. Voel?) Er arbeitete recht sauber nach Stradivari; nur die F-Löcher sind zu breit ausgeschnitten; die Schnecke ist dagegen recht hübsch; auch sein rötlichgelber oder rötlichbrauner Lack wäre nicht übel, wenn er ihn besser geschliffen hätte.
27Geigenzettel: J: Voel / in / Mainz / 1837 (gedruckt).
29Völker, Carl August. — Hannover. 1873. 1901
30Er ist gelernter Uhrmacher und hat sich seit 1873 auch auf das Geigenmachen verlegt. Er kopierte u. a. eine Geige Duiffopruggars und hat sich viel mit der Theorie des Geigenbaues beschäftigt. In P. de Wits Zeitschrift veröffentlichte er mehrere Aufsätze über »das Geheimnis der Cremoneser Geigen«, »den altitalienischen Geigenlack« usw. Das Geigenmachen soll er bei Diehl erlernt haben.
32Völler, Johann Heinrich. — Kassel. Geb. 7. März 1768 zu Angersbach bei Gießen, lebte noch nach 1826
33Er war der Sohn eines unbemittelten Ackersmanns und wurde 1801 zum Hofmusikinstrumentenmacher in Kassel ernannt. Er ist hauptsächlich durch einige Erfindungen an Tasteninstrumenten, u. a. einer »Apollonium« genannten Zimbel sowie eines Doppelklaviers, das mit einem Flötenwerk verbunden war, bekannt geworden; er soll auch Lauten und Gitarren gemacht haben, Geigen von ihm sind mir jedoch nicht vorgekommen. Seine kurzgefaßte Biographie gab Caspar Nöding im Jahre 1823 heraus; er starb vor 1828.
35Vörle s. Wörle
37Vogel, Christoph. — Borstendorf. Geb. im November 1699, † 23. Dezember 1732
38Sohn und Schüler von Hans V., den er nur um wenige Jahre überlebt hat. Arbeiten von ihm habe ich noch nicht gesehen.
40Vogel, Hans. — Borstendorf. Geb. 1673, † 15. April 1725
41Bis jetzt der älteste bekannte Geigenmacher seines Ortes. Er soll auch der Lehrmeister der Richter und Wagner usw. gewesen sein und sich durch ehrliches Streben um den Aufschwung der Geigenmacherei in Borstendorf verdient gemacht haben.

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